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Bluthochdruck - wird zuviel behandelt?

Grafik des Herzmuskels; Quelle: rbb Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Grafik des Herzmuskels; Quelle: rbb ]
Rund 20 Millionen Deutsche haben einen zu hohen Blutdruck. Mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit des Bluthochdrucks stark zu. Er stellt neben dem Diabetes mellitus eine Volkskrankheit dar. Auf Dauer ist er lebensgefährlich und kann zum Schlaganfall führen, zum Herzinfarkt und Nierenversagen. Mögliche Anzeichen für Bluthochdruck sind Unruhe, morgendliche Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Unkonzentriertheit.

Der Blutdruck wird über zwei Werte beschrieben: Der untere, diastolische Wert wird gemessen, wenn das Herz entspannt ist. Der obere, systolische Wert, wenn das Herz unter Druck Lungen- und Körperkreislauf mit Blut versorgt. Von Bluthochdruck spricht man, wenn der systolische Wert über 140 liegt und der diastolische über 90 mm Hg. Eine Erhöhung bis zu 159 zu 99 nennt man Bluthochdruck ersten Grades. Auch bei diesen Werten werden oft schon Medikamente verordnet. Im Durchschnitt sinkt der Blutdruck durch Tabletten um 10 mm Hg. Diese Therapie kostet die gesetzlichen Krankenkassen über 3 Milliarden Euro jährlich.

Ernährungsumstellung auf Gemüse; Quelle: rbb Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Ernährungsumstellung auf Gemüse; Quelle: rbb ]
Doch nun hat die British Columbia University in Vancouver, Kanada eine Studie vorgelegt. Sie umfasst die Beobachtung von rund 9000 Patienten über 4 bis 5 Jahre. Dabei zeigt sich, dass Patienten mit dem so genannten Bluthochdruck Grad 1 und ohne weitere erkennbare Krankheiten des Herz-Kreislaufsystems unter der Therapie mit Blutdrucksenkern keinen klaren Vorteil hatten. Zwar sank der Blutdruck, jedoch nicht die Häufigkeit von Komplikationen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Und auch die Anzahl der Todesfälle unterschied sich nicht von Patienten ohne Bluthochdrucktherapie. Nun sind dringend Langzeitstudien notwendig. Und Blutdrucktabletten dürfen keinesfalls eigenmächtig abgesetzt werden. Sicher ist in jedem Fall, dass auch eine Änderung des Lebensstils viel zur Normalisierung des Blutdrucks beitragen kann: Wer reichlich Obst und vor allem Gemüse isst und wenig tierische Fette, sich außerdem regelmäßig bewegt und Stress vermeidet, kann den Blutdruck bis zu einem Drittel absenken. Medikamente schlucken geht zwar schneller, ist in leichten Fällen aber womöglich nicht die richtige Maßnahme.

Beitrag: Angelika Wörthmüller
Infotext: Susanne Faß

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 06.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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Sendetermin
Sa, 06.10.12 | 17:03 Uhr