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Aufmachergrafik zu Ratgeber: Haus + Garten
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Tafeltrauben – die besten Sorten

Helle Tafeltraube (Bild: WDR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Helle Tafeltraube ]
Lohnt es sich eigentlich, Rebsorten, die zur Weinkelterung angebaut werden, als Obst in den Hausgarten zu pflanzen? Hubert Siegler ist Fachberater für Obst im fränkischen Veitshöchheim und kann das nicht empfehlen. Er ist überzeugt, dass spezielle Tafeltrauben viel besser geeignet sind. Ihre Beeren sind größer und besitzen mehr Fruchtfleisch, sodass die Kerne nicht so störend wirken.

Pilzresistenz bei Tafeltrauben

Blaue Weinbeeren (Bild: WDR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Tafeltraube `Muscat Bleu´ ]
Die beste aller Tafeltrauben für unsere Breiten hat sich Hubert Siegler vor sieben Jahren in seinen eigenen Hausgarten geholt: `Muscat Bleu´, eine leckere, äußerst aromatische Sorte mit einer angenehmen Muskatnote. Seine Pflanze hat er noch nie gespritzt und dennoch trägt sie Jahr für Jahr tolle Trauben. Auch die nötige Frosthärte sei gegeben, meint der Fachberater. Außerdem habe `Muscat Bleu´ ein langes Erntefenster. Im letzten Jahr habe er die Trauben bis November hängen lassen können.

Gesunde Rebstöcke völlig ohne chemische Spritzmittel sind dagegen eher die Ausnahme. Damit sie nicht völlig krank werden und verpilzte Blätter und Früchte tragen - in feuchten Jahren kann man oft keine einzige Beere ernten - müssen die Winzer sie bis zu einem Dutzend Mal spritzen. Vor allem sind es Echter Mehltau (Oidium) und Falscher Mehltau (Peronospora), die die größten Probleme machen. Welch ein Segen für Hobbygärtner, dass es gerade bei den Tafeltrauben unempfindliche Sorten gibt.

Helle Sorten

Weinrebe mit grünen Trauben (Bild: WDR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Die gelbgrüne Tafeltraube `Birstaler Muskat´ ]
Die gelbgrüne Tafeltraube `Birstaler Muskat´ gilt als Schwester von `Muscat Bleu´ und ist genauso unempfindlich gegenüber Pilzkrankheiten. Allerdings sind die Beeren kleiner, sodass die Kerne den Genuss etwas stören können. Wesentlich größere Früchte hat die Neuzüchtung `Frumoasa Alba´, gilt jedoch als etwas empfindlicher gegenüber Pilzbefall. Manche Tafeltrauben, die bisher als „pilztolerant“ galten, haben in feuchten Sommern wie dem letzten dann doch große Probleme, zum Beispiel die vielfach gelobte `Palatina´. Bei den Sortenbeschreibungen also darauf achten, dass die „Pilzwiderstandsfähigkeit“ als sehr gut bezeichnet wird. Das wird zum Beispiel auch der blaufrüchtigen Neuheit `Venus´ bescheinigt, deren Beeren sogar kernlos sind.

Richtig pflanzen

Veredelungsstelle an einem Rebstock (Bild: WDR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Die Veredelungsstelle muss knapp über dem Boden stehen ]
Wer einen Rebstock pflanzen möchte, muss zunächst ein tiefes, geräumiges Pflanzloch ausheben; der Wurzelballen wird deutlich tiefer gepflanzt, als er im Topf stand. Dabei sollte die knotenartige Verdickung unten am Stamm - die Veredlungsstelle - drei Finger breit über dem Boden stehen. Reben werden üblicherweise auf Reblaus resistente Unterlagen gepfropft. Einen Teil des Aushubs vermischt Hubert Siegler mit torfhaltiger Pflanzerde. Lockere, humose Böden erleichtern das Anwachsen. Zum Schluss wird die Erde ein wenig angetreten, nicht zu fest, und mit ein paar Litern Wasser angegossen. Nicht völlig einschlämmen, um den Boden nicht zu verdichten. Wer im Winter auf Nummer sicher gehen will, häufelt die Erde an, sodass die Veredelungsstelle bedeckt ist. Im Frühjahr muss das aber wieder eingeebnet werden.

Schattenspender

Nach der Pflanzung können Stützstäbe bis auf den mittleren entfernt werden, anschließend werden alle Seitenzweige abgeschnitten. Stehen bleiben muss der Mitteltrieb, denn der soll sich ja im nächsten Jahr verlängern. Hubert Siegler wird eine Pergola-Erziehung durchführen, d.h. in einer Höhe von gut zwei Metern werden die Ranken waagerecht als Fächer über einem aufgespannten Drahtgitter geleitet. So hat man im Sommer Schatten und die süßen Trauben hängen in Griffweite. Die langen Ranken lassen aber viele Möglichkeiten offen. Und weil Rebstöcke am liebsten nach oben wachsen, passen sie in wirklich jeden Hausgarten.

 Schnittanleitungen gibt es viele, aber das Wichtigste, was Hobbygärtner wissen müssen, ist schnell erklärt: Ist der gewünschte Aufbau durch die Leitäste erfolgt, müssen Ende Februar, wenn die stärksten Fröste vorüber sind, alle vorjährigen Triebe bis auf zwei Augen abgeschnitten werden. Aus diesen Augen entwickeln sich dann die Ranken mit den Rebenblüten und den süßen Tafeltrauben.

Weitere Informationen

Bezugsquellen für die Sorten `Muscat Bleu´, Birstaler Muskat´, `Frumoasa Alba´ und `Venus´ erfahren Sie bei der Hotline WDR Fernsehen 0221-56789999.

Autor: Friedemann Borchert

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 23.09.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
So, 23.09.12 | 16:30 Uhr