Häufige Fragen zum Thema Erbschleicher

Taschendieb
Erbschleicherei ist nur schwer nachweisbar. Sie ist weder strafbar, noch wird dadurch ein Testament unwirksam.

Gibt es einen Paragrafen, der die Erbschleicherei regelt?

Nein, der Begriff der Erbschleicherei ist rechtlich eine Grauzone. Sie ist weder strafbar, noch wird dadurch ein Testament unwirksam. Vielmehr ist Erbschleicherei eine moralische Wertung: Jemand erwirbt das Vertrauen eines Menschen mit dem Ziel, an dessen Erbe zu kommen.

Eine rechtliche Grenze wird erst dann erreicht, wenn ein älterer Mensch zum Beispiel durch einen Erbschleicher gegen seinen eigenen Willen zu einem Testament gedrängt wird. Oder aber getäuscht wird darüber, dass er gerade ein Testament schreibt. In solchen Fällen ist ein Testament anfechtbar.

Wie kann man Erbschleicherei verhindern?

Ganz wichtig: Nur weil jemand sein Vermögen einem Fremden vererbt, ist diese Person noch lange kein Erbschleicher. In Deutschland herrscht Testierfreiheit. Niemand ist gezwungen, sein Vermögen innerhalb der Familie zu vererben. Lediglich Pflichtteilsberechtigte, wie etwa Kinder, können nicht übergangen werden.

Haben Familienangehörige aber den Verdacht, ein Erbschleicher ist am Werk, sollten sie möglichst noch zu Lebzeiten eingreifen. Familiäre Nähe ist der beste Schutz.

Auch ein gemeinschaftliches Testament unter Eheleuten kann schützen: Machen Eheleute ein sogenanntes "Berliner Testament", so setzen sie sich gegenseitig zu Erben ihres Vermögens ein. Dieses Testament ist bindend. Das bedeutet, dass ein potentieller Erbschleicher in einer solchen Konstellation nicht als Erbe eingesetzt werden kann. Wichtig: Ein solches Testament sollte man unbedingt sorgfältig aufbewahren, damit es nicht verschwindet und im Todesfall auch bei Gericht vorgelegt werden kann.

Sind Heimbewohner besser geschützt?

Ja, die Heimgesetze bestimmen, dass Pflegeheime und die dort beschäftigten Pfleger sowie deren Angehörige keine Erbschaften annehmen dürfen. Krankenschwestern und Ärzte, Betreuer, ambulante Pfleger zu Hause dürfen dagegen erben. Vielen geht dieses Heimgesetz nicht weit genug, da sie fürchten, dass auch andere Menschen, von denen ein Erblasser abhängig ist, diese Position ausnutzen könnte. Eine Erweiterung des Gesetzes ist aber derzeit nicht geplant.