SENDETERMIN Mo, 09.11.15 | 20:25 Uhr | Das Erste

Vorsicht Verpackung – überflüssig, teuer und giftig?

Der Haushalts-Check mit Yvonne Willicks (3)

DER HAUSHALTS-CHECK: Yvonne Willicks mit Dr. Rolf Abelmann
Yvonne Willicks spricht mit Dr. Rolf Abelmann über große Gefahren verschiedener Verpackungen.

Europaweit weist die Statistik für Deutschland laut Bundesregierung das höchste Aufkommen von Verpackungsabfällen auf. Von 2003 bis 2013 ist es um über 1600 Kilotonnen gestiegen. Die Konsequenz: Als Verbraucher müssen wir uns im Alltag ständig mit nervigen Verpackungen herumschlagen. Sie gehen einfach nicht auf, sind viel zu groß oder der Inhalt ist doppelt und dreifach verschweißt! Welche Verpackung ist nutzlos, welche sogar giftig? Und wie können wir den wöchentlichen Verpackungsberg in der Mülltonne vermeiden?

Welche Marketingtricks verführen uns?

Einige Verpackungen tragen ein spezielles Siegel, andere nennen sich "ökologisch vorteilhaft" – was ist da dran? Wer steckt hinter den neuesten Mogelpackungen, auf die wir alle hereinfallen? Mit welchen Marketing-Tricks werden wir verführt – ohne es zu merken? Was müsste die Politik tun? Yvonne Willicks hakt bei der Bundesumweltministerin nach.    

 Yvonne Willicks kämpft sich für Sie durch den Verpackungs-Dschungel. Und sie findet heraus, dass manche Lebensmittel durch Verpackungen sogar mit Schadstoffen belastet sind.

Welche Verpackungen stören die Verbraucher besonders?

Verpackungs-Müll

Yvonne Willicks wirft einen Blick in Abstellräume, Kühl- und Vorratsschränke: Über welche Verpackungen regen sich die Leute jeden Tag aufs Neue auf? Außerdem ruft sie zu einer großen Aktion auf: "Schicken Sie mir Ihre ärgerlichste Verpackung." Darauf gibt es jede Menge Resonanz: Fotos, Videos und Facebook-Kommentare.

Auf Platz 1 landeten die sogenannten Blisterverpackungen – Sichtverpackungen aus Plastik. Der Grund: Sie sind schwer zu öffnen, zum Teil unter Verletzungsgefahr und sie hinterlassen viel Müll. Auf Platz 2 der größten Ärgernisse: Produktreste in Verpackungen – wie die Creme, die sich nicht ganz ausdrücken lässt. Auf Platz 3: Eingepacktes Obst und Gemüse. Außerdem weist ein Experte auf ein weiteres Problem hin: ungenügende Kindersicherungen bei chemischen Reinigungsmitteln!

Yvonne Willicks mit Markenexperte Jon Christoph Berndt
Yvonne Willicks mit Markenexperte Jon Christoph Berndt

Warum überhaupt verpacken?

Rund 100 Jahre gibt es Verkaufsverpackungen nun schon. Sie haben laut Markenexperte Jon Christoph Berndt folgende Funktionen:

  • Sie schützen das Produkt beim Transport ins Geschäft und auch zu uns nach Hause.
  • Sie dienen der Sicherheit. Beispiel Rasierer: hier verhindert die Verpackung, dass wir uns beim Kauf verletzen.
  • Sie übermitteln Informationen. Bei Lebensmitteln finden wir auf der Verpackung wichtige Zutatenlisten, Nährstoffhinweise und Zubereitungsempfehlungen.
  • Sie schützen den Handel vor Diebstahl des Produkts. Gerade kleine Produkte, wie Speichermedien, ließen sich ohne eine Verpackung, die das Produkt „vergrößert“ leichter klauen.

Neben diesen Funktionen ist ein wichtiger Faktor natürlich das Marketing. Aufwändige Verpackungen suggerieren laut Berndt einen hohen Produktwert und erzeugen Begehrlichkeit beim Kunden. Was besonders schön verpackt ist, gebe uns das Gefühl "mit Liebe" gefertigt worden zu sein und vermittele hohe Qualität. Außerdem bieten Verpackungen natürlich jede Menge Platz für Werbefläche. Marken lassen sich so ideal platzieren.

Können Verbraucher ein Umdenken bei Handel und Industrie erreichen?

Zusammen mit einem Supermarkt startet Yvonne Willicks ein Experiment: Alle Kunden sollen eine Woche lang "rebellisch sein" und bei ihrem Einkauf die sinnlosen Verpackungen im Laden lassen. Was empfinden Kunden als überflüssige Verpackung? Und was gilt tatsächlich rechtlich als sogenannte Umverpackung? Das Plastik um die drei Paprika? Der Pizzakarton? Die Zahnpasta-Tuben-Schachtel? Wie viel sammelt sich da tatsächlich jeden Tag an?

Yvonne Willicks mit einem Supermarkt-Kunden

Yvonne Willicks möchte vom Supermarktchef wissen: Was würde er tun, wenn diese Verpackungsmengen jede Woche bei ihm auflaufen würden? Den gesammelten Müll nimmt sie mit zu Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und fragt: Was muss die Politik tun, damit sich etwas ändert?

Wie kommen gesundheitsgefährdende Mineralöle in Recyclingkartons?

Yvonne Willicks lässt Lebensmittel in Recyclingkartons aus Discounter, Supermarkt und Bioladen im Labor untersuchen. Und tatsächlich: Die Experten finden Spuren von Mineralöl in Recyclingkartons – in zum Teil bedenklich erhöhten Konzentrationen! Wie können Verbraucher sich gegen dieses Gift schützen? Und was müssen Hersteller tun, damit Lebensmittel wieder frei von Schadstoffen und Mineralölen werden? Yvonne Willicks rückt der Industrie auf die Pelle.

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