Der Iglo/Frosta-Check: Die Urteile

Der Iglo/Frosta-Check | Video verfügbar bis 01.09.2019

Preis:

Wie günstig sind Iglo und Frosta im Vergleich zur Billig-Konkurrenz? Für unseren Check vergleichen wir zwölf Produkte von Iglo und Frosta mit zwölf vergleichbaren eines Discounters. Das Ergebnis: Die Marken sind um 144 Prozent teurer. Weil die Marken aber oft im Angebot sind, ist der Unterschied meist kleiner.

Und wie verhält sich der Preis, wenn man Tiefkühlgerichte mit frischen Lebensmitteln vergleicht? Um das zu überprüfen, haben wir eine Familie das "Schlemmerfilet Italiano" von Iglo und die "Gemüsepfanne Toskana" von Frosta mit frischen Zutaten nachkochen lassen. Aufs Gramm heruntergerechnet waren hier die Tiefkühlhersteller Preissieger: Das Schlemmerfilet von Iglo hat im Supermarkt 2,89 Euro gekostet, von unserer Familie frisch zubereitet 5,73 Euro. Die Gemüsepfanne Toskana: von Frosta 2,49 Euro, frisch 3,29 Euro.

Unser Checkurteil: Der Preis ist vertretbar.

Frische-Versprechen:

Frosta versteht sich mehr als "Restaurant" denn als Fertiggerichthersteller. Und Iglo verspricht auf seiner Spinatpackung "Vitaminschutz". Schmeckt Tiefkühlessen also genauso gut wie frisches? Und ist es genauso gesund? Der Markencheck hat ein Labor beliefert: mit frischem Spinat, Iglo-Rahmspinat, frischen Kräutern und Kräutern von Iglo. Dazu kamen alte Iglo-Produkte – nahe am Mindesthaltbarkeitsdatum – ebenfalls Spinat und Kräuter. Getestet hat das Labor den jeweilige Vitamin C-Gehalt.

Das Ergebnis: Der neu gekaufte Iglo-Rahmspinat hatte deutlich weniger Vitamin C als der frische. Selbst nach einer Woche im Kühlschrank schlug frisch immer noch Iglo! Und der abgelaufene, alte Iglo-Spinat enthielt kaum noch Vitamin C.

Bei den Kräutern gab es ein ähnliches Bild. Zudem hat für den Markencheck eine Familie aus Köln drei Wochen lang Tiefkühlprodukte von Iglo und Frosta gegessen – obwohl bei ihr normal nur frisch gekocht wird. Ihr Fazit: erst mal kein Tiefkühl mehr. Der Geschmack der Fertigprodukte ähnele sich sehr – und es fehle die Frische, sagen die Probanden.

Unsere Check-Familie aus Magdeburg freute sich umgekehrt nach drei Wochen "Entzug" wieder auf den Geschmack von Tiefkühlessen. Unser Fazit: tiefgekühlt und frisch schmeckt nicht gleich. Beim Vitamin-C-Gehalt waren Iglos Spinat und Kräuter enttäuschend.

Auswertungsgrafik : Iglo Kräuter gegen frische Kräuter
Eines unserer Ergebnisse: Die von uns neu gekauften Iglo-Kräuter haben nur ein Viertel so viel Vitamin C wie die frischen Kräuter. Nach einer Woche Kühlschrank ein ähnliches Bild: Die Frischen schlagen Iglo um Längen.

Unser Checkurteil:  Das Frische-Versprechen ist übertrieben.

Öko-Image:

Die heile Welt in den Werbespots der Tiefkühlmarken sieht oft so aus: auf der einen Seite frischer Fisch, gefangen von "Käpt’n Iglo", der auf die Umwelt achtet und uns allen ein gutes Gewissen beim Essen gibt, auf der anderen Seite ein kompromissloser "Peter von Frosta", der verspricht, nur Fisch aus nachhaltigem Wildfang anzubieten.

Mit dem MSC-Siegel wollen Iglo und Frosta umweltschonenden Fischfang versichern. Aber kann industrieller Fischfang wirklich im Einklang mit der Natur funktionieren? Um das zu überprüfen, sind wir nach Alaska geflogen – zu einem Unternehmen, das in der Beringsee für Iglo und Frosta Alaska-Seelachs fängt.

Frosta hat uns auf ein Fangschiff mitgenommen. An Bord sah unser Team die Auswirkungen des Fischfangs: Zwei Haie wurden als Beifang mit an Bord gezogen. Einer von ihnen starb an Deck, als sich die Crew um die schnelle Verarbeitung des gefangenen Seelachses kümmerte. Ein weiterer Zwischenfall: Bei einem der Fänge wurde ein Krabbenkäfig an Bord gezogen. Diese stehen meist auf dem Meeresgrund.

Es handelt sich also um ein Indiz, dass das Netz Bodenkontakt hatte. Und dies ist laut Greenpeace eine große Gefahr für die Vegetation auf dem Meeresgrund. Denn riesige Fischernetze würden den Boden der Beringsee regelmäßig zerpflügen wie einen Acker – auf Kosten der dortigen Korallen.

Unser Fazit: Iglo und Frosta setzen in ihrer Werbung auf ein gutes Gewissen beim Essen. In Wirklichkeit steht die Natur oft nicht an erster Stelle.

Unser Checkurteil: Das Öko-Image ist geschönt.

Fischherkunft:

Woher kommt der Tiefkühlfisch von Iglo und Frosta? Auf den Verpackungen der Produkte finden Verbraucher häufig die Länder Russland und Alaska. Doch wir erfahren: Iglo wird auch von Pacific Andes beliefert – einem  Fischproduzenten aus China. Und Frosta? Das Unternehmen kauft auch Seelachs aus China – fünf Prozent, gibt man zu.

Wir recherchieren weiter und lernen das sogenannte "Double Frozen"-Verfahren kennen. In China wird der gefangene – an Bord bereits eingefrorene – Fisch demnach erst einmal aufgetaut. Dann wird er von Hand filetiert und später wieder eingefroren, um ihn nach Deutschland zu liefern – auch zu Iglo und Frosta. Experten warnen: Doppeltes Gefrieren schädige das Eiweiß.

Wir fliegen nach China, um uns vor Ort selbst ein Bild zu machen – undercover. Mit Bildern dieses Aufenthaltes konfrontieren wir später Passanten in einer deutschen Fußgängerzone. Wir wollen wissen, was die Leute überhaupt vom "doppelten Gefrieren" wissen. Unser Eindruck: Hier gibt es großen Nachholbedarf. Kein Wunder: Einen Hinweis auf China suchen die Verbraucher auf den Verpackungen der Produkte von Iglo und Frosta vergeblich. Woher der Fisch wirklich kommt, verraten die Marken ihren Kunden lieber nicht.  

Unser Checkurteil: Die Fischherkunft ist intransparent.

Die Urteile aus dem Iglo/Frosta-Check
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