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Spam nervt viele Internetnutzer! Aber warum bekommt man eigentlich so viele lästige Mails? Der Internetreporter probiert es aus: Welches Verhalten provoziert die Spamflut?
Schätzungen zufolge sind von den rund 200 Milliarden E-Mails, die weltweit Tag für Tag verschickt werden, etwa 70 bis 80 Prozent Spam. Um herauszufinden, woher die ganzen Nachrichten kommen, versuche ich, eine Woche lang so viel Spam wie möglich zu sammeln. Dazu richte ich mir unter einem Pseudonym vier neue E-Mail-Konten ein.
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Woher kommt nur der ganze Mailmüll?
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Um möglichst viele Nachrichten zu bekommen, tue ich das, was man sonst nicht tun sollte: Ich abonniere zahlreiche Newsletter ein, nehme an Gewinnspielen teil und veröffentliche die Mailadressen im Netz. Es ist faszinierend zu sehen, wie schnell sie weitergereicht werden. Mit der Teilnahme an einem Gewinnspiel erhalten beispielsweise fast 70 Unternehmen meine Adresse und dürfen mich ab sofort mit Werbung und Angeboten zumailen. Aber das ist völlig legal, denn habe ja eingewilligt.
Illegaler Spam landet ohne mein Einverständnis in meinen Postfächern. Dabei handelt es sich meist um unseriöse Werbung oder Dating-Angebote. Ich bin gespannt, wie viele davon in den nächsten Tagen auf meinem Tablet landen.
Professor Thorsten Holz von der Ruhruniversität Bochum ist Informatiker und Spam-Experte. Auch er bekommt seine E-Mail-Konten nicht frei von Spam, obwohl er weiß, wie es abläuft: „Der Spammer nutzt nicht seinen eigenen Rechner, um Spam-Nachrichten zu verschicken, sondern infizierte Maschinen. Er braucht also ein ganzes Netzwerk von solchen Maschinen, um viele E-Mails verschicken zu können.“
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Wer Spam versenden will, bemächtigt sich fremder Rechner.
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Ein solches Netzwerk missbraucht Tausende Rechner von Privatpersonen und Unternehmen. Infiziert werden sie vorab beispielsweise über virenverseuchte E-Mails. Der Spammer kann die infizierten Rechner dann über einen Kontrollserver fernsteuern. Auf Knopfdruck schicken die Tausende Mails gleichzeitig, ohne dass die Besitzer der beteiligten Computer etwas davon merken.
Aber lohnt sich das für die Versender überhaupt? Die meisten Mails werden doch erst gar nicht geöffnet und landen automatisch im Papierkorb. Dazu meint Professor Holz: „Spam ist durchaus ein lukratives Geschäft. Das haben Kollegen von einer amerikanischen Universität mal etwas genauer untersucht. Sie haben ein Spam-Bot-Netz untersucht, das so um die 350 Millionen E-Mails verschickt hat. Davon kamen etwa 23 Prozent an. Dann haben noch viel weniger Leute darauf reagiert, und am Ende haben 28 Leute auch etwas gekauft.“
Also müsste man Milliarden Spam-Mails verschicken, damit es sich überhaupt lohnt. „Genau! Im Rahmen einer Studie haben wir uns mal ein Spam-Bot-Netz angeschaut. Das hat dann innerhalb von einem Monat 87 Milliarden E-Mails verschickt. Wenn man jetzt diese Zahl multipliziert mit der Anzahl an möglichen, erfolgreichen Verkäufen - das war 0,0000081 Prozent -, dann sieht man, dass das Endergebnis immer noch etwas mehr als 704.000 erfolgreiche Verkäufe sind. Das ist also durchaus lukrativ.“ Und eine Million illegale Spam-Mails gibt es schon ab zehn Euro.
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Professor Holz gibt Tipps zum Umgang mit Spam.
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Inzwischen ist bei meinem Experiment Tag fünf angebrochen. Über 200 Newsletter, Angebote und Einladungen zu dubiosen Gewinnspielen sind in der Zeit eingetroffen. Und wie werde ich die Plage wieder los? Professor Holz rät: „Ich denke, in der Praxis helfen eigentlich drei Strategien: Zum einen muss man schauen, dass man Spamfilter aktiv hat. Eigentlich alle Anbieter bieten gute Spamfilter an. Dann sollte man schauen, wem man die Mailadresse gibt. Man sollte sie zum Beispiel nicht veröffentlichen und sollte schauen, bei welchen Newslettern man sich einträgt. Und wenn das alles nichts hilft, muss man notfalls den E-Mail-Account wechseln.“
Autor: Bernd Dicks
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 10.11.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.