SENDETERMIN Mi, 28.03.18 | 23:00 Uhr | Das Erste

Dokumentarfilm im Ersten: Das Wunder von Leningrad

Matthias Bundschuh als Dirigent Karl Eliasberg
Matthias Bundschuh spielt den Dirigenten Karl Eliasberg – er kämpft mit seiner Musik gegen die Grausamkeit des Krieges an.  | Bild: NDR/Gebrüder Beetz Filmproduktion Lüneburg GmbH / Andrej Vasilenko

Noch im Sommer 1941 genießt die 17-jährige Olga Kvade ihre von Musik und Theater geprägte Jugend im traumhaft schönen Leningrad. Doch schon wenige Wochen später steht die deutsche Wehrmacht, unter ihnen Unteroffizier Buff, vor den Toren der Stadt und schließt den Blockadering. Während der folgenden, 872 Tage andauernden Blockade Leningrads, werden mehr als eine Million Zivilisten den Tod finden. Mit der Strategie des Aushungerns begeht die deutsche Wehrmacht auf Befehl Adolf Hitlers eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs.

Ein Zeichen des Widerstands

Anja Antonowicz als Nadeshda Boronnikowa während der Proben.
Anja Antonowicz spielt Nadeshda Boronnikowa. | Bild: NDR/Gebrüder Beetz Filmproduktion Lüneburg GmbH / Andrej Vasilenko

Eine Quelle des Lebens in diesen schweren Tagen ist das Radio und die Musik von Karl Eliasberg und seines Rundfunkorchesters. Unermüdlich kämpft er mit den Mitteln der Kunst gegen die Grausamkeit des Krieges an. Gerade als Eliasberg verzweifelt aufhören will, bekommt er den Auftrag seines Lebens. Er soll die 7. Symphonie von Dimitri Schostakowitsch aufführen. Als Zeichen des Widerstands soll das Werk den Deutschen und der Welt zeigen, dass Leningrad lebt.

Der deutsche Unteroffizier Wolfgang Buff verzweifelt in dieser Zeit zunehmend an der Grausamkeit der Ostfront. Die Stadt verwandelt sich in eine Hölle aus Hunger, Kälte und Tod. Als endlich die vollständige Partitur von einem tollkühnen Flieger in die Stadt gebracht wird, gelingen Eliasberg und dem Orchester das schier Unmögliche: Für einen kurzen Moment hält im Sommer 1942 der Krieg inne und die Klänge der "Leningrader Symphonie" bahnen sich ihren Weg durch die Stadt bis hin zu den Stellungen der Deutschen.

Flugplatz Ballenstedt - Evgenij Ussach und Thomas Funk (Ton).
Flugplatz Ballenstedt - Evgenij Ussach und Thomas Funk | Bild: NDR / Gebrüder Beetz Filmproduktion Lüneburg GmbH

Die Leningrad Symphonie – ein Wendepunkt des Krieges

Eindrückliche Interviews mit Zeitzeugen, einzigartige Archivaufnahmen aus dem besetzten Leningrad und aufwendig produzierte Spielszenen zeichnen so die erschütternde Geschichte einer der berühmtesten Symphonien des letzten Jahrhunderts.

Die Belagerung Leningrads war eines der größten Kriegsverbrechen des Zweiten Weltkriegs und zugleich eine große Propagandaschlacht dieser Zeit: Die Aufführung der Leningrad Symphonie gilt in Russland bis heute als ein Wendepunkt des Krieges.

Dreharbeiten zu den Orchesterproben.
Dreharbeiten zu den Orchesterproben | Bild: NDR/Gebrüder Beetz Filmproduktion Lüneburg GmbH / Andrej Vasilenko

"Das Wunder von Leningrad" schildert als packendes Doku-Drama diese Tragödie aus der Perspektive der Belagerten und der Belagerer und zeigt den grausamen Alltag einer Stadt, die dem Tode geweiht scheint.

Experten und Zeitzeugen kommen zu Wort

Neben den Interviews mit Zeitzeugen wie Olga Kvade und Joachim Buff, (dem Bruder des Wehrmachtssoldaten), wird der Film wissenschaftlich untermauert durch Experteninterviews mit dem Historiker Prof. Dr. Sönke Neitzel und der britischen Journalistin und Schriftstellerin Anna Reid (u.a. "Leningrad: The Epic Siege of World War II, 1941-1944").

Ein Film von Christian Frey und Carsten Gutschmidt

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Sendetermin

Mi, 28.03.18 | 23:00 Uhr
Das Erste

Produktion

Norddeutscher Rundfunk
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DasErste