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Kaffeemaschinen & Co. – Wie mache ich den besten Kaffee?

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks (1)

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Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks (1): Kaffeemaschinen & Co. | Video verfügbar bis 01.03.2017

Für die meisten von uns ist er unser täglicher Begleiter. Sei es am Morgen zum Wachwerden, auf dem Weg zur Arbeit als Einstimmung in den Tag oder als Genussmittel zu einem Stück Kuchen am Nachmittag. Fest steht: Kaffee ist des Deutschen liebstes Getränk. Der Pro-Kopf-Konsum lag 2014 bei 162 Litern. Doch wie mögen es die Deutschen am liebsten? Und wie wichtig ist ein genauer Blick auf die Fair-Trade-Siegel?

Yvonne Willicks geht dieser Frage auf den Grund und klärt außerdem, was der immense Konsum von Coffee-to-go-Bechern und Kapseln für unsere Umwelt bedeutet. Doch nicht nur die Frage nach der Nachhaltigkeit ist hinsichtlich der Benutzung von Kaffeekapseln relevant – auch der Kapselinhalt lässt oftmals zu wünschen übrig.

Filterkaffee liegt wieder voll im Trend – doch welche Zubereitungsmethode ist die beste?

Zusammen mit Deutschlands erstem Kaffee-Sommelier Michael Gliss, Rösterei-Besitzerin Maren Ernst und fünf freiwilligen Kaffeeliebhabern testet Yvonne Willicks fünf unterschiedliche Zubereitungsmethoden: Aeropress, Handfilter, Syphon, Filtermaschine und French Press.

Die fünf unterschiedliche Zubereitungsmethoden: Aeropress, Handfilter, Syphon, Filtermaschine und French Press.
Die getesteten Filtermethoden und ihre Platzierungen

Das Geschmacksergebnis: Den ersten Platz belegen die Aeropress und der Handfilter. Am zweitbesten hat die Syphonmethode abgeschnitten. Die Filtermaschine belegt Platz 3 und die schnelle und einfache French-Press-Methode bildet im Test – jedenfalls geschmacklich – das Schlusslicht.

Fazit: Ob  French Press, Syphon oder Aero Press: beim Geschmack von Filterkaffee gibt es große Unterschiede.

Tipp! Für alle Methoden gilt: 

  • Damit der Filterkaffee auch richtig würzig schmeckt, sollte man das Filterpapier vor der Benutzung einmal unter fließendes Wasser halten und auswaschen. Denn Papier staubt und sorgt für einen ungewollten Beigeschmack.
  • Für einen optimalen Kaffeegenuss, sollte man außerdem das Wasser filtern wenn es über 6 Grad Härte hat. Den Härtegrad seiner Stadt oder Region kann man auf der Homepage des Wasserversorgers herausfinden.

Vorsicht bei verbrannten Bohnen

Beim selbstgemahlenen Kaffee ist die Qualität der Bohnen sehr entscheidend. Teure Markenprodukte machen sich hier bezahlt. Helle Bohnen sind unterentwickelt, beeinträchtigen den Geschmack jedoch nicht so stark wie dunkle, demnach verbrannte Bohnen. Eine verbrannte Bohne reicht aus, um ein Kilogramm Kaffee geschmacklich zu verderben. Der Mahlgrad der Bohnen ist ein entscheidender Faktor. Jede Zubereitungsart, erfordert einen anderen Mahlgrad.

Kaffeekapseln – eine große Mogelpackung?

Armin Valet und Yvonne Willicks überprüfen das Gewicht der Kaffee-Kapseln.
Armin Valet und Yvonne Willicks überprüfen das Gewicht der Kaffee-Kapseln.

Kapselmaschinen sind ein stetiger Verkaufsschlager, gerade in Singlehaushalten. In den letzten zehn Jahren stieg der Absatz auf über 1500 Prozent. Zusammen mit Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg hat Yvonne Willicks den Inhalt verschiedener Kapseln unter die Lupe genommen und dabei Erschreckendes festgestellt: Nicht nur beim Gewicht wird gemogelt, auch der Inhalt lässt zu wünschen übrig. Anstelle von Milchpulver befindet sich in den Latte-Macchiato-Kapseln Sahneerzeugnis, Milchprotein und Milchmineralien sowie Verdickungsmittel.

Auch beim Gewicht wird oftmals gemogelt. Bei einer Packung mit Kapseln sollte normalerweise mit Mittelwertgewichten gearbeitet werden. Steht auf der Verpackung also beispielsweise, dass 8 x 26 Gramm enthalten sind, so dürfen zwar einige Kapseln weniger und andere mehr aufweisen – der gemittelte Wert sollte allerdings trotzdem bei der angegebenen Gramm- Anzahl liegen. Dies ist jedoch oftmals nicht der Fall.

Fazit: Mogel-Milch und weniger Kaffee. Der Verbraucher zahlt den normalen Preis, der Hersteller spart an Rohstoffkosten!

Tipp: Achtung beim Kauf einer Kapselmaschine:  Bei der Anschaffung einer Kapselmaschine sollte immer der Preis der Kapseln mitbedacht werden, denn das Gerät an sich ist oft günstig, teuer wird es erst durch die nötigen Kapseln.

Nachhaltigkeit bei Kaffeekapseln: Alles Augenwischerei?

Wer gerne Kapselkaffee trinkt und auf die Verwendung von Kapseln daher nicht verzichten möchte, sollte folgendes im Hinterkopf haben:  

  • Die Kapseln sind hinsichtlich ihrer Herstellung und Entsorgung sehr unökologisch. Jährlich entstehen 40.000 Tonnen Verpackungsabfall nur aufgrund von Kaffeekapseln.
  • Auch solche, die als kompostierbar ausgeschrieben sind, sind in ihrer Herstellung nach wie vor sehr ressourcenintensiv. Die biologisch abbaubaren Kapseln sind daher nicht unbedingt ökologischer als solche aus Plastik.

Auf einer Kompostieranlage will Yvonne Willicks herausfinden: Halten kompostierbare Kapseln das, was sie versprechen? Zusammen mit Thomas Fischer von der deutschen Umwelthilfe wagt Yvonne Willicks den Versuch. Kapseln der Firmen Beanarella und Velibre, die damit werben, dass ihre Kapseln zu 100 Prozent kompostierbar und somit ökologisch abbaubar sind, werden nach Normvorschrift einer industriellen Kompostierung zugeführt.

Kaffee
Yvonne Willicks und Thomas Fischer überprüfen auf der Kompostieranlage die Werbeversprechen der Kapselhersteller.

Fair Trade beim Kaffee – Was verbirgt sich hinter den einzelnen Siegeln?

Yvonne Willicks lässt sich von Armin Valet die verschiedene Fair-Trade-Siegel erklären.
Yvonne Willicks lässt sich von Armin Valet die verschiedene Fair-Trade-Siegel erklären.

Auf Kaffee- Verpackungen finden sich unterschiedliche Siegel, die den Verbraucher glauben lassen, der Kaffee sei fair gehandelt. Doch was verbirgt sich hinter den einzelnen Siegeln und Abkürzungen? Welche Siegel verweisen tatsächlich auf "Fair Trade" und welche haben ganz andere Bedeutungen? Zusammen mit Armin Valet von der Verbraucherzentrale hat sich Yvonne mit dem Fair-Trade ABC auseinandergesetzt und aufgeklärt, was sich hinter den bekanntesten Siegeln verbirgt.

Tipp: Um sicher zu sein, dass es sich um fair-gehandelten und qualitativ hochwertigen Kaffee handelt, empfiehlt es sich, den Kaffee direkt in einer Kaffeerösterei zu kaufen. Neben fachkundiger Beratung hat man hier auch meistens die Möglichkeit, die verschiedenen Kaffeesorten vorab zu probieren.

Coffee to go: Fluch oder Segen?

Schaut man sich auf den Straßen um, so sind Menschen mit einem Coffee-to-go Becher in der Hand ein stets präsentes Bild. Sei es in der Mittagspause, auf dem Weg zur Arbeit oder als Shopping Begleiter – so ein Kaffee zum Mitnehmen erscheint als etwas sehr praktisches, wenn man keine Zeit oder keine Lust hat, sich in ein Café zu setzen.

 Yvonne Willicks und Thomas Fischer sprechen über die Auswirkungen des Coffee-to-go-Konsums.
Ergebnis des wachsenden Coffee-to-go-Konsums

Was jedoch kaum einer bedenkt ist, dass durch den Verbrauch von Coffee-to-go-Bechern eine unglaubliche Dimension an Müll entsteht. Thomas Fischer von der deutschen Umwelthilfe erklärt Yvonne Willicks: 7,6 Millionen Becher landen pro Tag alleine in Deutschland im Müll, das entspricht 86 Mal der Höhe des Mount Everest. Hinzu kommt, dass die Becher auf Grund ihrer Innenbeschichtung schlecht recycelbar sind und deswegen verbrannt werden.

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