Versteckter Zucker – Tipps für den Einkauf

Nährwerttabelle
Nährwerttabelle

Zucker wird von vielen Herstellern geschickt in den Verpackungsangaben versteckt. Erfahren Sie, worauf Sie bei der Nährwerttabelle achten sollten und was hinter einigen chemischen Begriffen steckt.

Der Kennzeichnungs-Trick

Wenn ein Produkt Zucker enthält, muss das in der sogenannten Nährwerttabelle auf der Verpackung angegeben sein. Die Nährwerttabelle listet unter anderem den Gehalt an Energie, Fett, Kohlenhydraten mit Zucker, Ballaststoffen, Eiweiß und Salz in einem Produkt auf. Meist beziehen sich die Angaben auf 100 Gramm des Produktes.

In dieser Tabelle muss allerdings nur Einfach- und Zweifachzucker angegeben werden. Darunter fallen herkömmlicher Haushaltszucker, Rübenzucker, Rohrzucker oder Kristallzucker Mehrfachzucker müssen dagegen nicht angegeben werden, obwohl sie auch oft als Süßungsmittel eingesetzt werden.

Unter Mehrfachzucker fallen zum Beispiel Oligofruktose, Fruktose-Glukose-Sirup, Maltrodextrin oder Maltotriose. Ein Produkt kann deshalb einen deutlich höheren Zuckergehalt haben, als in der Nährwerttabelle angegeben ist.

Nährwerttabelle
Auch genau lesen bringt nicht immer Klarheit.

Der Begriffstrick

Zucker und Süßungsmittel können insgesamt 70 verschiedene Bezeichnungen haben und sich so in der Zutatenliste auf Verpackungen verstecken, ohne dass der Verbraucher sie sofort als Zucker identifizieren kann, wie zum Beispiel Dextrose, Sucralose, Melasse, Maltose, Raffinose oder Süßmolkenpulver. Das hat den Vorteil, dass sich der Zuckergehalt auf mehrere Zutaten verteilt. Und herkömmlicher Zucker in der Zutatenliste weiter nach hinten rutscht. Denn die Zutat mit dem größten Gehalt im Produkt muss als erstes angegeben werden.

Beispiel: Ein Müsli, das mit „weniger süß“ beworben wird und laut Verpackung „30 % weniger Zucker enthält“, kommt laut Nährwerttabelle auf einen Zuckergehalt von 85 Gramm, das sind gut 28 Stück Würfelzucker. Laut Zutatenliste enthält das Produkt auch Oligofruktose, ein Mehrfachzucker, der nicht auf den Zuckergehalt angerechnet wird. Der Gesamtzuckergehalt des Produktes liegt also höher. In der Zutatenliste tauchen zudem sechs Süßungsmittel auf: Zucker, Oligofruktose, Glukosesirup, Dextrose, Gerstenmalzextrakt und Magermilchpulver.