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Der Nestlé-Check (2) in Bildern: Die Ergebnisse

Zurück im Nestlé-Check mit (v.l.) Michael, Renate, Konrad, Lothar, Melanie und Mona, unseren Camp-Bewohnern. Eine Woche lang dürfen sie nur Nestlé-Produkte essen.

Zurück im Nestlé-Check mit (v.l.) Michael, Renate, Konrad, Lothar, Melanie und Mona, unseren Camp-Bewohnern. Eine Woche lang dürfen sie nur Nestlé-Produkte essen.

Fünf von elf Check-Aufgaben hat Nestlé schon durchlaufen – und bisher nur eine Check-Aufgabe bestanden. Dreimal wurde nicht bestanden, dazu gab’s ein Unentschieden. In sechs weiteren Checks kann sich der weltgrößte Lebensmittelhersteller nun beweisen.

Unsere nächste Check-Aufgabe zum Thema Preis dreht sich um Maggi. Wir spielen Kochduell mit drei Maggi-Gerichten. Konkret mit: Schinkennudeln aus der Tüte, Chili con Carne aus der Dose und mit der Gewürzmischung für Zucchini-Puten-Geschnetzeltes von Maggi Fix.

Die sechs Nestlé-Camper sind in Zweier-Teams aufgeteilt. Eine Person kocht mit Maggi – die andere kocht das gleiche Gericht frisch nach Rezept. Am Ende vergleichen wir die Preise. Die Maggi-Fertigschinkennudeln kosten 5 Euro. Frisch gekocht – mit zehnfacher Fleischmenge – macht: nur vier Euro.

Das mit Maggi Fix gewürzte Gericht kostet 6,50 Euro. Nur 50 Cent mehr kostet die frische Variante.

Das Dosen-Chili für sechs Personen kostet 8,30 Euro. Das frisch Gekochte hat den gleichen Preis. Und hätten wir genauso wenig Fleisch benutzt wie Maggi, kämen wir hier sogar nur auf drei Euro.

Nestlé war insgesamt teurer als die frischen Gerichte. Also hat Nestlé diese Preis-Check-Aufgabe nicht bestanden.

Jetzt zum Geschmack der Fertigprodukte. Weil unsere Camper ja nur Nestlé essen dürfen, bringen sie die Gerichte zum örtlichen Fußballklub. Die Fußballer probieren beide Gerichte und sagen, welches ihnen besser schmeckt.

Das Ergebnis ist eindeutig: Bei den Schinkennudeln gewinnt Maggi, Chili con Carne und Geschnetzeltes hat den Fußballern aber frisch besser geschmeckt. Zwei zu eins für die frischen Gerichte – Nestlé hat diese Geschmacks-Check-Aufgabe nicht bestanden.

Die nächste Check-Aufgabe dreht sich um den Preis – und Nestlés "Edelkaffee" Nespresso. In der Fußgängerzone bitten wir zur Blindverkostung und lassen unsere Tester Kaffee von Rewe, Lidl und Nespresso probieren.

Die Nespresso-Kapseln kosten 35 Cent, die Konkurrenz mit 17,4 Cent nur die Hälfte. Dennoch ist das Ergebnis eindeutig: Lidl zwei Punkte, Nestlés Marke Nespresso zehn und Rewe gewinnt, mit 13 Punkten!

Der teure Preis von Nespresso wurde in unserer Stichprobe nicht durch besonders guten Geschmack gerechtfertigt. Daher hat Nestlé auch diese Check-Aufgabe nicht bestanden. Unser Gesamturteil nach drei Check-Aufgaben: Der Preis bei Nestlé ist hoch.

Eine weitere große Einnahmequelle von Nestlé: Milchpulver als Muttermilchersatz. Nach einem Skandal in den 1970er Jahren gibt es den "Milchkodex" der WHO. Diese strikten Regeln sollen vor allem aggressives Vermarkten von Babymilch in Entwicklungsländern verhindern.

Laut eigenen Angaben hält sich Nestlé an den Milchkodex. Wir recherchieren dazu auf den Philippinen. Sehr viele Mütter geben hier ihren Kindern die Flasche – so wie Susan. Sie glaubt an die Versprechen der Werbung. Nestlé-Tochter Wyeth bewirbt sein Milchpulver für ältere Kinder mit einer klaren Botschaft: Milchpulver mache Kinder intelligenter und erfolgreicher.

Wir besuchen mehrere Gesundheitszentren und hören von regelmäßigen Kontakten zwischen Personal und Nestlé-Vertretern. Krankenschwester Maricel berichtet von Vertreterbesuchen in ihrem Zentrum. Nestlé verschenke dort kostenlose Probierpackungen seiner Babymilchprodukte.

… und das obwohl der Milchkodex an der Wand dieses Gesundheitszentrums hängt, der aggressives Vermarkten verbietet.

Nestlé erklärt, seine Vertreter verhielten sich korrekt.

Dieser hochranginge Vertreter aus dem Gesundheitsministerium erzählt sogar, Nestlé habe versucht ihn zu kaufen. Nestlé bestreitet das und behauptet von sich selbst, man unterstütze die Bemühungen, das Stillen zu fördern.

Wir finden: Wenn man Stillen fördern will, bleibt noch Luft nach oben. Daher unser Urteil: Die Fairness ist unzureichend.

Die letzte Check-Aufgabe zum Geschmack: Wieder geht’s um die Nestlé-Marke Maggi. Schmecken deren Fertigprodukte alle gleich oder gibt es klar erkennbare Unterschiede? Wir machen die Blindverkostung mit drei Gerichten – die vorher von uns püriert werden.

Im Dunkeln können die Camper nicht sehen, was sie essen. Trotzdem: Zwei von drei Gerichten werden erkannt. Also: kein Einheitsgeschmack. Somit hat Nestlé diese Check-Aufgabe bestanden.

Unser Gesamturteil zum Geschmack: Zwei Checks bestanden – zwei nicht bestanden. Heißt für uns: Der Geschmack ist mittelmäßig.

Eine Woche nur Nestlé-Produkte - das haben unsere sechs Camper geschafft. Fehlt noch der Check zum Gesundheitseffekt. Zunächst heißt es dafür Kalorien zählen. Jeder hat im Schnitt pro Tag 2.757 Kalorien zu sich genommen.

Bei Mona hat sich das bemerkbar gemacht, sie hat 1,6 Kilo zugenommen. Bei anderen gab es negative Auswirkungen auf die Blutwerte.

Den Gesundheitseffekt finden wir bedenklich. Hier alle unsere Urteile im Überblick.