Luft in Fertigpackungen

Was ist erlaubt?

Luftballons
Luft in der Verpackung? Eine ganz schöne Mogelei.

Wie viel Luft ist in einer Fertigpackung erlaubt?

Im Eichgesetz (Paragraph 7, Absatz 2) heißt es dazu: "Fertigpackungen müssen so gestaltet und befüllt sein, dass sie keine größere Füllmenge vortäuschen, als in ihnen enthalten ist."

Einen konkreten Grenzwert gibt es im Gesetz nicht. Die Eichdirektionen in Deutschland haben sich auf einen Luftanteil von 30 Prozent verständigt. Das heißt ist der Hohlraum in einer Verpackung großer als 30 Prozent, so besteht der Verdacht auf Täuschung. Verbraucherschützer sprechen dann von einer Mogelpackung.

Achtung! Die 30-Prozent-Marke gilt immer für den Zeitpunkt der Abfüllung. Das heißt, wenn es bei Produkten in Pulverform wie etwa Kakao oder Gemüsebrühen durch den Transport zu einer Verdichtung kommt, ist das unerheblich.

Ausgenommen von den Regelungen sind unter anderem:

  • Pralinen dürfen so verpackt sein, dass das Volumen der Verpackung sechsmal so groß ist wie das Gewicht der Praline. Beispiel: Wiegt die Praline 10 Gramm darf sie von einer sechs Mal so großen Verpackung (bis zu 60 Milliliter Verpackungsvolumen) umgeben sein.
  • Kosmetikhersteller können ihre Umverpackung so groß gestalten, wie sie möchten, wenn sie die Originalgröße der Tube oder des Tiegels auf der Umverpackung aufdrucken.

Mit welchen Strafen muss ein Hersteller rechnen, wenn er gegen Vorschriften verstößt?

Verstöße gegen eichrechtliche Vorschriften stellen aufgrund des Eichgesetzes und der Fertigpackungsverordnung Ordnungswidrigkeiten, die mit einem Bußgeld geahndet werden. Der Regelsatz für das Bußgeld beträgt circa 3000 Euro
Bei Wiederholungstätern sind auch höhere Strafen möglich.
In Ausnahmefällen ist auch eine Gewinnabschöpfung bei Mogelpackungen möglich. Die Hürden dafür sind aber viel höher.
Es sind auch Verwarnungsgelder in minder schweren Fällen möglich, die dann in der Größenordnung von 75 bis 100 Euro liegen.