Tipps: Darauf sollten Sie beim Matratzenkauf achten

Matratzen
Für einen erholsamen Schlaf ist die richtige Matratze ein wichtiger Faktor.

Die richtige Matratze ist enorm wichtig für die Gesundheit. Wenn die Matratze nicht passt, dann werden die Knochen nicht ausreichend gestützt und die Muskeln können sich nicht entspannen. Vor allem die Bandscheiben leiden darunter. Die Folge: Rückenschmerzen. Deshalb sollten Sie auf beim Kauf einer neuen Matratze einige Tipps beachten.

Härtegrade sind nicht genormt

Auf fast allen Matratzen findet man Informationen dazu, wie hart oder weich das Liegegefühl ist. Diese Härteangaben sind aber nicht genormt. Es gibt zwar eine Skala mit Härtekennzahlen von eins bis zehn  – allerdings ist nicht geregelt, ab welcher Zahl eine Matratze weich oder sehr weich ist.

Die Angeben zum Härtegrad sind somit wenig aussagekräftig und können von Hersteller zu Hersteller variieren. Bis es hier keine einheitliche Norm gibt, bleibt dem Verbraucher nichts anderes übrig, als Probe zu liegen und viele verschiedene Varianten auszuprobieren.

Matratze mit Härtegrad-Angabe
Was sagt der Härtegrad einer Matratze aus?

Harte oder weiche Matratze?

Sowohl harte als auch weiche Matratzen haben Nachteile: Bei einem harten Bett wird der Körper zu ständigen Haltungswechseln gezwungen und die Wirbelsäule kann nicht richtig abgestützt werden. Ist das Bett hingegen zu weich, wird die Bewegungsfreiheit eingeschränkt und die Wirbelsäule hängt durch. Daher muss für jede Person der richtige Härtegrad erst gefunden werden.

Generell gilt zwar, dass schwere Personen auf einem harten Untergrund besser liegen, da sie auf einer weichen Matratze stark einsinken können. Nichts desto trotz kann auch eine schwerere Person eine weichere Matratze wählen, wenn die Liegeeigenschaften passen. Das Wichtigste ist, dass man bequem und gesund auf der Matratze liegt.

Wirbelsäule sollte gestützt werden

Testperson auf Matratze
Wenn die Wirbelsäule so gekrümmt wird, ist die Matratze ungeeignet.

Es gibt nicht die eine perfekte Matratze. Jeder Körper ist anders gebaut und die Matratze muss zur jeweiligen Person passen. Eine gute und passende Matratze erkennt man daran, dass sie an Gesäß und Schultern leicht nachgibt. Wenn auf dem Rücken gelegen wird, sollte die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Form erhalten bleiben und nicht verbogen werden.

Daher sollte bei Menschen mit Flachrücken oder Hohlkreuz die Matratze diese Form stützen und nicht beeinflussen. Wird auf der Seite gelegen, sollte die Matratze im Schulter- und Beckenbereich so nachgeben, dass die Wirbel am Rücken eine gerade, horizontale Linie bilden. Die Wirbelsäule sollte sich nicht nach oben biegen oder nach unten durchhängen

Eine Matratze nicht für zwei Personen verwenden

Matratzen
Paare, die ein Bett teilen, sollten nicht auch dieselbe Matratze teilen.

Jede Person ist anders gebaut und benötigt eine auf den Körperbau abgestimmte Matratze. So auch bei Paaren, die zusammen in einem Bett schlafen. Es sollten daher zwei Matratzen gekauft werden, damit jeder Rücken die optimale Schlafunterlage erhält. Eventuell kann auch auf einer gemeinsamen Matratze geschlafen werden – allerdings sollte dann darauf geachtet werden, dass diese punktelastisch ist. Das bedeutet, dass Bereiche der Matratze individuell nachgeben, ohne umliegende Bereich zu beeinflussen.

Nicht an Gewohnheiten festhalten

Beim Kauf einer neuen Matratze sollte man sich nicht von Gewohnheiten beeinflussen lassen. Daher sollten Material, Härtegrad oder Matratzenhöhe nicht vorher festgelegt werden. Ansonsten kann es passieren, dass die optimal geeignete Matratze von vornherein ausgeschlossen wird.

Stattdessen kann man sich vor dem Kauf überlegen, welche Beschwerden bisher beim Schlafen aufgetreten sind, zum Beispiel Rücken- oder Nackenschmerzen. Diese Beschwerden berücksichtigen gute Verkäufer bei der Beratung. Außerdem sollte der Preis zu Beginn vernachlässigt werden, denn dieser kann stark beeinflussen. Es sollte beim Probeliegen ausschließlich auf das Liegegefühl geachtet werden.

Viel Zeit nehmen

Für den Matratzenkauf sollte viel Zeit mitgebracht werden, denn um die optimale Matratze zu finden,  sollten unterschiedliche Modelle ausprobiert werden. Eine individuelle Matratzenberatung mit nötigen Erklärungen und ausführlicher Liegereise kann daher bis zu einer Stunde dauern. Ein guter Berater weiß meist nach drei bis fünf Versuchen, welche ergonomische Passform ein Körper hat und welche Matratzen in Frage kommen.

Nicht am Abend Probeliegen

Beim Probeliegen sollte darauf geachtet werden, dass die gewohnte Schlafposition eingenommen wird. Nur so kann man herausfinden, ob die Matratze zu weich oder hart ist und wie der Liegekomfort ist. Der Verkäufer sollte die Matratze vorher auspacken, da die Plastikverpackung das Liegegefühl beeinflussen kann.

Zudem ist von Probeliegen am Abend abzuraten: Da man um diese Tageszeit ohnehin schon müde ist, empfindet man allein das Hinlegen als angenehm. Die Entscheidung wird dadurch nur erschwert.

Nicht auf Werbeversprechen reinfallen

Matratzenkern
Eine aufwändige Aufmachung ist kein Indiz für Qualität.

Viele Matratzen werden mit aufwändigen Schnitttechniken und schönen Oberflächen beworben. Das Aussehen einer Matratze lässt aber keine Rückschlüsse auf die Qualität zu. In der Werbung werden beispielsweise Oberflächen mit Noppen beworben, die einem weichen Liegegefühl und dem Abtransport von Schweiß dienen. Sobald sich eine Person auf die Matratze legt, sinken die Noppen allerdings ein und das Material presst sich zusammen. Dadurch wird die Matratze nicht nur härter, auch die Feuchtigkeit kann zwischen den Noppen nicht mehr abtransportiert werden.

Sehr aufwändige und filigrane Schnitttechniken, bei denen viele Löcher in den Schaumstoff geschnitten werden, können sich sogar negativ auf die Haltbarkeit der Matratze auswirken. Daher gilt: Eine einfache oder nicht-vorhandene Schnitttechnik ist kein Indiz für schlechte Liege- oder Materialqualität.

Nach Rückgaberecht fragen

Ob eine Matratze tatsächlich optimal passt, kann meist erst nach einigen Tagen Probeliegen herausgefunden werden. Daher sollte man beim Kauf fragen, ob eine Rückgabe möglich. Gesetzlich gesehen hat man zwar kein Umtauschrecht, allerdings sind einige Verkäufer sehr kulant. Zur Sicherheit sollte die Kulanzvereinbarung auf der Rechnung notiert werden.

Wird die Matratze im Internet oder per Telefon gekauft, so greift das Fernabsatzgesetz. Man darf das Produkt zuhause auspacken und testen, so wie man im Geschäft die Möglichkeit dazu hätte. Wenn einem die Matratze nicht gefällt, kann man sie innerhalb einer Frist von zwei Wochen zurücksenden. Diese Frist gilt ab Erhalt der Ware.

Nützliche Links:

215 Matratzen im Test

Test der Stiftung Warentest 2015 mit Infos zur Matratzenauswahl und Kauftipps

Betten – und Matratzenauswahl für Kinder

Infos der Verbraucherzentralen

Matratzenpflege

Tipps von SWR-Haushaltsexpertin Silvia Frank

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