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Auf Mitwohnportalen findet man nicht nur WG-Zimmer.
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Paris ist ein Traumziel zu jeder Jahreszeit. Schick, faszinierend, aber auch teuer! Wer dort einen Urlaub verbringen möchte, muss sich auf saftige Preise gefasst machen – vor allem für Hotels.
Familie Rohen möchte für eine Woche nach Paris. Über das Onlineportal „9flats“ hat sie eine Dreizimmerwohnung gemietet. Sie kostet für sieben Tage 990 Euro – in Paris ein Schnäppchen.
Zum Wunschtermin konnte die Familie aus fast 50 Angeboten wählen. Drei kamen in die engere Wahl. Am Ende entschied auch das Foto der Gastgeberin, berichtet Anja Rohen: "Die Andrea, die die Wohnung vermietet, sieht sehr sympathisch aus auf dem Foto. Bei manchen anderen Wohnungen waren so Typen, da habe ich gedacht, ob das wohl alles sauber ist? Das ist dann ja auch die Frage. Und hier die Wohnung sieht sauber aus, die Frau passt zu der Wohnung und macht einfach einen sympathischen Eindruck."
Neben "9flats" gibt es noch andere Mitwohnportale. Das Portal "Airbnb" zum Beispiel bietet Unterkünfte in aller Welt, von der Designerwohnung bis zum Baumhaus. 3.000 Profifotografen machen für das Portal die Fotos und überprüfen, ob eine Unterkunft infrage kommt.
"Wimdu" bietet – wie alle anderen auch – Karten und umfangreiche Beschreibungen der Wohnungen. Und alle Portale haben Kalender hinterlegt, auf denen man sehen kann, wann eine Unterkunft frei ist.
Hamburg ist eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland. Magalie Pedrono aus Frankreich ist gerade erst angekommen. Zum ersten Mal hat sie online ein Zimmer in einer Männer-WG gebucht. 30 Euro kostet die Nacht im Loft von Student Till Spieker. Magalie ist gespannt auf das Zimmer und dann überrascht: "Ich finde es sogar noch besser als im Internet, größer und cool eingerichtet. Ich habe schon oft online Zimmer gebucht, auch in Italien. Einmal war das Zimmer echt klein. Aber das war nicht schlimm. Die Vermieter waren nett. Und wir wollten ja raus, die Gegend erkunden." Auch in Hamburg will Magalie unabhängig sein. Von Till Spieker bekommt sie die Wohnungsschlüssel.
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Sogar Baumhäuser können über Mitwohnportale gemietet werden.
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Aber was, wenn Vermieter und Unterkunft nicht halten, was das Internet verspricht? Eckhard Pahlke vom Mieterverein Hamburg hält die Risiken für den Gast für überschaubar: "Das Gute ist, dass das Geld, das er an das Portal gezahlt hat, nicht verloren ist. Dann muss er sofort Bescheid geben, damit die das Geld nicht an den Vermieter von diesem dunklen Loch überweisen. Dann bekommt er das Geld zurück oder es wird an den nächsten überwiesen, bei dem er dann ein Zimmer bekommen hat."
Bevor Magalie aufbricht, will sie noch wissen, wo in Hamburg was los ist. Die besten Tipps, meint sie, bekommt man eben nur von Einheimischen wie Till: "Die Gelegenheit ist einmalig: Hier ist jemand, der kennt sich super aus. Der kann mir sagen, welcher Stadtteil sich lohnt. Das muss ich nur wissen, danach finde ich mich allein zurecht."
Es sieht ganz so aus, als wäre Till Spieker eine gute Bewertung sicher. Denn im Nachhinein können die Gäste ihre Meinung über Gastgeber und Unterkunft auf dem Mitwohnportal veröffentlichen. Und auch umgekehrt: Gastgeber bewerten ihre Gäste. Das soll Vertrauen und Transparenz schaffen und dafür sorgen, dass Mitwohnportale noch mehr Fans finden.
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Magalie findet das Zimmer sogar schöner als auf den Fotos.
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Mehr als vier Millionen Deutsche haben schon über solche Portale private Unterkünfte statt Hotelzimmer gebucht. Der Markt wächst unglaublich schnell und ist hart umkämpft. Die Portale ähneln sich sehr, optisch wie von den konkreten Nutzerfunktionen. Alle haben schicke Fotos, alle haben Verfügbarkeitskalender und Karten. 9flats bietet zusätzlich Bilder von Google Streetview. Alle haben – nach einer schlechten Erfahrung mit einem Mieter – die Vermieter gegen Schäden in Höhe von 500.000 Euro versichert. Das ist bereits über den Mietpreis abgedeckt. Und alle leben von den Provisionen der Mieteinnahmen. Das heißt, die Seiten sind angenehm werbefrei.
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Die Angebote der Mitwohnportale reichen von luxuriös bis einfach.
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Airbnb.de heißt so viel wie Luftmatratze und Frühstück. Die Gründer hatten die Idee schon 2007 in San Francisco, als an einem Wochenende mal alle Hotelbetten ausgebucht waren. Kurzerhand luden Brian Chesky und Joe Gebbia über das Internet also Wildfremde in ihre Wohnung ein. Airbnb ist also die "Mutter der Mitwohnportale".
9flats.com startete im Februar 2011 mit 5.000 Betten. Jetzt sind es 33.000 in mehr als 100 Ländern weltweit. Sitz ist in Hamburg. Top-Städte in Europa sind Berlin, Hamburg und Paris.
Wimdu.de, gegründet von den Brüdern Marc, Oliver und Alexander Samwer, bietet nach eigenen Angaben 50.000 Unterkünfte weltweit von Buxtehude bis Timbuktu.
Roomorama.com wurde 2009 von zwei New Yorkern gegründet, die auf Reisen nicht anonym im Hotel leben, sondern leben wollten wie die Einheimischen. Das Portal setzt eher auf teurere, aber auch ungewöhnlichere Unterkünfte.
Couchsurfing.org ist ein nichtkommerzielles Angebot an Reisende mit Minibudget und bietet kostenlose "Sofa-Vermittlung" über das Internet.
Ein Beitrag von Katrin Prüfig
Dieser Text informiert über den Fernsehbeitrag vom 18.08.2012. Eventuelle spätere Veränderungen des Sachverhaltes sind nicht berücksichtigt.