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Bildunterschrift:
Niesende Frau mit Taschentuch; Quelle: rbb
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Mehr als 10 000 verschiedene Düfte können wir wahrnehmen. Mit jedem Atemzug, aber auch über den Mund und Rachenraum gelangen Düfte in die Nase zum "Riechepithel". Dort, im oberen Bereich der Nase sitzen ca. 30 Millionen Riechzellen. Treffen nun Duftmoleküle auf diese Zellen, lösen sie einen elektrischen Reiz aus, der über Riechnerven zum Gehirn gelangt. Dies löst ein Geruchsempfinden aus. Im Laufe des Lebens nimmt die Anzahl der Riechzellen ab, so dass das Riechvermögen im Alter oft eingeschränkt ist. Da dies meist schleichend geschieht, bemerken es viele Betroffene nicht oder kaum. Auch einige Erkrankungen des Gehirns gehen mit einem eingeschränkten Geruchssinn einher. Bei so genannten neurodegenerativen Erkrankungen, wie dem Morbus Parkinson oder dem Morbus Alzheimer sind Riechstörungen ein frühes Symptom. Es kann sogar Jahre vor dem eigentlichen Ausbruch der Gehirnerkrankung bestehen. Bei diesen Erkrankungen sterben Nervenzellen im Gehirn ab. Geschieht dies in Arealen, die für das Riechen wichtig sind, leidet auch das Riechvermögen. Aber auch Diabetes, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Epilepsie können mit Riechstörungen einhergehen.
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Bildunterschrift:
Das Geruchsorgan Nase; Quelle: rbb
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Anosmie oder Hyposmie nennen Mediziner den fehlenden oder eingeschränkten Geruchssinn. Dieses kann im Alltag ein großes Risiko darstellen, da dann manche Gefahrenhinweise, wie Brandgeruch, verdorbene Speisen oder ausströmendes Gas nicht bemerkt werden. Nicht immer können Riechstörungen behoben werden, man sollte jedoch den Ursachen immer auf den Grund gehen.
Vorübergehende Riechstörungen hat sicherlich jeder schon einmal erlebt: Bei fast jeder Erkältung schwellen die Nasenschleimhäute an und blockieren so das Riechempfinden. Nasenspülungen oder abschwellende Nasentropfen erleichtern zwar das Durchatmen, doch das Riechvermögen bessert sich erst, wenn der Schnupfen überstanden ist. Auch Polypen im Naseninneren oder den Nasennebenhöhlen blockieren den Weg der Duftmoleküle zum Gehirn. In diesem Fall hilft meist nur ein operativer Eingriff.
Durch manche Erreger, wie beispielsweise Grippeviren, können die Riechzellen dauerhaft geschädigt werden: Einen ebenfalls bleibenden Schaden des Geruchssinns können Unfälle auslösen, wie ein Schlag auf den Kopf oder ein Sturz. Dabei kann die Verbindung der Riechnerven aus der Nase zum Gehirn unterbrochen oder eine Erschütterung des Riechhirnes verursacht werden. Der Verlust des Geruchssinnes mag für Nichtbetroffene banal sein, stellt jedoch eine erhebliche Minderung der Lebensqualität dar.
Filmbeitrag: Erika Brettschneider
Infotext: Susanne Faß
Im Beitrag:
Prof. Dr. med. Oliver Kaschke
Chefarzt der Abt. Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Plastische Gesichts- und Halschirurgie
St. Gertrauden Krankenhaus
Abteilung HNO-Heilkunde
Paretzer Straße 12
10713 Berlin- Wilmersdorf
Tel.: 030 – 82 72-2331
http://www.sankt-gertrauden.de/abteilungen-und-medizinische-bereiche/hals-nasen-ohrenheilkunde
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 06.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.