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Die Sekte der Folterer – Deutsche Diplomaten und die Verbrechen der "Colonia Dignidad"

Die Story im Ersten

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Die Story im Ersten: Die Sekte der Folterer | Video verfügbar bis 14.11.2017

Folter, Vergewaltigung Minderjähriger, zwangsweise Verabreichung von Psychopharmaka, gegenseitige Bespitzelung, Beichtzwang – die Colonia Dignidad in Chile war Schauplatz beispielloser Verbrechen. Gegründet 1961 von freikirchlichen Auswanderern präsentierte sie sich nach außen als deutsche Mustersiedlung. Tatsächlich war sie für ihre Bewohner die Hölle auf Erden. Später wurde sie sogar zu einem Folterzentrum für das chilenische Pinochet-Regime.

Die Diplomatie drückt beide Augen zu

Alpenidylle am Fuße der Anden.
Alpenidylle am Fuße der Anden – ein Ort unzähliger Verbrechen.

Sehr früh gab es Berichte über die Verbrechen, die vor allem der Leiter der Kolonie, Paul Schäfer, beging. Aber niemand schritt ein. Deutsche Diplomaten leugneten jahrelang die Menschenrechtsverletzungen, vertuschten die entsetzlichen Zustände und schickten geflohene Sektenmitglieder sogar zurück. Jahrelang wurden der Colonia-Dignidad-Führung die Rentenzahlungen der deutschen Staatsbürger der Kolonie ausbezahlt. Das Auswärtige Amt hat jetzt seine Archive geöffnet, um die Rolle der deutschen Diplomatie bei diesem Skandal zu beleuchten.

Flucht nach Deutschland

Deutsche Gemütlichkeit, wo früher geprügelt wurde: Das Zippelhaus.
Deutsche Gemütlichkeit, wo früher geprügelt wurde.

1996 tauchte Paul Schäfer unter, wurde 2005 in Argentinien festgenommen, nach Chile ausgeliefert und wanderte ins Gefängnis. Dort starb er 2010. Weggefährten aber führten die Sekte weiter. Schäfers Stellvertreter, 2006 in Chile verurteilt, floh nach Deutschland. Dort lebt er bis jetzt – unbehelligt, obwohl die Staatsanwaltschaft Krefeld beantragt hat, seine chilenische Strafe in Deutschland zu vollziehen.

Vergebliches Warten

"Die Story im Ersten" macht sich auf die Suche nach Tätern und Opfern, beleuchtet das Verhalten deutscher Diplomaten und verfolgt die Spuren der Foltersekte bis in die Gegenwart. Während das Gelände der Kolonie jetzt touristisch genutzt wird, sind viele Opfer der Foltersekte – Deutsche und Chilenen – noch immer schwer traumatisiert und warten bis heute vergeblich auf Hilfe und Entschädigung.

Ein Film von Ulli Neuhoff und Klaus Weidmann

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