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Ältere Autofahrer – so kommen sie sicher durch den Verkehr

Renter im Fahrsimulator; Quelle: rbb Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Renter im Fahrsimulator; Quelle: rbb ]
Die Bundesregierung macht den demographischen Wandel zu einer zentralen Aufgabe der Politik. "SmartSenior" nennt sich ein wichtiges Projekt der AAL-Initiative (Ambient Assisted Living) des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, BMBF. Die Forschungsgruppe Geriatrie der Charité leitet darin das Teilprojekt "Integrierte Gesundheitsdienstleistungen für Mobilität und Lebensqualität". Dazu gehört auch die Erforschung der Fahrleistung bei Senioren u. a. mit der Hilfe des Fahrsimulators, der auf dem Gelände des Evangelischen Geriatriezentrums steht. Denn gerade wenn es ums Autofahren im höheren Lebensalter geht, sind viele Ältere und deren Angehörige verunsichert: Sollte man das Auto ab einem bestimmten Alter lieber stehen lassen? Wie hoch ist die Gefahr im Straßenverkehr, für sich selbst und andere?

Mit dem hochmodernen Fahrsimulator testet man die Fahrleistung älterer Menschen. Mit der aktuellen Studie und auch mit Folgeuntersuchungen will man zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr und zur nachhaltigen Mobilität älterer Menschen beitragen. So könnten beispielsweise weitere spezielle Assistenzsysteme für Fahrzeuge entwickelt werden, wie das Nothaltesystem: Ist der Fahrer nicht mehr fahrtüchtig, übernimmt damit das Fahrzeug die Kontrolle und sucht sich den sicheren Weg an den Fahrbahnrand.

Zukünftig könnte der Fahrsimulator auch als Trainingsgerät für Senioren dienen, die z. B. nach einem Schlaganfall in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Auch will man damit Veränderungen des Fahrverhaltens bei derzeit jüngeren Menschen über einen längeren Zeitraum (Jahre) analysieren.

In der aktuellen Untersuchung hat man unter anderem festgestellt, dass häufig bei älteren Autofahrern der "Schulterblick" nicht oder nicht mehr ausreichend gut gelingt. Abhilfe schaffen können dann zusätzliche Rück- und Seitenspiegel, die eine bessere Sicht ermöglichen. Parameter anhand derer sich voraussagen lässt, wie gut die Probanden im Fahrtauglichkeitstest abschneiden, hat man jedoch nicht gefunden. Es ist also "unberechenbar", ob jemand in Kürze zu spät bremsen oder eine rote Ampel überfahren wird. Auf der anderen Seite sinkt die Fahrtüchtigkeit nicht automatisch parallel zum ansteigenden Lebensalter. Der Appell lautet also, regelmäßig die eigene Fahrtüchtigkeit überprüfen zu lassen. Solche Tests werden deutschlandweit angeboten, beispielsweise beim ADAC, beim TÜV oder der Deutschen Verkehrswacht. Im Falle eines schlechten Abschneidens wird der Führerschein jedoch nicht etwa entzogen, sondern wird lediglich eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen. Man kann sich also ganz unverbindlich beraten lassen.

Die Forschungsgruppe Geriatrie am EGZB sucht für die Fahrleistungsstudie aktuell keine Probanden, jedoch für weitere Studien, wie zur Wirksamkeit von Blutwäsche gegen Alzheimer und für eine andere Studie zur Ganganalyse.

Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Susanne Faß

Adressen & Links

Im Gespräch:
Dr. Mehmet Gövercin
Stellvertretender Leiter der Forschungsgruppe Geriatrie
Evang. Geriatriezentrum Berlin gGmbH
Forschungsgruppe Geriatrie
Reinickendorfer Str. 61, 13347 Berlin
E-Mail: info-geriatrie@charite.de
http://geriatrie.charite.de/

Kontaktdaten für die Teilnahme an einer Studie:
Forschungsgruppe Geriatrie der Charité
Tel: 030 - 450 553 332
Mail: info-geriatrie@charite.de

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 06.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
Sa, 06.10.12 | 17:03 Uhr