Richtig sitzen

Die fünf goldenen Regeln für das richtige Sitzen

Bodypainting Rücken (2)
Unsere Wirbelsäule

Fünf Regeln für das richtige Sitzen:

1) Schauen Sie, worauf Sie sitzen!

2) Passen Sie am Stuhl an, was möglich ist: immer von unten nach oben.

3) Passen Sie die Tischhöhe an.

4) Platzieren Sie die Arbeitsmittel auf dem Tisch richtig. 

5) Wechseln Sie zwischen Sitzen und Bewegung. Machen Sie regelmäßig Bewegungspausen!

Beispiel: Problemfall Bürostuhl

Fast 90 Prozent der Bürostühle sind falsch eingestellt. Bei rund 20 Millionen Bildschirmarbeitsplätzen in Deutschland bedeutet das: Schnell können aus anfänglich leichten Beschwerden chronische Rückenprobleme werden. Aber wer kennt sich schon aus, was – wie – wo eingestellt werden soll?

Die gute Nachricht ist, es gibt eine Lösung: Ergonomie! Wirkt immer und reduziert Alltagsbelastungen sofort! Gute Ergonomie ist einfach, lässt sich mit geringem Aufwand umsetzen und folgt klaren Prinzipien. Außerdem beginnt Ergonomie im Kopf, nicht bei den Möbeln. Und Ergonomie ist keine Einmalaktion – sondern ein Prozess.

Anpassen, was nötig und möglich ist

Worauf kommt es beim richtigen Sitzen an? Es geht um Zentimeter und beginnt bei den Füßen. Eine Rolle spielen die Sitzhöhe, die Neigung der Sitzfläche, die Anpassung der Rückenlehne und die Anpassung der Armlehnen. Aber nicht nur der Stuhl allein macht es aus, hinzu kommen die Tischhöhe und die Aus- und Einrichtung der Arbeitsmittel.

Alles zusammen muss stimmen, eines allein hat keinen Sinn. Doch keine Angst, nicht alles muss neu angeschafft werden, gute Resultate lassen sich auch dadurch erzielen, den schon vorhandenen Arbeitsplatz zunächst ergonomisch zu optimieren. Wer wirklich neu anschafft, für den gilt: Das Testen vor dem Kauf vermeidet teure Fehlanschaffungen! Viele Kriterien spielen dabei für die Auswahl eine Rolle.

Welcher Bewegungstyp sind Sie?

Denn es gibt unterschiedliche Bewegungstypen, die je nach anatomischen Gegebenheiten (Arm- und Beinlänge und daraus resultierende Hebelwirkungen) auch ganz unterschiedliche Bedürfnisse haben, wenn es ums Thema Sitzen geht.

Außerdem kann es sein, dass jemand mit einer bereits vorhandenen Erkrankung oder während einer Rehabilitation eine andere, spezielle und nur zeitlich begrenzte Unterstützung beim Sitzen braucht. Die kann sich von seinen sonstigen, alltäglichen Bedürfnissen deutlich unterscheiden.  Wie lange sitzt man an seinem Schreibtisch, nur kurz oder stundenlang? Auch das spielt für die Auswahl eine Rolle.

Bodypainting – Teil 7
Die Oberkörpermuskulatur – hier unterstrichen durch Bodypainting

Und was ist grundsätzlich zu beachten?

- Zuerst einmal heißt es: Schauen Sie sich an, worauf Sie sitzen! Grundsätzlich gilt: Eine Anpassung erfolgt immer von unten nach oben. Das muss so sein, denn sonst ähnelt es einem falsch zugeknöpften Hemd. Wer unten falsch anfängt, kann das oben nicht mehr korrigieren.

- Höhe der Sitzfläche: Die Füße sollen flach auf dem Boden stehen. Ober- und Unterschenkel sollen dabei einen Winkel von mindestens 90 Grad bilden. 

- Die Tiefe der Sitzfläche so einstellen, dass Sie leicht an die Stuhllehne anstoßen. Der Abstand zwischen Kniekehlen und Sitzfläche soll dabei ca. drei Finger breit sein.

- Die Rückenlehne soll stützenden Widerstand und trotzdem Freiheit zur Bewegung geben. Um beim aufrechten Sitzen das Kreuz optimal zu stützen, muss die stärkste Krümmung auf Höhe der Gürtellinie sein. 

- Die Armstützen so einstellen, dass der Ellbogen locker aufliegt und die Schultergelenke sich frei bewegen können.

- Die Tischhöhe so einstellen, dass die Ellbogen locker aufliegen, ohne dass die Schultern dabei angehoben werden.

-Insgesamt soll ein freies, aufrechtes Sitzen möglich sein. Das gewährleistet eine gute Durchblutung und beugt Fehlhaltungen und Verspannungen vor.  

- Optimal sind Bewegungspausen oder der Wechsel zwischen stehen und sitzen.