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Grafik zu Hitzewallungen und Hormonschwankung; Quelle: rbb
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Als "Wechseljahre", medizinisch "Klimakterium", bezeichnet man bei der Frau die hormonelle Umstellung im zunehmenden Lebensalter: Die Produktion der weiblichen Hormone nimmt ab, bis irgendwann keine Menstruation mehr auftritt. Diesen Zeitpunkt nennt man wiederum Menopause.
Die Wechseljahre sind wie die Pubertät ein natürlicher Lebensabschnitt und keine Krankheit. Sie sind bei manchen Frauen jedoch mit Symptomen vergesellschaftet, die sehr belastend sein können, wie Depressionen, Hitzewallungen oder Schlaflosigkeit. Auch ein Nachlassen der Knochendichte und eine unangenehme Trockenheit der Scheide treten gehäuft auf. Einige Symptome im Rahmen der Wechseljahre lassen sich eindeutig der nachlassenden Hormonproduktion zuordnen, bei anderen ist ein Zusammenhang nicht sicher. Auch die veränderte Lebenssituation zum Zeitpunkt der Wechseljahre, wie ein Ende des Berufslebens oder dass die Kinder aus dem Haus gehen, können den Alltag verändern und zu Beschwerden führen. Bevor man zu Hormonen greift, sollte man also auch "nicht-hormonelle" Gründe in Betracht ziehen. Dafür spricht auch, dass Untersuchungen zufolge die Wechseljahre von Frau zu Frau ganz unterschiedlich erlebt werden. Dabei spielen außer dem eigenen Lebensstil und den persönlichen Umstände auch der Kulturkreis und das Herkunftsland eine Rolle.
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Hormonpflaster und Tabletten; Quelle: rbb
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Die Wechseljahresbeschwerden werden meist nicht durch einen absoluten Östrogenmangel ausgelöst, sondern durch Schwankungen des Hormonspiegels, wie sie für den Beginn des Klimakteriums typisch sind. Nach und nach passt sich der Körper an diese veränderten Bedingungen an und die Beschwerden lassen meist nach. Allerdings kann sich der Rückgang der Hormonproduktion auch dauerhaft auswirken, beispielsweise bezüglich der Schleimhauttrockenheit im Genitalbereich. Diese bewirkt am Blaseneingang eine vermehrte Anfälligkeit für Infektionen.
Bis vor 10 Jahren wurden Hormone standardmäßig als Therapie von jeglichen Wechseljahres-Beschwerden eingesetzt. Dann, im Jahr 2002 wurden erschreckende Ergebnisse einer großen Studie veröffentlicht: Sie zeigte, dass die Einnahme der Hormone beispielsweise das Risiko erhöht, an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken. Auch andere Komplikationen wurden vermehrt beobachtet, wie Herzinfarkte, Schlaganfälle, Thrombosen oder Probleme mit der Gallenblase.
Inzwischen empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) die Hormonersatztherapie ausschließlich noch gegen starke Hitzewallungen und bei ausgeprägter Osteoporose, nach Abwägung aller Risiken. So muss genau erfragt werden, ob es in der Familie Fälle von Brustkrebserkrankungen gab oder ob eine Thromboseneigung besteht. Zudem sollte die Einnahme so kurz und so niedrig dosiert wie möglich geschehen. Dazu gehört auch, die Indikation immer wieder zu überprüfen: Man testet ob die Hitzewallungen nach einem probeweisen Absetzen der Tabletten vielleicht inzwischen doch ausbleiben. Die Dosis der Medikamente sollte jede Frau auch individuell ausprobieren und die Tabletten teilen oder nur jeden 2. Tag einnehmen. Gut verträglich sind die Hormone bei transdermaler Gabe, d. h. über die Haut als Gel oder Pflaster. In jedem Fall sollte man bedenken, dass in den meisten Fällen die belastenden Symptome nach einiger Zeit wieder verschwinden. Mit diesem Wissen können manche Beschwerden vielleicht besser ertragen werden.
Filmbeitrag: Erika Brettschneider
Infotext: Susanne Faß
Im Beitrag:
Dr. Maria Beckermann
Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe
Vorsitzende des Arbeitskreises Frauengesundheit, AKF e.V.
Sigmaringer Str. 1, 10713 Berlin
Tel.: 030 – 863 933 16
E-Mail: buero@akf-info.de
www.akf-info.de
Dr. med. Thomas Döbler
Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Vorsitzender Landesverband des Berufsverbandes der Frauenärzte e.V.
August-Bebel-Str. 111
15234 Frankfurt (Oder)
Tel.: 0335 – 400 22 57
E-Mail: Doc-Doe@t-online.de
Dr. med. Anke Kleine-Tebbe
Vorsitzende der Gesellschaft für Geburtshilfe und Gynäkologie in Berlin
Robert-Koch-Platz 7, 10115 Berlin
E-Mail: info@ggg-b.de
http://www.ggg-b.de
Annette Bopp: Wechseljahre: Den eigenen Weg finden
Verlag Stiftung Warentest, 2010, ISBN: 978-386-851116-1, 16,90 Euro
Christiane Northrup: Weisheit der Wechseljahre: Selbstheilung, Veränderung und Neuanfang in der zweiten Lebenshälfte.
Goldmann Verlag, 2010, ISBN: 978-344-221907-0, 14,95 Euro
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 06.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.