Wissenswertes zu Energielabels

Reporter Cornel Bunz bei einem Haushaltsgeräte-Fachhändler in Leipzig.
Bei einem Haushaltsgeräte-Fachhändler in Leipzig lässt sich Cornel Bunz die Details zum Energieverbrauch der Geräte erklären.

Was ist ein Energielabel?

Die EU-Energieverbrauchs-Kennzeichnung – auch EU-Label oder Energieetikett genannt – gibt es seit 1998. Einheitlichen Vorschriften zum Energieverbrauch sollen die Vergleichbarkeit erhöhen und so den Verbrauchern die Auswahl energieeffizienter Geräte erleichtern. Seit der Einführung wurde eine Vielzahl von Produktgruppen für kennzeichnungspflichtig erklärt, dazu gehören: Kühl- und Gefriergeräte, Staubsauger, Lampen und Leuchten, Waschmaschinen, Wasch- und Wäschetrockner, Elektrobacköfen, Dunstabzugshauben, Geschirrspüler, Klimageräte sowie Fernseher und Weinlagerschränke.

Das Energielabel und seine Tücken: Was es aussagt und was nicht

  • Mit der Energieeffizienzklasse können Sie lediglich innerhalb der jeweiligen Geräteklasse wie zum Beispiel bei Waschmaschinen das relativ sparsamste Gerät ermitteln. Vorsicht ist beim Vergleich der Trockner geboten. So befinden sich Ablufttrockner und Kondenstrockner in unterschiedlichen Geräteklassen und können bei gleichem Stromverbrauch einer unterschiedlichen Energieeffizienzklasse auf dem Energielabel zugeordnet sein.
  • Die Energieeffizienzklasse A ist nicht immer die beste. Sie war es mal, als Energielabels eingeführt wurden. Mittlerweile gibt es auch A+, A++ und A+++. Geräte mit diesen sind noch sparsamer.
  • Eine Energieeffizienzklasse sagt nicht generell, ob das Produkt sparsam ist. A+ bei einem Wäschetrockner steht für ein vergleichsweise sparsames Gerät. Eine Waschmaschine mit A+ ist dagegen ein regelrechter Stromfresser. Der umgekehrte Fall kann aber auch eintreten: Bei unterschiedlichen Buchstaben auf dem Energielabel kann der Stromverbrauch identisch sein.
  • Die Angaben zum Stromverbrauch auf dem Energielabel sagen nicht aus, wieviel das Gerät wirklich verbraucht. In der Regel liegt der Stromverbrauch höher, weil unter praxisfernen Bedingungen getestet wird. Bei Staubsaugern werden beispielsweise die Messwerte ohne bzw. mit leerem Beutel ermittelt. Im leeren Zustand werden auch die Werte für Kühlschränke gemessen. Lassen Sie sich daher den tatsächlichen Stromverbrauch und Stromkosten auf die zu erwartende Lebensdauer des Stromverbrauchers vom Händler ausrechnen. Sollte dies der Händler nicht können oder nicht wollen, dann gehen Sie zum Mitbewerber.

TIPP

Bei der Wahl des Gerätes sollten Sie nicht nur auf die Energieeffizieklasse achten, sondern ihren Bedarf berücksichtigen. Zwar haben große Haushaltsgeräte wie Kühlschränke oder Waschmaschinen sehr gute Energieeffizienzklassen verglichen mit kleineren Geräten, doch gerade Single oder Zwei-Personen-Haushalte benötigen gar keine so großen Geräte. Kleinere können in der Anschaffung und im Verbrauch viel günstiger sein, auch wenn sie ein schlechteres Energieeffizienzlabel hat. Deshalb sollten Kunden beim Kauf von Haushaltsgeräten immer auf den absoluten Strom- und Wasserverbrauch achten.

Im Labor in Wien informiert Sepp Eisenriegler die Reporter.
Vom Experten erfährt das Team mehr über Energielabels und Verbrauch von Geräten.

Stromspartipps

  • Zum Erwärmen von Wasser beim Kochen wird weniger Energie verbraucht, wenn Sie statt Kochtopf und Herd zu benutzen, das Wasser in einem Wasserkocher erhitzen. Beim Kochen in Pfannen und Töpfen spart ein Deckel Strom.
  • Nutzen Sie Energiesparlampen statt herkömmlicher Glühbirnen. Im Vergleich zu ihnen verbrauchen Energiesparlampen etwa 80 Prozent weniger Energie.
  • Wählen Sie einen energiesparenden Kühlschrank. Auf ihn entfällt rund ein Viertel Ihres Stromverbrauchs. Das Einsparpotenzial ist hier also besonders groß. Bei alten Geräten lohnt sich ggf. sogar ein Neukauf. Den Check dafür gibt es hier.
  • Bei der Nutzung des Kühlschranks sollten Sie die Tür schnell schließen. Jedes Mal, wenn er aufgeht, entweicht Kälte, für deren Kompensation er viel Energie braucht.
  • Kühlschrank und Gefriertruhe sollten Sie regelmäßig abtauen lassen. Bildet sich eine Eisschicht, erhöht sich der Stromverbrauch. In diesem Fall sollte man das Gerät abtauen. Moderne Geräte machen das automatisch.
  • Ein hohes Einsparpotenzial hat auch das Wäschewaschen. Bei normalen Verschmutzungen kann auf eine Vorwäsche verzichtet werden und 30 °C reichen aus. Anschließend die Wäsche auf einem konventionellen Wäscheständer trocknen statt in einem Elektro-Trockner.
  • Bei besonders energieeffizienter Warmwasserbereitung – etwa mit einer modernen Gas- oder Ölheizung, mit einer Solaranlage oder mit Fernwärme – empfiehlt es sich, Wasch- und Spülmaschinen direkt an die Warmwasserversorgung anzuschließen. Das ist günstiger als die Erwärmung mit Strom in den Geräten.
  • Gerade in kleinen Haushalten macht der Stromverbrauch im so genannten Standby-Betrieb einen großen Teil aus. Deshalb sollten Sie elektronische Geräte ganz ausschalten – entweder mit dem Ein-/Ausschalter am Gerät oder mit einer Steckdosenleiste mit Schalter.
  • Verzichten Sie auf eine Klimaanlage. Die verbraucht viel Energie und die Abkühlung hält sich in Grenzen. Halten Sie stattdessen tagsüber Fenster und Jalousien geschlossen und lüften nachts. Nutzen Sie ggf. einen Ventilator.
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