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Häuser Award 2012 - Auszeichnung für preiswertes Bauen

Häuser Award 2012
Häuser Award 2012 - Auszeichnung für preiswertes Bauen

Preiswert und trotzdem richtig klasse bauen? Geht das? Der Herausgeber einer der wichtigsten deutschen Baupreise für Einfamilienhäuser wollte das in diesem Jahr genauer wissen. Die Bewerber um den „Häuser Award 2012“ mussten ihr Haus für einen Quadratmeterpreis unter 1.500 Euro errichtet haben. Ausgezeichnet wurde u.a. die Architektenfamilie Geitner mit ihrem Haus in Düsseldorf. Das vorgegebene Ziel wurde erreicht, ohne auf Komfort und Großzügigkeit verzichten zu müssen. Die Preisgrenze wurde sogar noch deutlich unterboten, sie gaben gerade mal 1.170 Euro pro Quadratmeter für ihr Haus aus.

Nur eine Wand im Erdgeschoss

Das offene Erdgeschoss wird nur von einer Wand in einen Wohn-Essbereich und die Küche unterteilt. In den Schrankeinbauten verbergen sich auch technische Leitungen, die den Keller und die Obergeschosse verbinden, sowie ein Abwurf für Wäsche. Der Raumteiler nimmt gleichzeitig die Treppe des Hauses auf.

Das Haus ersetzt einen Altbau in etwa gleichen Dimensionen. Nur so war überhaupt eine Baugenehmigung in dem gewachsenen Düsseldorfer Vorort zu bekommen. Errichtet wurde das Haus in preisgünstiger Holzrahmenbauweise. Die einzelnen Elemente wurden vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch montiert. Dadurch wurde auch die Bauzeit mit acht Monaten sehr kurz. Zur Dämmung wurde Zellulose verwendet, letztlich nichts anderes als zerknülltes Zeitungspapier. Die preiswerte, schwarz lasierte Fichtenholzverkleidung lässt bewusst die Struktur der einfachen Bretter durchscheinen.

Außenfassade mit nach außen geöffneten Fenstern
Die Holz-Aluminium-Fenster aus Dänemark unterstützen den monolithischen Charakter des Baus.

Auffällig sind auch die Holz-Aluminium-Fenster aus Dänemark, deren Rahmen sich bündig in die Fassade legen und so den monolithischen Charakter des Baus unterstützen. Gleichzeitig sind sie praktisch durchdacht und sehr alltagstauglich. Die Fensterrahmen sind von innen unsichtbar, was noch einmal den gewünschten minimalistischen Stil des Hauses betont. Die Suche der Fenster bei den Dänen hat sich nicht nur wegen ihrer Funktionalität, sondern auch finanziell rentiert.

Arbeitszimmer im  Dachgeschoss
Unter dem Dach befinden sich Bibliothek und Arbeitszimmer.

Unter dem Dach, im zweiten Obergeschoss befinden sich Bibliothek und Arbeitszimmer, sowie eine kleines Gästezimmer mit Bad, das sehr schön die Neigung der Decken nutzt und in ihrem reinen Weiß fast schon eine richtige Raumskulptur bildet. Die Schlafzimmer der Familie befinden sich im ersten Obergeschoss. Hier gibt es für jedes der beiden Kinder ein eigenes Zimmer mit großen Fenstern zum ruhigen Garten. Das Schlafzimmer der Eltern verfügt über einen begehbaren Kleiderschrank, der eine Wandseite vollständig einnimmt. Diese Lösung ist nicht nur praktisch, sondern baulich auch sehr einfach umzusetzen. Ein echter Einbauschrank kostet meistens mehr als dieses Konzept. Richtig luxuriös wirkt das großzügige Badezimmer, das sich alle Mitglieder der Familie teilen. Neben der Badewanne gibt es auch eine geräumige Duschkabine, sodass es selbst in den Hauptnutzzeiten am Morgen nicht zu Streitereien kommen muss. Die Toilette befindet sich in einem separaten, abschließbaren Seitenraum des Badezimmers.

Beheizt wird das Haus durch eine Wärmepumpe und eine Fußbodenheizung und erfüllt so sogar die Anforderungen des Niedrigenergiehausstandards.

Das Haus der Familie Geitner zeigt, dass auch bei begrenztem Budget großzügige und individuelle Eigenheime möglich sind, wenn man nur sorgfältig plant und in den Details sparsam bleibt.

Heizwärmebedarf (Qh): 20,6 kWh/m²a
Primärenergiebedarf (Qp): 55,5 kWh/m²a

Kontaktadresse und die Bezugsquelle für dänische Fenster erfahren Sie bei der Hotline WDR Fernsehen 0221-56789999.

Autor: Ralf Raimo Jung

Stand: 21.08.2013 10:17 Uhr

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So, 19.08.12 | 16:30 Uhr