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Piet Hein Eek, Möbeldesigner
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Nur knapp zehn Prozent der sieben Millionen Tonnen Altmöbel und gebrauchter Einrichtungsgegenstände werden jährlich in Deutschland recycelt. Eine Verschwendung, finden auch immer mehr Designer. Eine Herausforderung für kreative Wohnideen.
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Ein Sessel aus Holzbrettern
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Vor mehr als 20 Jahren hat Piet Hein Eek damit begonnen, aus altem Holz erste Möbelstücke zu entwerfen und zu bauen. Wiederverwertung statt Wegwerfen lautet seitdem sein Motto. "Damals fand das niemand besonders spannend, heute reden alle von Recycling", erzählt der Niederländer, heute ein international erfolgreicher Designer. Dabei sollte es seiner Ansicht nach selbstverständlich sein, mit alten Holzplanken oder gebrauchtem Metall zu arbeiten. Für seine bunten 'Scrap-Stühle', aus Holzplatten geschichteten Tische oder zusammengeleimten Schränke bezieht er sein Material aus Altholzkontoren, die in den Niederlanden beispielsweise Abrissreste der Bauindustrie sammeln. Ressourcenschutz als Grundprinzip sozusagen. Ein pragmatischer Ansatz für einen Design-Unternehmer, der mittlerweile 90 Mitarbeiter beschäftigt.
Macken, Schrammen, Kratzer, abblätternde Farbe und sichtbare Schrauben sind Markenzeichen von Eeks Produkten. Gebrauchsspuren sind aus seiner Sicht schön, jedes Möbelstück erzählt so auch seine eigene Geschichte. Jeder Stuhl, jeder Hocker ist ein Unikat und ein Gegensatz zu der industriell neuangefertigten Massenware. Höchstens als Auftragsproduktion stellt Eek kleine Serien her, aber auch hier gibt es immer leichte Unterschiede. Die besondere Patina beispielsweise von Holzoberflächen ist außerdem unverwechselbar. Der Designer ist ein 'Möglichmacher', der darauf verzichtet, die Dinge wieder komplett neu zu veredeln. Für ihn ist das nicht nur ein ästhetischer Grundsatz seiner Arbeit: Es ist einfach auch kostengünstiger.
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Kronleuchter
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Effizient gebrauchte Materialien wiederzuverwerten ist Ziel des Niederländers. Dennoch beklagt er, dass gerade das Recycling, das Nicht-Wegwerfen nach wie vor teurer ist, als Neuware in großen Stückzahlen herzustellen. 'Ressourcenschutz ist heute Luxus', ärgert sich der 45-Jährige. Dabei sei es in Wirklichkeit purer Luxus, wie verschwenderisch wir mit unserer Umwelt umgingen. Als Handwerker achtet Eek zwar auf Traditionen, will sich aber neuen Entwicklungen nicht verschließen. Auf moderne Maschinen verzichten die Niederländer in Südholland nicht. Der kommerzielle Erfolg der 'Aus-Alt-Mach-Neu-Kreationen' weltweit hat nichts mehr mit dem einst etwas muffigen Öko-Image zu tun. Modern, zeitgemäß und hochwertig sind die Einrichtungsgegenstände, die im Laden gleich neben den Büros zum Verkauf stehen. Und von hier aus können die Besucher direkt in die Werkstätten schauen, wo gesägt, geleimt und gebohrt wird. Alles ist unter einem Dach inklusive eines Restaurants: Piet Hein Eeks Kreativschmiede befindet sich in einer ehemaligen Keramikfabrik eines Elektronikunternehmens mitten in Eindhoven. Nachhaltigkeit als konsequentes Konzept eben!
Autor: Klaus Kuderer
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 22.07.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.