Häufige Fragen zur Verwahrung von Testamenten

Testament
Mit dem Schreiben des "Letzten Willen" ist es noch nicht getan – das Testament muss nach dem Tod auch gefunden werden.

Was sollte man bei der Verwahrung eines Testaments bedenken?

Der Erblasser legt in seinem Testament fest, was mit seinem Nachlass geschehen soll. Die getroffenen Regelungen können aber nach dem Tod nur umgesetzt werden, wenn das Testament seinen Weg zum zuständigen Nachlassgericht findet. Zwar kann man das Testament zu Hause, etwa in einem Aktenordner, der Schreibtischschublade oder einem Safe aufbewahren. Dabei gilt es allerdings, ein paar Dinge zu bedenken: In den eigenen vier Wänden könnte das Testament zum Beispiel durch ein Feuer oder einen Wasserschaden vernichtet werden. Außerdem ist nicht sicher, dass das Testament im Todesfall auch tatsächlich gefunden und beim Nachlassgericht abgegeben wird. Zwar mag man zu Lebzeiten davon ausgehen, dass alles gut gehen wird. Leider kommt es aber allzu häufig vor, dass die Erben über den Nachlass streiten. Wer das Testament findet, ist zwar von Gesetzes wegen verpflichtet, es beim Nachlassgericht abzugeben. Dennoch: Unliebsame Testamente verschwinden oft auf mysteriöse Weise.

Wie verwahrt man ein Testament sicher?

Um sicherzugehen, dass nach dem Tod alles seinen rechten Gang geht, sollte man das Testament in amtliche Verwahrung geben. Entscheidet man sich dafür, das Testament vor einem Notar zu erstellen, kommt es automatisch in amtliche Verwahrung. Aber auch ein privatschriftliches Testament, das man zu Hause am Küchentisch aufsetzt, kann in amtliche Verwahrung gegeben werden und zwar bei dem Amtsgericht, das für den Wohnort zuständig ist. Dort werden die Testamente in feuerfesten und auch sonst besonders gesicherten Stahlschränken aufbewahrt. Und: Unbefugten ist der Zugriff verwehrt. Allerdings kostet diese Sicherheit Geld. Die Gebühr beträgt pauschal 75 Euro.

Was hat es mit dem zentralen Testamentsregister auf sich?

Seit dem 01. Januar 2012 können amtlich verwahrte Testamente in das zentrale Testamentsregister eingetragen werden. Das hat folgenden Vorteil: Oft ändern sich im Laufe eines Lebens die Lebensumstände. So passiert es leicht, dass ein Testament etwa in Berlin erstellt und verwahrt wird, der Testierende aber in München stirbt, etwa weil er seinen Lebensmittelpunkt dorthin verlegt. In solchen Fällen blieb die Existenz eines Testaments bisher oft verborgen, einfach weil keiner auf die Idee kam, in Berlin nach einem Testament zu suchen. Das zentrale Testamentsregister ist ein computerbasiertes System, in dem die persönlichen Daten des Erblassers, Ort und Datum der Testamentserrichtung und der Verwahrort des Testaments gespeichert werden. Notare und Gerichte können dann im Todesfall eine Abfrage starten und erfahren so, wo sich das Testament befindet. Wichtig: Der Inhalt des Testaments wird nicht gespeichert. Die Registrierung im zentralen Testamentsregister kostet einmalig 15 Euro.