SENDETERMIN Sa, 29.08.15 | 16:30 Uhr | Das Erste

Vietnam – Long Thanh will lachen

Reportage im Ersten

PlayARD-Reporter Philipp Abresch und Long Thanh
Reportage im Ersten: Vietnam | Video verfügbar bis 28.08.2016

Die Geschichte des vietnamesischen Jungen Long Thanh hat Philipp Abresch, den Leiter des ARD-Studios Singapur, nicht mehr losgelassen. Long Thanh lebt mit einer schweren Behinderung, eine Spätfolge des chemischen Entlaubungsmittels Agent Orange, das die US-Amerikaner im Vietnamkrieg massenhaft versprüht haben. ARD-Korrespondent Abresch hat Long Thanh das erste Mal getroffen, als er eine Reisereportage in Vietnam produzierte.

Ein Bericht im Weltspiegel über das Schicksal des Jungen löste eine große Spendenaktion unter unseren Zuschauern aus. Daraufhin fuhr Philipp Abresch mit seinem Team ein zweites Mal zu Long Thanh und seiner Familie. Entstanden ist ein eindringlicher und eindrücklicher Film, der jetzt für den Grimme-Preis im Bereich Information nominiert wurde.

Worum es in der Reportage geht

Sich zu bewegen fällt ihm schwer, das Atmen auch. Die Muskeln schmerzen und die Knochen. Long Thanh ist kein Greis, sondern 15 Jahre alt. Er ist Opfer eines Krieges, der eigentlich längst zu Ende ist. Sein unsichtbarer Feind: Agent Orange. Das chemische Entlaubungsmittel, das die Amerikaner im Vietnamkrieg massenhaft über dem Dschungel Vietnams versprüht haben. Die Blätter fielen von den Bäumen und das Dioxin blieb, im Boden und Trinkwasser – mit schrecklichen Folgen bis heute.

Dieser Krieg ist genau 40 Jahre her. Drei Millionen Vietnamesen sind an den Folgen von Agent Orange erkrankt, 150.000 Kinder wurden seit Kriegsende mit schwersten Behinderungen geboren. Jahrelang hat Vietnam um Hilfe gebeten. Die USA haben stets vertröstet, geleugnet, gezweifelt, abgestritten. Bis heute will die amerikanische Regierung keinen direkten Zusammenhang zwischen Agent Orange und den behinderten Kindern sehen.

Dramatische Folgen für die Familie

Long Thanh und sein ebenfalls kranker Bruder brauchen Pflege rund um die Uhr. Sie können sich nicht alleine anziehen, nicht selber essen. Sie können auch nicht in die Schule gehen. Beide Kinder sind seit ihrer Geburt schwer behindert. Ihr Vater Tran Nhat Lin war mit dem dioxinhaltigen Agent Orange in Berührung gekommen.

Das Leben der Familie ist nicht einfach, aber auf bewundernswerte Weise bewahren sie ihre Zuversicht. Und trotz seines schweren Schicksals ist Long Thanh neugierig, hat Freunde, will mehr vom Leben, als es ihm momentan bietet.

Long Thanh, 15 Jahre, im Reunification Express nach Da Nang, mit Philipp Abresch.
Long Thanh, 15 Jahre, im Reunification Express nach Da Nang, mit Philipp Abresch.

Aber wie soll das gelingen? Long Thanhs Familie ist arm. Durch die intensive Betreuung der Kinder und den geschwächten Vater kann die Mutter nicht genug Geld verdienen. Oft sind sie sogar auf Reisspenden aus ihrem Dorf angewiesen. Bildung ist Long Thanh bislang verwehrt – obwohl er wissbegierig ist.

Als ARD-Reporter Philipp Abresch im Frühjahr 2015 die Familie von Long Thanh auf einer Reise durchs Land porträtiert hat, fanden sich spontan viele Zuschauer, die der Familie helfen wollten. Jetzt reist Philipp Abresch noch einmal in die entlegene ländliche Gegend, in der Long Thanh lebt – und bringt Hoffnung mit.

Sendetermin

Sa, 29.08.15 | 16:30 Uhr
Das Erste

Bilder: Opfer von Agent Orange

Weltspiegel-Beitrag zu Agent Orange