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BVB gegen Rechts – Dortmund und seine ungeliebten Fans

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BVB gegen Rechts - Dortmund und seine ungeliebten Fans | Video verfügbar bis 10.10.2016

Neven Subotic ist Innenverteidiger bei Borussia Dortmund und seit einiger Zeit vertritt er seinen Verein auch nach außen, als Kämpfer für Flüchtlinge und dabei auch immer öfter gegen rechte Fans. In einem Flüchtlingsheim spricht er über seine eigenen Flucht und seinen Abwehrkampf gegen den zunehmenden Rechtsextremismus in Dortmund.

Borussia Dortmund hat rund zehn Millionen Fans – bei Heimspielen ist das Stadion mit 80.000 Plätzen immer ausverkauft. Der europäische Spitzenclub gehört noch mehr zur Metropole als Bier und Kohle, ist Herzblutverein und Identifikationssymbol Nummer eins für die Menschen der Region.

Bühne für Rechtsextreme

Aber sogenannte Neonazis nutzen das Stadion immer öfter als Kulisse für ihre Banner und Symbole. Auch Ordner sind schon wegen ihrer rechten Gesinnung rausgeschmissen worden. Der harte Kern der Fans mit rechtsextremen Ansichten ist klein – aber laut und gewaltbereit.

Das Problem mit Hooligans ist nicht neu

Siegfried Borchardt
Siegfried Borchardt mt BVB-Tattoo

Das Problem ist nicht neu: Schon in den 80ern gründete sich die Hooligangruppe Borussenfront rund um Siegfried Borchardt genannt "SS Siggi". Die Gruppe wurde verboten – SS Siggi ist immer noch da. Mit Slogans wie "Von der Südtribüne in den Stadtrat" oder "Mit einem Schlag ins Rathaus" gelang dem mehrfach vorbestraften Gewalttäter der Einzug in den Rat der Stadt. Ein großes Problem, denn seitdem fühlten sich die Rechten in Dortmund noch stärker.

Seit zwei Jahren stellt sich nun auch der BVB offen gegen diese Fans. Mit Aktionen gegen Rechts, strikten Stadionverboten und mit Spielern wie Neven Subotic. Der BVB ist bei weitem nicht der einzige Club mit diesem Problem in der Liga, aber mit einer der ersten, der es offen zugibt.

"Kein Bier für Rassisten"

Der BVB beim Training
Der BVB beim Training

Die "Sportschau" begleitet den Fanbeauftragten Daniel Lörcher bei seinem Kampf gegen Rechts. Lange war er selbst bei den Dortmunder Ultras und Vorsänger auf der Südtribüne "Ohne den BVB wäre ich nicht der, der ich heute bin", sagt er, aber auch: "Vielleicht hätte ich früher auf das Thema schauen müssen." Heute fährt er mit Dortmunder Fans nach Ausschwitz und verteilt in Dortmunder Kneipen Bierdeckel mit der Aufschrift: "Kein Bier für Rassisten". Die Autorin spricht mit Hans-Joachim Watzke über die Maßnahmen und deren Wirkung auf die Dortmund-Fans und sie fragt den Satiriker Fritz Eckenga, wie er, der fast mit der Geburt Mitglied wurde, die rechten Aufmärsche sieht?

Ein Film von Mareike Wilms