Richtig Zähne putzen: So geht's

Modell eines Gebisses
Was ist bei der Zahnpflege zu beachten?

Vorbeugen ist der beste Weg, um Geld zu sparen. Deshalb hier die wichtigsten Tipps von Prof. Stefan Zimmer. Die gelten übrigens immer, egal ob mit elektrischer oder manueller Zahnbürste geputzt wird.

Technik: Zähneputzen mit System

Chaotisches Schrubben führt dazu, dass Zähne bei der Reinigung ausgelassen werden, zum Beispiel durch zu frühes Umgreifen. Es entstehen "Putzschatten". Oft trifft es die Eckzähne. Wichtig ist deshalb: Putzen mit System! Am besten jedes Mal in dergleichen Reihenfolge. Optimal geht das so: Auf der einen Seite des Zahnbogens anfangen, konzentriert bis zur anderen Seite durchputzen und dann innen wieder zurück bis zum Ausgangspunkt. Anschließend ist der untere Zahnbogen an der Reihe.

Aber Vorsicht: Kreisbewegungen, wie sie viele als Kinder gelernt haben, sind nicht geeignet. Es gilt der Grundsatz: Mit Bewegungen wie beim Auskehren immer von Rot nach Weiß putzen – vom Zahnfleisch zu den Zähnen: Oben ansetzen, nach unten auskehren, unten absetzen, Zahnbürste nach oben bringen und wieder auskehren.

Zähneputzen: Mit Druck geht gar nichts!  

Putzen mit viel Druck: Das führt nicht zu intensiverer Reinigung, wie mancher vielleicht denken mag, sondern im Gegenteil zu Putzdefekten am Zahnfleisch und im schlimmsten Fall auch am Zahn selbst. Kaum zu glauben, aber Zähne können buchstäblich weggeschrubbt werden. Wer einmal testen will, wie stark er aufdrückt, der kann das mit einer einfachen Küchenwaage in etwa nachprüfen. Die Zahnbürste flach aufdrücken. Zeigt die Waage 150 Gramm, ist Schluss. Mehr Druck darf nicht sein!

Welche Zahnbürste hält die Zähne in Schuss?
Welche Zahnbürste hält die Zähne in Schuss? Der große Test im "Gesundheits-Check".

Wie lange sollte man putzen? 

Drei Minuten Zähneputzen, zweimal am Tag, morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen, sollten es mindestens sein! Aber die genaue Dauer, um alle Beläge gut zu entfernen, die ist bei jedem verschieden. Das hängt mit den unterschiedlichen Gegebenheiten im Mund zusammen und natürlich mit der Geschicklichkeit  beim Zähneputzen. Untersuchungen zeigen, dass eigentlich fünf Minuten notwendig sind. Was dann noch nicht weggeputzt ist, das schafft man auch in zehn Minuten nicht. Also – auf die Uhr schauen.

Das Zahnputz-Battle: Elektro- gegen Handzahnbürste

Zwei Familien treten gegen einander an. Vor acht Wochen wurden alle auf denselben Stand gebracht. Dann haben beide Familien geputzt,  wie sie es bisher nicht gewohnt waren: Die einen mit der elektrischen anstelle der Handzahnbürste, die anderen mit der Handzahnbürste anstelle der elektrischen. Damit keiner schummelt, mussten alle genau dokumentieren, wie oft sie geputzt haben. Der erste Erfolg – keine Lücken im Protokoll!  Anschließend wurden nochmal alle untersucht.

Welche Familie hat gewonnen?

Gewinner insgesamt ist die Familie mit der Elektrozahnbürste. Ein Ergebnis, das auch Studien belegen.

»Es ist schon so, dass die meisten Studien das belegen, dass die elektrischen Zahnbürsten ein besseres Putzergebnis haben. Die Handzahnbürste braucht viel Geschicklichkeit und mit der elektrischen geht es leichter.«

Dr. med. dent. Eberhard Riedel, Zahnarzt und freier Gutachter, München

Allerdings haben sich nicht alle Familienmitglieder verbessert. Auch bei der Familie mit der Elektrozahnbürste gab es einen Zahnbefund, der sich verschlechtert hatte, wenn auch nur geringfügig.

Untersuchung vor und nach dem Familienbattle
Die Untersuchung vor und nach dem Familienbattle

Einzelsiegerin: Teilnehmerin mit der Handzahnbürste

Das Ergebnis bedeutet ebenfalls nicht, dass Handzahnbürste weniger gut putzen. Voraussetzung dafür sind aber das richtige System, optimale Technik und natürlich Geschicklichkeit. Der Beweis: Die Einzelsiegerin unseres Zahnputz-Battles hat mit einer manuelle Zahnbürste geputzt und mit Abstand die saubersten Zähne. 

»Mein persönliches Fazit ist, nicht träumen, sondern, sich konzentrieren beim Zähneputzen.«

Christine H., Einzelsiegerin mit Handzahnbürste  


Also: Konzentration beim Zähneputzen!

Hart, mittel, weich: Welche Zahnbürste ist die Richtige?

Was viele nicht wissen: Die eigentliche Reinigungswirkung, also das Abtragen der Beläge, erledigt nicht in erster Linie die Zahnbürste, sondern die Zahncreme. Und das hat Folgen. Denn entscheidend ist: Wie gut bringt eine Bürste die Scheuerstoffe aus der Zahncreme in Kontakt mit dem Zahn. Eine weiche Zahnbürste legt sich, ähnlich weichem Schmirgelpapier, stärker um den Zahn, tut dies also stärker als eine harte.

Deshalb empfiehlt sich zum Beispiel bei Problemen mit den Zahnhälsen nicht eine weiche, sondern eine harte Bürste. Bei Zahnfleischproblemen dagegen ist eine weiche die geeignetere. Wer unsicher ist, vielleicht weil er beides hat, schmerzende Zahnhälse und empfindliches Zahnfleisch, der sollte beim Profi, seinen Zahnarzt, nachfragen, was der ihm empfiehlt.

Wer jung ist oder keine Defekte und Probleme hat, für den gilt: Harte Zahnbürsten entfernen die Beläge am besten.

Und noch ein Tipp: Eine Zahnbürste muss nicht teuer sein. Selbst wenn die Zahnbürste schon einige Zeit auf dem Buckel hat, einfach zwischendurch rein damit in die Spülmaschine und anschließend weiterputzen.  

Zähneputzen beim Zahnarzt
Ideal wären je fünf Minuten putzen morgens und abends.

Zahnzwischenräume: vergessene Ecken und Kanten

Zahnzwischenräume werden zu wenig gereinigt. Die häufigste Ausrede dafür ist wohl:  "Meine Zähne bluten!" Aber genau dann ist es notwendig, regelmäßig zu putzen..

»Wenn es blutet, ist das ein Beleg dafür, dass bakterielle Zahnbeläge vorhanden sind. Die verursachen eine Entzündung am Zahnfleisch und entzündetes Zahnfleisch blutet bei Berührung. Also müssen Sie gerade, wenn es blutet mit der Zahnseide ganz besonders ran. Dann hört das innerhalb von ein paar Tagen auch wieder auf.«

Prof. Dr. med. dent. Stefan Zimmer, Zahnarzt, Universität Witten/Herdecke

Egal ob Zahnseide, Zahnhölzer Softpicks oder Interdentalbürstechen – einmal am Tag sollten die Zahnzwischenräume gereinigt werden. Jeder sollte das nehmen, womit er am besten zurechtkommt. Das ist immer noch besser, als gar nichts zu tun.

Auch der Umgang mit Zahnseide lässt sich lernen und ist nur am Anfang kompliziert. Wichtigste Regel dabei: Nicht sägen sondern in etwa so putzen: Die Zahnseide in den Zahnzwischenraum bringen und knapp einen Millimeter in das Zahnfleisch einführen. Dann um den Zahn legen mit gleichmäßigen Bewegungen nach oben und unten die Zahninnenfläche reinigen bis sich das Geräusch ändert und es zu quietschen beginnt.