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Tulpenblüte im Garten Lucenz-Bender
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Jahr für Jahr im Herbst pflanzen zwei passionierte Gärtner aus Bedburg-Hau am Niederrhein Tausende von Blumenzwiebeln in ihren Garten. Vor allem sind es frische Tulpenknollen, die Manfred Lucenz und Klaus Bender jedes Jahr in Plastiktöpfe setzen, um sie dann im Boden zu versenken. Ein wesentlicher Grund dafür sind die vielen Wühlmäuse, die den Garten bevölkern. Weil die in aller Regel im Boden nur von der Seite kommen, werden Tulpen, die in Töpfe gepflanzt wurden, nicht behelligt. Diese Töpfe haben einen Durchmesser von gut zwanzig Zentimetern.
Außerdem vermehren sich die Tulpenknollen fleißig. Aber bis die Brutknollen wieder blühen, vergehen selbst bei guter Pflege mehrere Jahre. Und so lange wollen Manfred Lucenz und Klaus Bender nicht warten. Das Praktische an den Töpfen ist, dass man die Knollen auch gleich dort hinein pflanzen kann, wenn sie angeliefert werden. Von Erde umgeben sind Knollen am besten vor Fäulnis und Schimmel geschützt. Und wenn später mehr Zeit ist und in den Beeten mehr Platz ist, kann man die Töpfe in den Boden einsetzen.
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Klaus Bender und Manfred Lucenz pflanzen Tulpenknollen
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Lucenz und Bender nehmen immer frische Erde, denn Böden werden tulpenmüde. Das äußert sich in geringerem Wachstum und Ausfällen bei der Blüte. Ideal für Tulpen ist ungedüngter, sandiger Lehm. Von Komposterde wird dringend abgeraten.
Gewöhnlich heißt es, Blumenzwiebeln sollten zweimal so tief gepflanzt werden, wie sie dick sind. Allerdings haben Lucenz und Bender die Erfahrung gemacht, dass es dabei auf die Zentimeter nicht ankommt. In ihren vielen Kübeln setzen sie die Tulpen sogar zweilagig. Auf eine Schicht frische Erde kommt dicht an dicht eine Lage Tulpenknollen, dann etwa sechs Zentimeter Erde, dann wieder eine Lage Knollen. Es spielt dabei keine Rolle, ob man die Lücken in der Schicht darunter trifft. Auch Tulpen, die direkt übereinander sitzen, finden ihren Weg nach oben. Als Abschluss werden hübsche Hornveilchen in die Kübel gepflanzt.
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Hornveilchen vervollständigen die Kübel
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Bei den Kübeln handelt es sich um sogenannte Impruneta-Tontöpfe. Sie bestehen aus einem speziellen Ton, der beim toskanischen Ort Impruneta gewonnen wird, und folglich haben sie dessen Namen bekommen. Das Besondere sind die ungewöhnlich hohen Temperaturen, bei denen die Töpfe gebrannt werden. Die Tonteilchen werden dabei gesintert und widerstehen dadurch starken Frösten. Die ältesten Töpfe stehen seit über zwanzig Jahren im Garten von Manfred Lucenz und Klaus Bender. Leider sind Impruneta-Töpfe in der Regel sündhaft teuer.
Sämtliche Kübel und Töpfe mit Tulpenknollen bleiben draußen an einer geschützten Stelle stehen. Wenn stärkerer Frost angekündigt ist, wird eine Folie als Schutz darüber ausgebreitet. Nur in diesem Jahr ist das zum ersten Mal nicht gut gegangen. Etwa eintausend Tulpen sind während der extremen Kälte im Februar erfroren. Dabei war es nicht die Kälte an sich, sondern die vorausgegangene Wärme im Januar. Die Tulpen waren schon aus der Erde gekommen und hatten dabei ihre Widerstandskraft gegenüber starken Frösten verloren. Als Lückenfüller dienten Hyazinthen und Stiefmütterchen. Nur die Terrakottakübel haben die Kälte unbeschadet überstanden.
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Bei der Zusammenstellung experimentieren die beiden Gärtner gern
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Die Tulpen in den Beeten allerdings haben die Februarkälte gut überstanden. Über 3.000 frische Tulpen blühten im Frühjahr 2012 um die Wette. Jede einzelne von ihnen wurde im Herbst in Plastiktöpfe gepflanzt! Bei der Zusammenstellung der Tulpenfarben experimentieren die beiden Gärtner gern. Am Rande des Gemüsebeetes haben sie eine Reihe mit der dunklen `Purple Prince´, der hellen `Candy Prince´ und ein paar Exemplaren der orangefarbenen `Apricot Beauty´ gemischt. Eine Anregung, die auf die Niederländerin Jacqueline van der Kluet zurückgeht, die als Gartenarchitektin international einen Ruf hat.
Vor den Tulpen waren schon Tausende Narzissen an der Reihe. Weil die von Wühlmäusen nicht behelligt werden, können sie im Garten in vielen Bereichen frei wachsen. Damit die ganze Kraft in die Zwiebeln geht, werden nach und nach die Samenstände abgeschnitten. Außerdem bekommen die Narzissen im Frühjahr immer Nährstoffe in Form eines mineralischen Volldüngers. So werden die Narzissen von Jahr zu Jahr immer üppiger. Ein Garten ohne Zwiebelblumen - für Klaus Bender und Manfred Lucenz einfach undenkbar. Dieser Garten kann auch besichtigt werden. Termine finden sich auf ihrer Homepage.
Eine Bezugsquelle für die genannten Tulpensorten erfahren Sie bei der Hotline WDR Fernsehen 0221-56789 999
Autor: Friedemann Borchert
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 21.10.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.