Hotelsterne – Das sollten Sie beachten

Hotels, die ihre Qualitätsstandards offiziell überprüfen lassen, bekommen solch eine Plakette
Hotels, die ihre Qualitätsstandards offiziell überprüfen lassen, bekommen solch eine Plakette.

Wenn einer eine Reise tut, dann will er unterwegs auch gut untergebracht sein. In Deutschland und den meisten Ländern Europas fällt die Orientierung da leicht. Schließlich gibt es für Hotel, Campingplatz und sogar den Sportboothafen die bekannten Sterne. Nur was bedeuten sie, wer vergibt sie und kann man sich auch überall darauf verlassen?

Woher kommen die Sterne?

Die Sterne sind schon ziemlich alt. Dieser Satz gilt tatsächlich auch für die Sternsymbole zur Klassifizierung von Leistungen bei der Bewirtung von Gästen. Angefangen hat alles genau im Jahr 1900. Die Brüder André und Édouard Michelin gaben als Reifenhersteller einen Werkstatt-Wegweiser heraus. Zusätzlich gab es Restaurant – und Übernachtungstipps. Der so entstandene Guide Michelin bewertet seitdem Hotels und Restaurants. Und um da die Unterschiede einfach und deutlich hervorzuheben, erfanden die Brüder Michelin die berühmten Sterne. Mit dem Aufkommen des Massentourismus wurden dann Hotels von verschiedenen Behörden und Tourismusvereinen bewertet und mit Sternen "ausgezeichnet".

Wer vergibt die Sterne?

In diese Bewertung musste Ordnung rein, deswegen vergibt bei uns in Deutschland nur einer die Sterne: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA. Der hat 1996 ein einheitliches System der Sternevergabe eingeführt. Das hat Sinn, denn schließlich orientieren sich auch in Zeiten zahlreicher Internetbewertungsportale gut 80 Prozent aller Gäste an den Sternen bei der Wahl ihres Hotels.

Das hat zur Gründung der Hotelstars Union geführt, ein länderübergreifendes Fünf-Sterne-System in Europa. Die 15 Mitgliedsstaaten (derzeit Belgien, Dänemark, Estland, Griechenland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Schweden, Schweiz, Tschechien und Ungarn) wollen eine einheitliche Hotelklassifizierung in Europa schaffen. 

"Das ist nicht ganz einfach, denn durch die regionalen Unterschiede haben die Gäste natürlich auch verschiedene Ansprüche", erklärt Dirk Ellinger, Hauptgeschäftsführer des DEHOGA-Teams Thüringen. "Während Gäste in Griechenland wie selbstverständlich eine Klimaanlage im Zimmer fordern, weiß man in Island damit nicht viel anzufangen." Die vergebenen Sterne gelten jeweils für drei Jahre und werden nur bei sehr groben Verstößen aberkannt.

Und wie ist das nun weltweit?

Klassische Reiseländer wie Ägypten, Tunesien oder auch die Türkei versuchen, sich dem System der Hotelstars Union anzupassen. Eine Garantie für gleichen Standard gibt es allerdings nicht, gerade im Bereich von einem bis drei Sterne. Im oberen Bereich kann man sich hingegen weltweit ziemlich sicher sein, dass die Kriterien der Hotelstars Union auch woanders erfüllt werden.

In einem Fünf-Sterne-Hotel in Indien ist man also bestens aufgehoben – wenn man es sich leisten kann. Auch versuchen Reiseveranstalter mit einheitlichen Standards in Form von Sonnensymbolen Vergleichswerte zu schaffen. Da sollte man sich aber über die Auswahlkriterien genau informieren.

Helfen Bewertungsportale weiter?

Ganz klares: Jein. Denn es gibt zwei verschiedenen Arten, die beide mehr oder weniger manipuliert werden können. Hotelbewertungs- und Buchungsportale.

Unterschied: In Hotelbewertungsportalen kann Jeder eine Bewertung hinterlassen. Im Buchungsportal kann nur bewerten, wer im jeweiligen Hotel auch tatsächlich gebucht hat und es somit wirklich kennt.

Experten empfehlen ohnehin, sich nie auf nur ein Bewertungsportal zu verlassen und sich die Bewertungen auch wirklich durchzulesen, statt nur nach eventuellen Sonnen oder eigenen Sternen zu beurteilen.

Flecken auf dem Teppich in einem Hotelzimmer
Flecken auf dem Teppich in einem Hotelzimmer. Sauberkeit ist ein Kriterium, um einen Stern zu bekommen.

Wie halten es die großen Reiseveranstalter?

Reiseveranstalter sind dazu übergegangen, eigene Klassifizierungen vorzunehmen, um dem Reisenden eine objektive Orientierung zu bieten. Diese unterscheiden sich von den Sternen in der Landeskategorie. Deutschlands Marktführer TUI etwa hat sich dabei für Sonnen entschieden. Sechs Sonnen heißt: Luxus pur!

Neben eigenen Test vor Ort fällt in die Bewertung auch das Feedback der Kunden. Regelmäßig würden deshalb auch Hotels herabgestuft, wenn sich die Beschwerden häufen. Der TÜV Saarland hat das überprüft und die Kundenbewertung aktuell mit "sehr gut" bewertet.

Fazit:

In den Ländern der Hotelstars Union haben Sie es mit der Bewertung einfach. Wollen Sie weiter weg, dann helfen Ihnen gerade im Normalpreisbereich Buchungsportale weiter. Fragen Sie außerdem in Ihrem Reisebüro und unter Umständen in einem sozialen Netzwerk. Verlassen Sie sich nie nur auf eine Aussage.

Zu guter Letzt: Gibt es eigentlich ein Hotel mit mehr als fünf Sternen?

Es gibt sogar drei solche Hotels, jeweils mit sieben Sternen: das Burj-al-Arab-Hotel in Dubai, das Emirates Palace Hotel in Abu Dhabi und die Seven Stars Galleria in Mailand. Der Ehrlichkeit halber muss man aber sagen, dass diese sieben Sterne bei keinem der Hotels offiziell vergeben wurden. Die Hotels haben sich die Sterne mehr oder weniger selber verliehen und werden von internationalen Hotelvereinigungen offiziell als Fünf-Sterne-Hotels geführt.

Was kann man in welcher Hotel-Kategorie erwarten?

Viele Reisende verlassen sich bei der Auswahl ihres Hotels auf die Anzahl der Sterne. Es kommt immer wieder vor, dass Hotels zwar mit Sternen werben, die sie zum einen gar nicht haben oder zum anderen dem Anspruch nicht gerecht werden. Wurden die Sterne im Rahmen der offiziellen Deutschen Hotelklassifizierung durch den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) vergeben, muss das Hotel bestimmte Kriterien erfüllt haben. Diese werden immer wieder den Gegebenheiten angepasst.

1 Stern: Einfache Ansprüche

Es muss keine Rezeption geben, jedoch einen Empfangsdienst. Dort muss es auch ein Telefax und ein Telefon geben, das alle Gäste nutzen dürfen. Alle Zimmer sind mit Dusche/WC oder Bad/WC ausgestattet. Dort liegt je Gast nur ein Badetuch und Seife oder Waschlotion bereit. Zur Ausstattung der Zimmer gehören je ein Farb-TV samt Fernbedienung, ein Bett, ein Tisch und ein Stuhl. Die Zimmer werden täglich gereinigt. Getränke gibt es nicht im Zimmer, aber im Hotel. Das Frühstück gibt es in einem Frühstücksraum als einfaches Buffet mit einer eingeschränkten Auswahl oder man kann aus einer Frühstückskarte auswählen.

Schimmel und Dreck auf dem Boden im Hotelbad
Schimmel und Dreck auf dem Boden im Hotelbad

2 Sterne:  Mittlere Ansprüche

Zu dem Standard im Ein-Stern-Bereich kommen einige Dinge hinzu. Neben dem Badetuch gibt es auch ein Handtuch sowie Schaumbad oder Duschgel im Bad. Im Hotel kann man – falls vergessen – zum Beispiel eine Zahnbürste, Zahncreme oder Einmalrasierer kaufen. Das Frühstücksbuffet hält eine größere Auswahl an Speisen und Getränken bereit. Es gibt unter anderem Eier und Müsli. Die Ausstattung der Zimmer wird durch eine Leselicht am Bett erweitert. Das Hotel akzeptiert auch die Bezahlung mit Karten.

3 Sterne: Gehobene Ansprüche

Hotels dieser Katergorie empfangen ihre Gäste mit einer Rezeption. Sie ist 14 Stunden besetzt, jedoch rund um die Uhr erreichbar. Das Personal spricht neben Deutsch auch Englisch. Am Empfang gibt es eine Sitzgruppe und Gepäckservice. Die Zimmer zeichnen sich gegenüber dem Zwei-Sterne-Bereich durch die bessere Zimmerausstattung aus. Beim Betreten der Zimmer fallen vor allem Ankleidespiegel, Kofferablage und das Telefon auf dem Zimmer auf. Für jeden Gast gibt es eine Sitzgelegenheit, davon mindestens einen Stuhl.

Einen Internetzugang gibt es auf dem Zimmer. Wer Durst hat muss das Zimmer nicht verlassen. Dort gibt es ein Getränkeangebot. Wer Zusatzkissen und -decke haben möchte, bekommt diese auf Wunsch. Die Betten werden ein Mal pro Woche neu bezogen. Im Bad des Drei-Sterne-Hotels fallen Haartrockner und Papiergesichtstücher ins Auge. Für die Unwägbarkeiten des Alltags hält diese Hotelkategorie Nähzeug und Schuhputzutensilien bereit sowie bietet es das Waschen und Bügeln der Gästewäsche an.

4 Sterne: Hohe Ansprüche

Im Vergleich zum Drei-Sterne-Hotel ist in dieser Kategorie die Rezeption 16 Stunden besetzt. Das Hotel verfügt über eine Lobby mit Sitzgelegenheiten, einen Getränkeservice und einer Hotelbar. Die Zimmer sind in dieser Klasse mit Sessel oder Couch nebst Beistelltisch sowie einer Minibar ausgestattet. Im Bad liegen neben den Standardutensilien auch Duschhaube, Nagelfeile und Wattestäbchen bereit.

Das Bad zeichnet sich durch einen Kosmetikspiegel und großzügige Ablagefläche aus. Bademantel oder Hausschuhe gibt es nicht auf dem Zimmer, können jedoch auf Wunsch gebracht werden. Zum Frühstücksbuffet gibt es auch Bedienung. Wahlweise wird das Frühstück auch aufs Zimmer gebracht. Damit das Hotel vier Sterne erhält, muss es ein à-la-carte-Restaurant nachweisen.

5 Sterne: Höchste Ansprüche

In einem Fünf-Sterne-Hotel gibt es den Rund-um-Service. An der Tür wird der Gast von einem Doorman empfangen. Ein Wagenmeister kümmert sich zum um den Pkw. Hotelpagen und Concierge kümmern sich um den Weg vom Hoteleingang bis zur Rezeption. Dort wird man rund um die Uhr begrüßt. Das kann in mehreren Sprachen erfolgen.

Die Empfangshalle ist mit Sitzgelegenheiten und Getränkeservice ausgestattet. Auf dem Zimmer wird der Gast mit einer personalisierten Begrüßung erwartet. Dazu gibt es frische Blumen oder Präsente. Speisen und Getränke gibt es rund um die Uhr, entweder aus der Minibar oder vom Roomservice. Während es im Vier-Sterne Hotel zwar die Utensilien für Näharbeiten und Schuheputzen gibt, erledigt das im Fünf-Sterne-Hotel das Personal innerhalb kürzester Fristen.

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