1/1

Altkleidercontainer – Wir steigen ins Sammelgeschäft ein

Rund 400 Euro kostet ein Sammelcontainer im Internet. Mit zwei Stück will ARD-Reporterin Beate ins Altkleidergeschäft einsteigen. Unsere Container sollen sofort auffallen. Mit Herzen und hilfesuchenden Händen wollen wir an das Mitgefühl der Spender appellieren. Kleider- und Schuhsammlung für Menschen in Not – wenn das nicht wirkt!

Rund 400 Euro kostet ein Sammelcontainer im Internet. Mit zwei Stück will ARD-Reporterin Beate ins Altkleidergeschäft einsteigen. Unsere Container sollen sofort auffallen. Mit Herzen und hilfesuchenden Händen wollen wir an das Mitgefühl der Spender appellieren. Kleider- und Schuhsammlung für Menschen in Not – wenn das nicht wirkt!

Wir stellen die Container einfach auf einen privaten Hof – gut vom Gehweg zu erreichen. Ein Trick, den auch die privaten Sammler anwenden. Denn bei Privatgrundstücken braucht man keine Genehmigung der Straßenbehörde.

Für Aufmerksamkeit sorgen unsere Container, aber auch für Rückfragen und Beschwerden. Eine Dame meldet sich bei der von uns auf dem Container angegebenen Telefonnummer, die sie zu einer Bandansage weiterleitet. Da wir dort keine Auskunft darüber geben, wer wir sind, will sie die Polizei einschalten.

Werden wir die Container entfernen müssen? Zwei Wochen vergehen. Plötzlich fährt die Polizei vor. Zufällig sind wir mit der Kamera vor Ort. Die Beamten wirken ziemlich ratlos, dokumentieren alles ganz genau – doch schussendlich bleiben unsere Container stehen.

Und obwohl an jeder Ecke Altkleidercontainer stehen, stellen wir schon bei der ersten Leerung nach zwei Wochen fest, dass unsere Container randvoll sind.

Über insgesamt zwölf Wochen nimmt unsere Kleidermenge rasant zu und der Berg in unserem Lagerraum wächst schnell. Die besten Stücke sortieren wir aus. Damit wollen wir einen Second-Hand-Laden eröffnen und mit den alten Klamotten richtig Geld machen. So wie die gewerblichen Sammler auch.

In Karlsruhe mieten wir einen Laden an und wollen einen sogenannten Pop-Up-Store eröffnen, ein Geschäft nur für wenige Tage. Wir bauen den Laden etwas um und sorgen für eine stylische Deko. Das ist ganz wichtig, denn schließlich soll keiner merken, dass wir nur Klamotten aus dem Altkleidersack verkaufen. Und auch die Werbetrommel wird kräftig gerührt.

Am Eröffnungstag übertünchen wir den Miefgeruch noch schnell mit etwas Meeresbrise, schließlich sollen sich die Kunden wohlfühlen. Und: Der Verkauf läuft prima. Niemand ahnt, dass es sich hier um Klamotten aus dem Container handelt. Nach zwei Tagen machen wir Kassensturz: Mehr als 580 Euro hat Beate eingenommen. Nicht schlecht!

Doch sie hat noch viel übrig. Auch das will sie jetzt noch zu Geld machen. Auf einem Parkplatz ist Beate mit einem Textilverwerter verabredet, der uns auf den Hof einer Lagerhalle lotst. Wir drehen mit versteckter Kamera.

Der Verwerter fragt uns nur, ob die Ware aus einem Container stammt. Unser einfaches "Ja" reicht ihm als Auskunft. Mehr will er nicht wissen! 30 Cent pro Kilogramm hat er uns vorher versprochen – das sei marktüblich. Unsere Ware wird gewogen: Es ist fast eine Tonne ist. 265 Euro drückt er uns dafür in die Hand – direkt aus seinem Geldbeutel.  

Mit gerade mal zwei Containern hat Beate ordentlich Geld verdient: Beim Verwerter hat sie 265 Euro bekommen, der Laden brachte mehr als 580 Euro und zusammen ergibt das die stolze Summe von 846,50 Euro.

Unsere Einnahmen sollen nun tatsächlich Menschen in Not zu Gute kommen. In einem Flüchtlingsheim trifft sich unsere Reporterin Beate (links im Bild) mit Manuela Roßbach, der Geschäftsführerin der Aktion "Deutschland Hilft" und übergibt ihr die komplette Summe in Höhe von 846,50 Euro.