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Heizungskontrolle

Thermostat in der Tasche

Das Fernsteuern der Heizung per Smartphone ist eine bequeme Sache. Aber wie funktionieren die Systeme, was kosten sie und spart man dabei auch Heizkosten?

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In vielen Deutschen Haushalten läuft die Heizung den ganzen Tag, unabhängig davon, ob die Bewohner zu Hause sind oder nicht. So verpufft ungenutzte Heizenergie. Apps zur Heizungssteuerung wollen das jetzt ändern. So lässt sich die Heizung bequem den persönlichen Bedürfnissen anpassen und spontan von unterwegs umprogrammieren. Experten schätzen, dass sich so der Heizenergieverbrauch im Schnitt um 20 Prozent reduzieren lässt.

Apps zur Steuerung der Heizkessel

Junger Mann mit Handy auf einem Berggipfel (Bild: Mauritius) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Wer die Heizung per App steuern kann, kommt in eine warme Wohnung zurück. ]
Die Heizung wird über ein Gerät mit dem Internet verbunden und lässt sich so über Smartphone oder Tablet von überall steuern. Installation und Montage kosten circa 300 Euro. Anbieter sind Heizungshersteller. Bei den Apps der Heizungshersteller lässt sich nur die gesamte Heizungsanlage steuern. Das System ist also nicht geeignet für Mieter, die keinen Zugriff auf die Heizanlage haben. Außerdem lassen sich damit keine unterschiedlichen Temperaturprofile für unterschiedliche Räume einstellen. Wenn man sein Wohnzimmer zum Beispiel nur abends heizen möchte, ist das mit diesem System nicht umzusetzen.

Grafik: Heizungskontrolle per Smartphone (Bild: WDR) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Für die Heizungskontrolle per Smartphone gibt es verschiedene Systeme. ]
Ganz neu auf dem Markt der Heizkessel-Apps ist das System Tado. Diese App steuert die Heizung fast selbstständig. Sie berücksichtigt den Wetterbericht und plant davon ausgehend die nötige Heizleistung für den Tag. Und sie arbeitet mit Ortungsdiensten. Entfernt sich das Smartphone um mehr als 200 Meter vom Haus, wird die Heizung heruntergefahren. Dieses System kostet 99 Euro im Jahr.

Als komplexere Steuerung aller Heizungen

Hier werden die Heizkörper mit funkgesteuerten Thermostatventilen versehen. So kann jeder Raum individuell per App angesteuert werden. Zusätzlich gibt es oft noch Fenstersensoren, die die Heizung herunterfahren, wenn die Fenster geöffnet sind, und eine zentrale Haussteuerung, die alle Heizkörper im Haus zentral und gleich steuert. Anbieter sind Stadtwerke wie EWE (Preis mit fünf Thermostaten rund 290 Euro, einmalige Investition) und Mobilcom (Vertrag mit Laufzeit von 24 Monaten, für das Paket mit fünf Thermostaten kommt man auf rund 320 Euro, monatliche Grundgebühr).

Die Systeme von EWE und Mobilcom arbeiten mit Geräten von EQ-3. Die gibt es auch direkt beim Hersteller zu kaufen. Eine Ausstattung für fünf Heizkörper und drei Fensterkontakte kostet circa 280 Euro.

Haussteuerung

Hier können über die App neben der Heizung auch Licht und elektronische Geräte gesteuert werden. Auch wenn man sich für die Variante entscheidet, die nur die Heizungssteuerung beinhaltet, ist das die teuerste Variante. Bei ebenfalls fünf Thermostaten kostet die Anlage „RWE SmartHome“ rund 480 Euro. Nicht enthalten sind in diesem Preis Fensterkontakte, die die Heizleistung bei Öffnung herunterfahren. Nach zwei Jahren kostet die Nutzung der App zusätzlich 14,95 im Jahr.

Alternativen

Moderne Heizungen sind bereits heute auf einen bestimmten Wochenrhythmus programmierbar. Wer also einen geregelten Tagesablauf hat und seine Heizung selbst betreibt, kann auch ohne App seine Heizung so programmieren, dass sie in der Regel nur dann heizt, wenn man zu Hause ist. Diese Heizungssteuerung ist kostenlos, ist aber nur für Hausbesitzer relevant, die ihren Heizkessel selbst programmieren können. Sie erlaubt allerdings keine spontanen Abweichungen vom programmierten Tagesablauf.

Auch progammierbare Thermostate lassen die Heizkörper auf einen bestimmten Wochenrhythmus einstellen. Hier kann jeder Raum unterschiedlich programmiert werden. Diese Heizungssteuerung ist für alle geeignet, die die Wohnräume zu unterschiedlichen Zeitpunkten heizen wollen, besonders aber für Mieter, die so auch ohne Zugriff auf den Heizkessel ihre Heizung programmieren können.

Autorin: Verena von Ondarza (NDR)

Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 10.11.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.

Sendetermin
Sa, 10.11.12 | 17:03 Uhr