Trend-Diäten im Check: Mit welcher nimmt man am besten ab?

Endlich schlank – aber wie? Drei Kandidatinnen testen drei Diäten.
Endlich schlank – aber wie? Drei Kandidatinnen testen drei Diäten.

Steinzeitdiät, Trennkost und "5:2-Fasten" – diese drei Diäten liegen derzeit im Trend. Was sie für den Speiseplan bedeuten und welche am besten funktioniert, hat der Gesundheits-Check getestet.

Wann ist eine Diät erfolgreich?

Der Erfolg einer Diät zeigt sich nicht unbedingt an den Kilos, die verschwinden. Wichtig ist vor allem, dass die Testpersonen Körperfettmasse verlieren und dabei ihre Muskeln erhalten. Denn nur so lässt sich ein Jojo-Effekt vermeiden. 

Die Steinzeitdiät

Fleisch, Gemüse und Nüsse machen einen großen Bestandteil der Paleo-Ernährung aus.
Fleisch, Gemüse und Nüsse machen einen großen Bestandteil der Paleo-Ernährung aus.

Grundprinzip:

Oft wird diese Diät auch "Paleo-Ernährung" genannt. Grundsätzlich orientiert sie sich an der Ernährung der Jäger und Sammler aus der Steinzeit. Die Philosophie dahinter: Verarbeitete Lebensmittel und vor allem Produkte, die aus Getreide gewonnen werden, sind verboten. Sie werden von den Paleo-Anhängern als Ursache für viele Zivilsationskrankheiten gesehen.

Für den Speiseplan bedeutet das viel Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch, pflanzliche Öle, Nüsse, Körner und Eier. Auf Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel muss man verzichten. Die Steinzeit-Ernährung geht davon aus, dass diese Produkte damals noch nicht verfügbar waren.

Fazit der Ernährungsexpertin: 

Calcium-Mangel könnte drohen, da die Milchprodukte fehlen.

So lief die Diät für unsere Testperson:

Startgewicht: 80,4 kg

Ergebnis nach 6 Wochen:
Gewicht: -1 kg
Bauchumfang: -1,5 cm
Körperfettanteil: -0,1 %

Woran könnte man scheitern?

Gerade auf Brot zu verzichten, fällt vielen schwer, vor allem beim Frühstück. Wer die Diät durchhalten will, muss etwas kreativ werden. Es dauert etwas, gute Alternativen zu finden und sich daran zu gewöhnen.

Die Trennkost

Brot, Nudeln und Reis gehören zur Kohlenhydrate-Gruppe.
Brot, Nudeln und Reis gehören zur Kohlenhydrate-Gruppe.

Bei der Trennkost werden Lebensmittel in drei Gruppen eingeteilt. Brot, Reis oder Zucker sind Beispiele für die Kohlenhydratgruppe. Fleisch, Fisch oder Milchprodukte gehören zur Eiweißgruppe. Die dritte Gruppe ist neutral. Zu ihr gehören zum Beispiel Salat und Gemüse. Das Kernprinzip ist nun, Nahrungsmittel aus der Kohlenhydrate- und der Eiweißgruppe nicht in einer Mahlzeit zu kombinieren! Pommes mit Schnitzel oder Spaghetti Bolognese sind daher tabu.

Fazit der Ernährungsexpertin:

Die Trennkost kann das soziale Leben einschränken, denn Freunde und Restaurants servieren meist keine Trennkost.

So lief die Diät für unsere Testperson:

Startgewicht: 64,8 Kilo

Ergebnis nach 6 Wochen:
Gewicht: -3,8 kg
Bauchumfang: -3,5 cm
Körperfettanteil: -4 %

Woran könnte man scheitern?

Zum Italiener gehen, im Biergarten mit Breze und Obazda sitzen, das alles ist bei der Trennkost verboten. Wer ein Typ ist, der viel auswärts isst, wird mit der Trennkost an seine Grenzen stoßen – schon in der Kantine fangen die Probleme an. 

Die 5:2-Diät

An zwei Tagen darf man kaum etwas essen.
An zwei Tagen darf man kaum etwas essen.

Hier darf man an fünf Wochentagen normal essen, dafür wird an zwei Tagen gefastet. An den Fastentagen dürfen Männer nur etwa 600 Kalorien und Frauen nur etwa 500 Kalorien verzehren. An welchen Tagen verzichtet wird, darf sich jeder selbst aussuchen. An den normalen Tagen gibt es keinen Freifahrtschein für eine Völlerei. Der Kalorienbedarf für einen gesunden Mann mittleren Alters, der sich im Alltag mäßig bewegt, liegt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung bei rund 2300 Kalorien. Bei einer Frau ist dieser mit 1800 Kalorien deutlich niedriger.

Fazit der Ernährungsexpertin:

Normal essen bedeutet noch lange nicht, dass man alle Nährstoffe zu sich nimmt. Auch hier gilt, sich vernünftig zu ernähren. Gerade weil an den Fastentagen mit Sicherheit ein Mangelzustand erreicht wird.

So lief die Diät für unsere Testperson:

Startgewicht: 74 Kilo

Ergebnis nach 6 Wochen:
Gewicht: -2,1 kg
Bauchumfang: -1 cm
Körperfettanteil: -1,2 %

Woran könnte man scheitern?

An den Fastentagen muss man wirklich die Zähne zusammenbeißen. Wer sich da nicht klug ernährt und zum Beispiel zu viele Kohlenhydrate zu sich nimmt, dem droht eine Heißhungerattacke. Am Fastentag wäre das ein absolutes Drama.

Diätsieger im Test: Die Trennkost!

Die Trennkost hat in unserem – nicht repräsentativen – Test am meisten überzeugt. Der Körperfettanteil ist gesunken, ohne dass die Muskelmasse abgenommen hat. Das ist am gesündesten und langfristig auch am effektivsten. Allerdings ist eine Diät immer nur eine Lösung auf Zeit.

Diät versus Ernährungsumstellung

Nachhaltiger ist eine Ernährungsumstellung. Hier gibt es zum Beispiel die mediterrane Ernährung in Kombination mit viel Bewegung, die der Ernährungsmediziner, Dr. med. Frank Möckel, seinen Patienten empfiehlt.

Diese Ernährungsform beinhaltet:

  • viel Obst, Gemüse und Salat
  • häufig pflanzliche Öle, Fisch, Nüsse und Milchprodukte
  • Kohlenhydrate sind eingeschränkt
Das Tellerkonzept macht die mediterrane Ernährung leicht umsetzbar.
Das Tellerkonzept macht die mediterrane Ernährung leicht umsetzbar.

Mit dem Tellerkonzept hat man es leicht: Ein halber Teller Gemüse und Obst, ein Viertel Teller Eiweiß und ein Viertel Teller Kohlenhydrate.

Tipps für jede Diät

Notizbuch und Stift
Wer seine Mahlzeiten aufschreibt, macht sich bewusst, was er tatsächlich isst.

Grundsätzlich wichtig bei jeder Diät ist, dass man genügend Eiweiß zu sich nimmt, sonst verschwinden die Muskeln und der Jojo-Effekt ist vorprogrammiert. Denn die Muskulatur ist der Ofen, der die Kalorien verbrennt.

Ein Ernährungsprotokoll sorgt dafür, dass man sich selbst nicht austrickst. Wer aufschreibt, was er isst, nimmt Nahrung bewusster zu sich. Hier gibt es viele Apps, die helfen.