Checkliste: Schutz vor Tachomanipulation

Tacho
Tachomanipulationen sind erschreckend einfach, schnell und preiswert zu bekommen.

Experten gehen davon aus, dass bei jedem dritten Gebrauchten der Tachostand manipuliert wurde. Der geschätzte Schaden für die Käufer beläuft sich auf jährlich 7 Milliarden Euro. Die Trickser bedienen sich modernster Technik und ändern teilweise sogar die Kilometerstände in den Steuergeräten. Doch wer ganz genau hinschaut, kann so manche Manipulation trotzdem erkennen.  

Checkliste

  • Service-Heft und HU-Berichte: Am besten ist ein lückenloses Serviceheft mit Reparaturrechnungen und Belegen über die Hauptuntersuchung, auf denen die jeweiligen Tachostände vermerkt sind. Auch auf HU-Berichten und alten Werkstattrechnungen finden sich in der Regel die Tachostände. Manchmal liefern sie auch einen Hinweis auf den Vorbesitzer, den man kontaktieren kann, um Überraschungen zu vermeiden.
  • Aber Vorsicht: Auch Scheckhefte werden gefälscht, Sie müssen also auch da genau hinschauen. 
  • Aufkleber im Motorraum: Hinweise geben auch Aufkleber von Öl- und Zahnriemenwechsel. Diese können dann wiederum mit dem Scheckheft verglichen werden. Widersprechen sich die Angaben, können Sie schon fast sicher von einer Manipulation ausgehen.
  • Verschleißerscheinungen: Abgenutzte Pedale, ein verschlissenes Lenkrad oder ein abgegriffener Schalthebel lassen auf eine intensive und lange Nutzung des Wagens schließen. Aber: Diese Mängel müssen auch bei hohen Laufleistungen nicht auftreten, denn dank besserer Materialien sind abgegriffene Lenkräder, Schaltknäufe und abgewetzte Pedale auch nach zehn bis zwölf Jahren kaum noch zu finden!
  • Gebrauchtwagen-Check: Gebrauchtwagen-Checks sind gut investiertes Geld um einen teuren Reinfall zu vermeiden. Damit lässt sich zumindest feststellen, ob der Kilometerstand mit dem Zustand des Wagens übereinstimmt. Allerdings wird dabei keine Tachostand-Überprüfung gemacht. Diese ist aufwändig und teuer und würde auch nur ein Ergebnis bringen, wenn Steuerungsmodule wie der Schlüssel, Fehlerspeicher oder Servicespeicher nicht mit manipuliert wurden.
  • Kilometerstand gehört in Kaufvertrag: Haben Sie sich zum Kauf entschieden, lassen Sie sich den Kilometerstand und seine Richtigkeit im Kaufvertrag bestätigen. Sollte sich später ein Betrug herausstellen, muss der Käufer den Nachweis führen, dass der Verkäufer von der Fälschung des Tachos Kenntnis hatte.

Vorsicht ist vor allem bei Jahres- und Leasingfahrzeugen mit geringer Laufleistung angesagt, denn bei diesen Angeboten tricksen Betrüger am häufigsten, weil es sich für sie am meisten lohnt.