Wie Betrüger mit Fake-Shops Kasse machen

Mann vor Online-Shop
Bei sehr günstigen Angeboten im Internet sollte man vorsichtig sein.  | Bild: dpa/picture alliance

Fake-Shops sind gefälschte Online-Verkaufsplattformen. Sie versuchen, Kunden zu betrügen, indem sie Waren anbieten, die zum Beispiel gar nicht geliefert werden. Eine weitere Möglichkeit ist, dass man gefälschte Produkte minderer Qualität zugeschickt bekommt und nicht das Produkt, was im Shop beworben wurde. Hat man per Vorauskasse bezahlt, ist das Geld oft futsch.

Woran erkennt man Fake-Shops?

  • Betrügerische Online-Shops sind nicht immer ganz leicht zu erkennen. Sie sehen häufig sehr professionell aus und fälschen beispielsweise Gütesiegel. Durch gute Kundenbewertungen sollte man sich nicht in die Irre führen lassen – auch die können gefälscht sein. Im Gegenteil: Wenn es nur sehr gute Bewertungen gibt, sollte auch das misstrauisch machen.
  • Die Alarmglocken sollten angehen, wenn ein Produkt sehr viel günstiger als in sämtlichen vergleichbaren Shops oder im Laden angeboten wird.
  • Rechtschreib- und Grammatikfehler auf der Seite können auf einen unseriösen Anbieter hinweisen.
  • Ebenso die Tatsache, dass das Impressum unvollständig ist – zum Beispiel ohne Telefonnummer – und wichtige AGB fehlen oder fehlerhaft sind.
  • Bankverbindungen sind häufig ungewöhnlich und/oder sehen eher nach Privatkonten aus.
  • Das https im Browser ist inzwischen kein Sicherheitsmerkmal mehr für seriöse Shops. Auch die Internet-Adressen von Fake-Shops können mit https beginnen. Das Kürzel bedeutet lediglich, dass es sich um eine gesicherte Verbindung handelt. Auch wenn die Webadresse des Shops seriös klingt und ".de" als Adressendung hat, ist dies kein Hinweis darauf, dass der Händler seinen Sitz in Deutschland hat.
  • Vorsicht, wenn nur Vorauskasse und Sofortüberweisung möglich sind. Häufig sind in Fake-Shops mehrere Bezahlmöglichkeiten angegeben – dann funktionieren aber "aufgrund technischer Probleme" nur die zuerst genannten Möglichkeiten. Hier besteht die Gefahr, dass man sein Geld nicht mehr wiederbekommt. Bei der Zahlung per Lastschrift kann das Geld noch acht Wochen lang zurückerstattet werden.
Angebot in einem Online-Shop
Vorsicht ist geboten, wenn Angebote verdächtig günstig daher kommen. | Bild: SWR

Wie kann ich mich schützen?

  • Wenn Ihnen ein Shop komisch vorkommt, können Sie zunächst nachschauen, ob er in der Liste betrügerischer Online-Shops der Watchlist Internet aufgeführt ist. Sie können den Namen des Verkäufers oder die Webadresse auch in eine Suchmaschine eingeben und gucken, ob es Warnungen von geprellten Kunden gibt.
  • Zusätzlich können Sie bei Denic (.de-Endungen) oder unter bei ICANN (alle Endungen) die Internetadresse des Shops überprüfen. Hier erfahren Sie in der Regel den tatsächlichen Firmensitz des Anbieters.
  • Schauen Sie auf der Website des Originalherstellers nach, ob er vor dem Shop warnt oder kontaktieren Sie ihn, um nachzufragen.
  • Nutzen Sie kostenlose Browser-Erweiterung für sicheres Einkaufen im Internet, wie zum Beispiel Web of Trust (WOT), Flagfox oder WorldIP. Aber auch hierauf sollte man sich nicht vollkommen verlassen.
  • Hilfe bietet auch die Initiative D21, ein gemeinnütziges Netzwerk für die digitale Gesellschaft. Sie listet vier Gütesiegel für Online-Shops auf, die sie als vertrauenswürdig einschätzt:

"EHI-Geprüfter Online Shop"

"Trusted Shops"

"safer-shopping"

"internet privacy standards"

Machen Sie aber auf alle Fälle die Gegenprobe, wenn Sie ein Gütesiegel auf der Seite eines Shops entdecken: Ist der Shop auch im Verzeichnis des Siegelanbieters gelistet?

Sicherheits-Siegel auf der Seite müssen nichts bedeuten: Sie können gefälscht sein.
Sicherheits-Siegel auf der Seite müssen nichts bedeuten: Sie können gefälscht sein.  | Bild: SWR

Was kann mir passieren?

  • Das Geld ist weg, die Ware wird überhaupt nicht ausgeliefert.
  • Statt eines Markenprodukts erhalte ich gefälschte, minderwertige Ware
  • Das kann auch Ärger mit dem Zoll bedeuten, denn dieser konfisziert Fälschungen. Zudem wird bei einer Bestellung aus einem Nicht-EU-Land Umsatzsteuer fällig (ab einem Sendungswert von 22 Euro inklusive Porto), ab einem Gesamtwert von 150 Euro ist eine Sendung darüber hinaus zollpflichtig.
  • Auch wenn mir kein finanzieller Schaden entstehen sollte, riskiere ich durch die Angabe meiner persönlichen Daten deren Weitergabe bzw. einen Datenmissbrauch.
EC-Karte auf Computer-Tastatur
Bei verdächtigen Shops sollte man niemals Geld per Vorauszahlung überweisen. | Bild: SWR

Was kann ich tun, wenn ich hereingefallen bin?

  • Sofort die Bank kontaktieren und versuchen, geleistete Zahlungen rückgängig zu machen. Vielleicht lässt sich eine Überweisung noch stoppen.
  • Bei anderen Zahlungsarten (beispielsweise Bargeldtransfer, Kreditkarte) kontaktieren Sie sofort den Dienstleister und lassen ihn die Transaktion stoppen.
  • Bewahren Sie Beweise für Ihren Kauf unbedingt auf: Bestellbestätigung, E-Mails, Screenshots von der Seite.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Die Strafrechtliche Verfolgung der Betrüger ist zwar schwierig, weil viele im Ausland sitzen. Dennoch ist eine Anzeige wichtig – auch um Löschungen von Fake-Shops voranzutreiben.
  • Auf onlinewarnungen.de erhalten Sie Hilfe rund um Online-Betrug und können betrügerische Seiten melden. Auch bei der Watchlist Internet ist dies möglich. Die Stelle prüft gemeldete Shops und listet betrügerische Anbieter auf.

Tipps zum Umgang mit Betrügerischen Internet-Shops gibt auch der "Ratgeber Internetkriminalität" der Polizei Niedersachsen.

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