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Blutdruck senken – ganz natürlich

Blutdruckmessgerät Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Blutdruckmessgerät ]
Rund 20 Millionen Deutsche haben einen zu hohen Blutdruck und mit steigendem Lebensalter nimmt die Häufigkeit stark zu. Auf Dauer ist Hypertonus lebensgefährlich und kann zum Schlaganfall führen, zum Herzinfarkt und Nierenversagen. Mögliche Anzeichen für Bluthochdruck sind Unruhe, morgendliche Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Unkonzentriertheit.

Weil Bluthochdruck und Übergewicht in engem Zusammenhang stehen, ist die Gewichtsreduzierung besonders effektiv, um den Blutdruck zu senken. Und auch wer sich regelmäßig bewegt und Stress vermeidet, nähert sich gesunden Blutdruckwerten. Doch trotz dieses Wissens greifen viele noch immer ausschließlich zu Medikamenten. Die Therapie des Bluthochdrucks kostet die gesetzlichen Krankenkassen über drei Milliarden Euro jährlich.

Nicht zuletzt deshalb suchen Ärzte und Wissenschaftler nach neuen Methoden gegen Hypertonus. Und dabei werden auch ungewöhnliche Wege beschritten:

So verwendet beispielsweise das Immanuel-Krankenhaus Berlin (im Zentrum für Naturheilkunde) Erkenntnisse aus der „Hydrotherapie“, der Wasserheilkunde. Erfunden haben die dortigen Ärzte diese Methode nicht. Bereits seit vielen Jahren ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Wasser positiv auf den Blutdruck wirken kann. Neu ist hier die gezielte Anwendung. Allerdings profitiert nicht jeder Betroffene von dieser Methode, sondern nur etwa 50 bis 70 Prozent. Doch auch Medikamente helfen bei weitem nicht jedem. Vorhersagen kann man den Erfolg nicht. Somit muss man ausprobieren, ob man zu den „Respondern“ gehört. Deshalb darf man auch keinesfalls gleich Medikamente reduzieren oder weglassen. Der Effekt sollte über einige Wochen beobachtet werden. Erst dann kann die Medikamentendosis verändert werden, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt.

Hydrotherapien:

Mann in Badewanne zur Entspannung Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Blutdruck, Entspannung ]
Zwei Wannenbäder pro Woche können nachhaltig den Blutdruck drosseln. Das hat eine Studie der Berliner Charité untersucht. Das Wasser sollte angenehm warm sein (etwa 36 bis 36,5°C) und die Wanne so groß, dass der Körper bis zum Hals einsinken kann. Da die Wärme die Gefäße erweitert, sinkt der Blutdruck sofort. Für eine anhaltende Wirkung sorgt das Gewicht des Wassers, das auf den Körper drückt. Diese Gravitationskraft drückt auf das Gewebe und dadurch fließt mehr Blut zum Herzen zurück. Die Dehnung der Herzkammern bewirkt eine Ausschüttung von Hormonen, die den Blutdruck anhaltend günstig beeinflussen. Die Hormone regen in den Nieren eine verstärkte Wasser- und Kochsalzausschüttung an und erweitern die Blutgefäße noch zusätzlich.

Die Forscher haben auch festgestellt: Je öfter die Probanden diese regelmäßigen Wannenbäder gemacht haben, desto länger hielt die Blutdrucksenkung nach dem Baden an. Bereits nach acht Wochen wurde eine anhaltende Blutdrucksenkung erreicht, die der Wirkung eines Medikamentes gegen Bluthochdruck entsprach.

Weniger belastend für den Körper sind Armbäder. Diese eignen sich für Betroffene mit Asthma oder anderen Lungenerkrankungen.

Dazu legt man beide Arme in ein Becken oder eine große Schüssel. Durch Nachfüllen von heißem Wasser wird die Temperatur von anfangs ca. 37°C weiter gesteigert – bis man die Wärme gerade noch so erträgt und leicht zu schwitzen beginnt. Eine Viertelstunde dauert so ein Armbad, das man täglich wiederholen sollte. Aber auch bei den Armbädern tritt die dauerhafte Senkung des Blutdrucks oft erst nach längerer Zeit und nicht bei jedem auf. Ist das heimische Waschbecken zu klein für Armbäder, bieten sich Fußbäder als Alternative an. Die Wirkung ist allerdings etwas schwächer.

Kalte Güsse:

Blutdruck senken mit Wassergüssen (Bild: rbb) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Kalter Wasserguss ]
Die "Hohe Schule" der Wasser-Therapien sind kalte Güsse auf Beine und Arme. Keine Brause, sondern ein dicker Strahl ergießt sich möglichst flächendeckend über die Haut. Und dabei gilt: je kälter, desto besser. Man sollte aber dabei und danach nicht frieren. Deshalb sollen die Güsse „kurz und heftig“ sein und nicht länger als 20 bis 40 Sekunden dauern. Ein guter Zeitpunkt für die Anwendung ist morgens, wenn der Körper noch voller Bettwärme steckt, oder nach einem heißen Bad.  Auf den Kältereiz reagiert der Körper mit verstärkter Durchblutung und einem angenehmen Wärmegefühl. Die Kälte trainiert die Gefäße und senkt damit auch wieder den Blutdruck.

Auch regelmäßiger Saunabesuch kann zur Blutdrucksenkung führen. Allerdings sollte man nach dem Saunieren auf das kalte Tauchbad verzichten, denn dabei steigt der Blutdruck zu stark an.

Der Vorteil der genannten naturheilkundlichen Anwendungen ist, dass sie keine unerwünschten Nebenwirkungen haben, sondern nur positive: So wird nicht nur der Blutdruck gesenkt, sondern die Hydrotherapien wirken auch stimmungsaufhellend, entspannend und können helfen, die Häufigkeit von Infekten zu vermindern.

Im Beitrag: Prof. Dr. med. Andreas Michalsen Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie, Charité - Universitätsmedizin Berlin Chefarzt der Abteilung Naturheilkunde im Immanuel Krankenhaus Berlin, Königstraße 63, 14109 Berlin im Internet unter: www.naturheilkunde.immanuel.de

Studienteilnehmer gesucht:

Info-Box: Zur naturheilkundlichen Behandlung von Bluthochdruck mit Aderlass sucht die Hochschulambulanz für Naturheilkunde der Charité-Universitätsmedizin Berlin im Immanuel Krankenhaus Berlin Betroffene (30 –70 Jahre), die an leichtem und mittlerem Bluthochdruck leiden und bisher nicht medikamentös behandelt werden.
Kontakt und Informationen: S. Saalfeld unter Tel.: 030 - 80505-659 (-614) oder per Email an s.saalfeld@immanuel.de.

Info-Box: Deutsche Hypertonie Gesellschaft
Berliner Straße 46
69120 Heidelberg
Tel.: 06221 - 588 55-0
Herz-Kreislauf-Telefon: 06221 - 58 85 55
(Mo - Fr 9 - 17 Uhr)

Buchtipps:

Info-Box: Bluthochdruck: Werden Sie aktiv!
Enthält Tipps zu natürlichen Therapien, die nachweislich wirksam bei Bluthochdruck sind: Aderlass, Akupunktur, Grüner Tee oder Kneipp
Autoren: Prof. Dr. Andreas Michalsen, Karen Hoffschulte
Fördergemeinschaft der Karl und Veronica Carstens-Stiftung Bestell-Hotline: 0201 - 56305-70 oder: www.naturundmedizin.de oder zu bestellen über: 
Natur und Medizin e.V.
Am Deimelsberg 36,
45276 Essen
(Preis: 7,00 Euro zzgl. Versandkosten)

Filmbeitrag: Bert OstbergInfotext: Susanne Faß

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 19.01.2013. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

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Sendetermin
Sa, 19.01.13 | 17:03 Uhr