Unsichere Auto-Schließsysteme: Wie kann man sich schützen?

Ein "Keyless Go"-Schlüssel. Via Funkwellen kann man damit Fahrzeuge öffnen und anlassen, ohne den Schlüssel ins Schloss zu stecken.
Ein "Keyless Go"-Schlüssel. Via Funkwellen kann man damit Fahrzeuge öffnen und anlassen, ohne den Schlüssel ins Schloss zu stecken.

Was ist "Keyless Go"?

"Keyless Go" ist der Überbegriff für moderne, schlüssellose Zugangs- und Startsysteme für Autos. Mit dieser Technik kann man Fahrzeuge öffnen und anlassen, ohne dafür den Schlüssel ins Schloss zu stecken oder anderweitig zu bedienen. Das System funktioniert bei jedem Hersteller mehr oder weniger gleich, heißt aber überall anders, etwa auch "Keyless Entry" oder "Keyfree System".

Wo liegt die Gefahr?

"Keyless Go" funktioniert über einfache Funktechnik, und kann deswegen mit einem "Funkwellen-Verlängerer" überlistet werden. Wer sich ein bisschen auskennt, kann so ein Gerät mit "Zutaten", die im Elektrofachhandel gerademal 150 Euro kosten, selbst basteln. Das Funksignal des Schlüssels wird so verstärkt, sodass man mit einem Empfänger das Auto auch aus großem Abstand öffnen und anlassen kann. Betroffen sind alle großen Autohersteller aus dem In- und Ausland.

Was sagt die Autobranche zur Sicherheitslücke?

ADAC: "Autos mit dem Komfort-Schließsystem 'Keyless' sind deutlich leichter zu stehlen als Fahrzeuge mit normalem Funkschlüssel. Die Auto-Hersteller sind in der Pflicht: Ein teureres Schließsystem darf nicht deutlich einfacher zu knacken sein als die Serien-Funk-Fernbedienung."

Audi: "Wir arbeiten ständig an Verbesserungen der Sicherheitssysteme um Manipulationen zu erschweren bzw. zu verhindern."

BMW: "Mit hoher krimineller Energie und durch Einsatz aufwändiger und kostenintensiver Spezialtechnologien versucht das organisierte Verbrechen, die Sicherheitsmechanismen anzugreifen. Deshalb entwickelt BMW die Schutzmechanismen konstant weiter."

Honda: "Wir nehmen die Sicherheit von elektronischen Kontrollsystemen extrem ernst. Deswegen arbeiten wir ständig an Verbesserungen."

Mercedes: "Wir bieten unseren Kunden die Möglichkeit, direkt am Fahrzeugschlüssel das Funksignal zu deaktivieren, so dass ein Missbrauch verhindert werden kann: Durch zweimaliges Drücken auf die Verriegeln-Taste am Schlüssel wird Keyless Go deaktiviert, dies wird durch kurzes Aufleuchten der LED (zwei kurze und ein langer Flash) am Schlüssel quittiert."

Renault: "Wir passen unsere technischen Lösungen der schlüssellosen Zugangs- und Startsysteme permanent an, um die Sicherheit unserer Fahrzeuge gewährleisten zu können und zu verbessern."

VW: "Wir beobachten die aktuellen Vorgehensweisen der Fahrzeugdiebe sehr genau und tauschen uns regelmäßig mit übergeordneten Polizeistellen (BKA und LKA) und der Versicherungswirtschaft zu dieser Thematik intensiv aus."

Verband der Automobilindustrie (VDA): "Die Autohersteller arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Schutzmechanismen. Voraussichtlich wird im kommenden Jahr eine optimierte Technologie verfügbar sein, die das Mitlesen des Funksignals verhindert.“

Wie kann man sich schützen?

Metall blockt die Funkstrahlung ab. Deswegen raten Experten, den Schlüssel in Alufolie, oder ein geschlossenes Metall-Kästchen zu packen. Aber Vorsicht: hundertprozentige Sicherheit erreicht man damit nicht. Viele Autohersteller bieten an, das "Keyless Go"-System in einer Fachwerkstatt komplett deaktivieren zu lassen. Das ist dann der sicherste Weg.

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