Jeans-Check: Urteile und Video

Der Jeans-Check | Video verfügbar bis 15.09.2019

Markencheck-Kategorie 1: Look

Für unseren Check nehmen wir vier Jeans-Marken unter die Lupe: Levi’s, G-Star, H&M und Kik. Preislich ist also alles dabei – von billig bis teuer. Doch erkennt man optisch überhaupt einen Unterschied? Wir lassen je ein Exemplar aller vier Marken an einem Model ablichten. Mit den Fotos gehen wir anschließend in die Fußgängerzone und fragen Passanten nach ihrem Favoriten. Die Leute wissen nicht, um welche Marken es sich handelt. Das Ergebnis: Hier ist H&M mit 37 Prozent der Gewinner. Kik belegt mit immerhin 28 Prozent Platz zwei – gemeinsam mit G-Star.

Ein Model kann also auch in günstigen Jeans eine gute Figur machen – aber wie sieht es bei "Normalsterblichen" aus? Das soll sich im nächsten Versuch zeigen: Wir lassen vier Personen mit normalen Größen bei allen vier Marken Jeans einkaufen und hinterher vor Publikum präsentieren. Die Zuschauer wissen nicht, welche Marke sich hinter den jeweiligen Jeans versteckt, sie sollen sich lediglich für ihren optischen Sieger entscheiden. Hier entsteht ein anderes Ergebnis als bei den Modelfotos: Die Zuschauer sind von den teuren Marken-Jeans überzeugt – G-Star gewinnt vor Levi’s, dahinter folgen H&M und Kik.

Passform-Check

Aber kann man auch sicher sein, dass eine Jeans sitzt, wenn man ein bisschen mehr Geld anlegt, als bei einem günstigen Modell? Das soll unser Passform-Check zeigen: Mehrere Herren mit der deutschen Durchschnittsgröße 32/32 und Damen mit der ebenfalls deutschen Durchschnittsgröße 30/32 schlüpfen in je ein Modell unserer vier Marken. Das Ergebnis: Den Herren passen besonders Levi’s und Kik gut, H&M und G-Star eher weniger. Bei den Damen sitzen G-Star und vor allem Kik gut, im Gegensatz zu H&M und Levi’s.

Fazit: Unsere Normalsterblichen sahen am besten in den teuren Marken aus. Am Model punkteten hingegen die billigen Jeans, vor allem H&M. Und im Passform-Check saß ausgerechnet die billige Kik am besten.

Unser Urteil zum Look: Kik und H&M können trotz zum Teil großen Preisgefälles mit G-Star und Levi's mithalten.

Urteil Look
"Markencheck"-Urteil in der Kategorie "Look"

Check-Kategorie 2: Qualität

Wir stellen die vier Jeansmarken auf eine harte Probe – und zwar durch Extremsportler. Für Parkourer ist kein Hindernis zu hoch oder zu weit, sie haben keine Angst vor Bodenkontakt. Und vier solcher Extremsportler checken nun unsere Jeans auf Qualitätsunterschiede. Jeder Parkourer bekommt dafür eine Marke zugeteilt – mit dieser Jeans muss er ab jetzt einen Monat lang zweimal die Woche trainieren. Außerdem ist nach jeder Trainingseinheit ein Waschgang fällig.

Das Fazit nach einem Monat: Zwar ist keine Hose kaputtgegangen, aber der hohen Belastung halten aus Sicht der Parkourer am besten die teuren Marken stand. Sieger ist hier Levi’s.

Test: Pferde sollen Jeans zerreißen

Unser nächster Qualitätscheck findet bei den Karl-May-Festspielen in Elspe statt. Es geht um das Symbol auf dem Etikett der legendären Levi’s 501: Zwei Pferde schaffen es nicht, die Jeans zu zerreißen. Angeblich hat der deutsche Auswanderer Levi Strauss 1886 so wirklich für die Haltbarkeit seiner Hosen geworben. Doch wie sieht es heute aus? Mit Jeans unserer vier Marken und zwei Pferden machen wir den Versuch.

Das Ergebnis: Die Pferde zerreißen tatsächlich jede Jeans, allerdings mit unterschiedlichem Kraftaufwand. Denn die Kik-Hose ist für die Pferde ein Spaziergang, während sie für die Levi's-Jeans mehrmals ansetzen müssen. Dazwischen liegen H&M und G-Star, wobei die Pferde mit dem teureren Modell deutlich mehr zu kämpfen haben.

Der dritte Qualitätscheck findet in einem Textillabor statt. Hier fällt sowohl beim Abfärben als auch beim Durchscheuern die Kik-Jeans negativ auf.

Fazit: Bei den Parkourern liegt die Levi's-Jeans auf Platz eins, beim Reiß-Check ebenfalls. H&M hält wenigstens im Labor gut mit, Kik aber auch hier nicht.

Unser Urteil zur Qualität: Der niedrige Preis macht sich bei Kik bemerkbar. H&M ist etwas teurer – und etwas besser. G-Star und vor allem Levi’s sind hier ihr Geld wert.

Urteil Qualität
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Check-Kategorie 3: Fairness

Eine Jeans für 10 Euro, die andere für 100 Euro – das ist ein großer Preisunterschied. Was bedeutet das für die Produktion, vor allem für den Umgang mit den Arbeitern? Wir wollen es genau wissen und fragen bei allen vier Marken nach den Produktionsstätten eines bestimmten Modells. Nur G-Star gibt uns eine genaue Adresse – von einer Fabrik in China. Kik nennt uns immerhin das Produktionsland: auch China. Von H&M und Levi’s gibt’s nur allgemeine Listen mit ihren Zulieferern – die meisten Zulieferer kommen ebenfalls aus China.

Wir recherchieren weiter. China hat keinen guten Ruf in der Jeans-Produktion: Vielen Fabriken wird vorgeworfen, Hosen mit der giftigen Chemikalie Kaliumpermanganat oder durch Sandstrahlen zu bleichen. Letzteres kann bei Arbeitern zu einer tödlichen Staublunge führen. Wir machen uns vor Ort selbst ein Bild. Als deutsche Textilhändler getarnt besuchen wir mehrere Fabriken und erfahren vor allem eins: Die Textilproduktion und -verarbeitung ist ziemlich undurchsichtig. Wir entdecken einen Wildwuchs an Firmen und Unterfirmen. Die Marken Kik und G-Star fallen uns darin besonders auf. Vielleicht ist das auch Zufall. Levi's und H&M hatten uns schließlich erst gar nicht die Fabriken genannt, nach denen wir fragten – und blieben den Beweis schuldig, dass es bei ihnen besser aussieht.

Unser Urteil: Weder bei den billigen noch bei den teuren Marken ist auf eine transparente und faire Produktion wirklich Verlass.  

Urteil Fairness
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