Darauf müssen Sie achten: Falsche Profile in Single-Börsen

Reporterin Seraphina Kalze ist für "Vorsicht, Verbraucherfalle!" falschen Flirts auf der Spur.
Reporterin Seraphina Kalze ist für "Vorsicht, Verbraucherfalle!" falschen Flirts auf der Spur. Nicht selten locken Single-Börsen Kunden mit Fake-Profilen.

Reporterin Seraphina Kalze hat verschiedene Datingportale durchforstet und jede Menge falscher Profile gefunden. Wenn das Lächeln zu schön oder ein Treffen nie möglich ist, sollten Sie sich digital schnell verabschieden.

Was unterscheidet Partnervermittlungen von Singlebörsen?

Partnervermittlung:

Dazu gehören Anbieter wie "Parship" und "Elitepartner". In der Regel suchen die Nutzer nach einer dauerhaften Partnerschaft. Nach der Anmeldung muss der User einen Fragenbogen ausfüllen. Computerprogramme werten die dann aus und der Interessent bekommt Vorschläge für potenzielle Partner. Diese Partnervermittlung ist kostenpflichtig. Die Verträge habe eine Laufzeit von 6 bis 24 Monaten. Eine Mitgliedschaft über ein halbes Jahr kostet je nach Anbieter um die 80 Euro pro Monat.

Singlebörsen:

Dazu gehören Anbieter wie "LoveScout24“, "Lovoo", "Badoo" oder "Tinder“. Die Nutzer suchen nicht nur ernsthafte Partnerschaften, sondern auch Flirts, Sex oder Freundschaften. Vorschläge wie bei Partnerbörsen gibt es hier eher nicht. Nutzer müssen selbst auf die Suche gehen. Die lässt sich mit Kriterien wie Wohnort, Alter oder Hobbies fokussieren. Einige Angebote sind kostenfrei, andere kostenpflichtig.

Häufig wird auch mit dem Geschäftsmodell "Freemium" gearbeitet. Dabei wird das Basisprodukt gratis angeboten, während das Vollprodukt und Erweiterungen kostenpflichtig sind. D.h. die Registrierung ist kostenfrei. Wer jedoch Kontakt zu anderen Singles aufnehmen möchte oder deren Fotos sehen will oder wer wissen will, wer das eigene Profil besucht hat, der wird zur Kasse gebeten.

Wer steckt hinter den "Falschen Flirts"?

Der Nachweis, wer im Einzelfall hinter "falschen Flirts" steckt, ist fast unmöglich. Nur das Portal kann nachvollziehen, wer die Profile angelegt hat, welche Kontakte und E-Mail-Adresse dafür angegeben wurden. Aus der Erfahrung gibt es diese drei Interessengruppen, die hinter den Fake-Profilen stecken:

  • Spammer: Sie sind im Auftrag von anderen kostenpflichtigen Portalen unterwegs, um die Nutzer für ihre Auftraggeber abzuwerben.

  • Scammer: Klassische Heiratsschwindler gaukeln die große Liebe vor, wollen dann aber nur Geld für Flug, Visum, Arztbesuch oder anderes.

  • Portalbetreiber: Bezahlte Animateure sollen im Auftrag des Portals User zur Nutzung von kostenpflichtigen Funktionen bewegen. Das ist aus Sicht einiger Portalbetreiber legal, denn darauf wird in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) hingewiesen.
Beispiel eines falschen Profils auf einem Dating-Portal
Reporterin Seraphina Kalze (links) zeigt, dass nicht alle Teilnehmer auf Dating-Portalen echt sind. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das Profil der jungen Frau aus Hamburg (links) nicht echt. Das Profilbild wurde von einer russischen Porno-Seite (rechts) kopiert.

So erkennen Sie Fake-Profile beim Online-Dating

Zu schön, um wahr zu sein: Stutzig sollte man werden, wenn die Fotos sehr professionell aussehen. In der Regel ist nicht davon auszugehen, dass jemand für ein Datingprofil viel Geld für ein professionelles Foto-Shooting ausgeben wird. Zum anderen sollte man skeptisch werden, wenn die Person wie ein retuschiertes Fotomodell aus einer Hochglanzzeitschrift aussieht. Aber das heißt nicht unbedingt im Umkehrschluss, dass jedes schöne Gesicht auf einem Profifoto ein Fake sein muss.

Zu viel nackte Haut: Oft werden Fotos von Erotik- oder Pornodarstellern ins Profil kopiert, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Das könnte User verleiten, auch kostenpflichtige Dienste zu benutzen. Zu viel nackte Haut könnte also auch ein Indiz für ein falsches Profil sein.

Zeitpunkt der Nachrichten: Wenn das eigene Profil noch gar nicht fertig ist und schon Nachrichten anderer Nutzer kommen, ist das zumindest ein bisschen verdächtig. Denn: Warum sollte ein anderer Nutzer an mir Interesse haben, wenn ich noch gar keine Informationen oder ein Foto eingestellt habe?

Inhalt der Nachrichten: Skepsis ist geboten, wenn der Inhalt der Nachrichten belanglos ist und so an jeden Nutzer gehen könnte. Ein bisschen persönlicher Bezug zu eigenen Angaben auf dem Profil darf man schon von anderen Nutzern erwarten. Auch auf Fragen und Aussagen wird oftmals kaum eingegangen.

Kein Treffen möglich: Gibt es immer wieder Ausreden, dass ein Treffen nicht möglich sei oder die vereinbarten Treffen werden kurzfristig abgesagt? Versuchen Sie es mit einem Telefonat. Ist auch das nicht möglich, sollten Sie stutzig werden.

Verweis auf andere Portale: Wenn der Flirtpartner vorschlägt, über andere Portale oder kostenpflichtige Hotlines weiter zu kommunizieren, sollte klar werden, dass es hier nicht um Liebe, sondern um Geld geht.

Bitte um Geld: Das ist die Masche der digitalen Heiratsschwindler. Es wurde viel geschrieben, Seelenverwandtschaft vorgegaukelt, intensive Gefühle entwickelt und plötzlich hat er oder sie kein Geld für den Flug, das Visum oder ein Verwandter ist schwer krank und braucht Medikamente.

Tipp: So entlarven Sie Fake-Profile

Haben Sie einen Verdacht, dass sich hinter dem Profil kein Mensch mit ernsthaften Absichten verbirgt, dann können Sie dem Täuscher vielleicht auf die Spur kommen. Die Herkunft von Profilfotos lässt sich mit der Google-Rückwärts-Bildersuche ermitteln. Dazu wird das Foto bei der Suchmaschine hochgeladen und dann dort mit Millionen-Bildern im Internet abgeglichen. Wird das Motiv auf einer anderen Internetseite verwendet, wird die dann angezeigt.