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Gefährliche Lust – Der Kampf gegen Kindesmissbrauch

Die Psychologin Michaela Stiegler von der Karlsruher "Behandlungsinitiative Opferschutz" im Therapiegespräch mit einem pädophilen Klienten.
Die Psychologin Michaela Stiegler von der Karlsruher "Behandlungsinitiative Opferschutz" im Therapiegespräch mit einem pädophilen Klienten. | Bild: SWR / luckfilm

Im Sommer 2017 gelingt Ermittlern des Bundeskriminalamtes ein wichtiger Schlag im Kampf gegen Kindesmissbrauch. Im Darknet – dem anonymen und vielfach verschlüsselten Teil des Internets – enttarnen die Beamten die Missbrauchsplattform "Elysium", auf der nicht nur kinderpornografisches Material im großen Stil ausgetauscht, sondern auch Kinder zum sexuellen Missbrauch regelrecht "angeboten" wurden.

Forderung nach mehr Prävention

 Sie kämpft täglich gegen die Flut von kinderpornographischen Inhalten im Internet: Kommissarin Ute Praefcke von der Kripo Karlsruhe.
Sie kämpft täglich gegen die Flut von kinderpornographischen Inhalten im Internet: Kommissarin Ute Praefcke von der Kripo Karlsruhe. | Bild: SWR / luckfilm

Ein Netzwerk von gewaltigen Dimensionen: 87.000 pädophile Nutzer waren weltweit bei "Elysium" registriert, riesige Mengen an Bildern und Videos wurden sichergestellt. Selbst der Frankfurter Oberstaatsanwalt Andreas May, der sich seit vielen Jahren mit der Bekämpfung der Kinderpornoszene im Internet beschäftigt, war vom Ausmaß schockiert und glaubt, dass mehr Polizeiarbeit allein nicht ausreicht, um potenzielle Opfer zu schützen: "Pädophile Männer brauchen nicht nur Fahndungsdruck, sie brauchen Hilfe", sagt May und fordert mehr Prävention – was auch bedeutet: mehr Therapieangebote für pädophile Männer.

Wie kann man Kinder besser schützen?

Was tun gegen pädophile Straftäter? Und wie kann man Kinder besser vor Übergriffen schützen? Die TV-Dokumentation "Gefährliche Lust" geht diesen Fragen nach. Der Film begleitet Polizisten in Deutschland und Südostasien bei ihrer schwierigen Ermittlungsarbeit. Der neueste "Trend": Onlinemissbrauch. Auf den Philippinen müssen Kinder vor Webkameras posieren – für eine zahlungskräftige Kundschaft weltweit. Der Film zeigt eine Aktion gegen die Betreiber einer solchen Online-Plattform in Manila bis hin zur Verhaftung der Täter und der Befreiung der Kinder aus der Hand ihrer Peiniger. Die Kunden saßen auch in Deutschland.

Der Karlsruher Richter Klaus Böhm hilft pädophilen Männern mit seiner "Behandlungsinitiative Opferschutz".
Der Karlsruher Richter Klaus Böhm hilft pädophilen Männern mit seiner "Behandlungsinitiative Opferschutz". | Bild: SWR / luckfilm

Oft ist der Konsum solcher Bilder Einstieg in Schlimmeres. In Karlsruhe trifft Filmautor Wolfgang Luck den Richter am Oberlandesgericht Klaus Böhm, der einen Hilfsverein gegründet hat, um pädophilen Straftäter therapeutische Hilfe anzubieten. "Als Richter kann ich die Täter zwar für ein paar Jahre wegsperren, aber damit ist das Problem nicht an der Wurzel bekämpft", sagt Böhm.

Behandlung von "Tatgeneigten"

Im Hilfsverein BIOS werden deshalb neben Straftätern auch sogenannte "Tatgeneigte" behandelt, Männer, die wissen, dass sie pädophil sind, aber noch keine Straftat begangen haben. Durch Verhaltenstherapie sollen sie lernen, keine Übergriffe an Kindern zu begehen. Ein mühsamer und schwieriger Prozess.

Das Fernsehteam begleitet über mehrere Monate Michael, einen pädophilen Mann aus Baden-Württemberg. Er hat in Thailand Fotos und Videos von nackten Kindern hergestellt und wartet auf seinen Prozess. Er ist einer der wenigen pädophilen Männer, die einen Therapieplatz gefunden haben. Wird es ihm künftig gelingen, seine gefährliche Lust durch therapeutische Hilfe zu kontrollieren?

Ein Film von Wolfgang Luck

Hilfsangebote für Opfer von Kindesmissbrauch und pädophile Personen:

Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) e.V.

Stephanienstraße 28 b  
76133 Karlsruhe   
Deutschland
Tel: +49 (0) 721-470 439 35
Fax: +49 (0) 721-470 439 32
https://www.bios-bw.com/
Email: info@bios-bw.de      

Präventionsnetzwerk "Kein Täter werden"

https://www.kein-taeter-werden.de/

Kostenlose Therapie unter Schweigepflicht

Hilfsangebote für Opfer von Kindesmissbrauch:

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800-22 55 530

Tauwetter e.V.

Anlaufstelle für Menschen, die in Kindheit und Jugend sexualisierter Gewalt ausgesetzt waren. 

Gneisenaustr. 2a 
10961 Berlin
030 - 693 80 07

www.tauwetter.de                                                                                                       

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