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Tod einer Polizistin – Das kurze Leben der Michèle Kiesewetter

Die Story im Ersten

Michèle Kiesewetter starb durch einen Schuss aus unmittelbarer Nähe.
Michèle Kiesewetter starb durch einen Schuss aus unmittelbarer Nähe.

Von keinem anderen NSU-Opfer ist so wenig bekannt wie von Michèle Kiesewetter. Was war sie für ein Mensch, welche Wünsche und Träume hatte sie? Warum war sie an diesem Tag, an dem sie eigentlich frei gehabt hätte, doch im Dienst und auf der Theresienwiese in Heilbronn.

Bereits mit 15 Jahren will Michèle Kiesewetter Polizistin werden. Der Job in Uniform ist ihr großer Traum. Aus der thüringischen Heimat zieht sie deshalb nach Baden-Württemberg und geht an die Polizeischule. Danach wird sie Mitglied einer Spezialeinheit.

Ermittler rätseln jahrelang

Demonstrationen, Razzien, verdeckte Einsätze im Drogenmilieu gehören zu ihrem Arbeitsalltag. Bis zu jenem Apriltag 2007, an dem sie durch einen Kopfschuss stirbt. Sie ist sofort tot. Ihr Streifenkollege überlebt schwer verletzt. Wer macht so etwas? Die Ermittler rätseln jahrelang. Als am Streifenwagen die DNA einer weiblichen Person gefunden wird, die auch bei diversen anderen Straftaten in ganz Europa auftaucht, ist man sich sicher, die Mörderin zu haben.

Die Theresienwiese ist ein Festplatz, aber auch ein bei Pendlern und Schülern beliebter Parkplatz. Der 25. April 2007 war ein sonniger Apriltag. Vor dem roten Pumpenhäuschen parkten Michèle Kiesewetter und ihr Kollege, als auf sie wenige Minuten später geschossen wurde. Michèle Kiesewetter überlebte diesen Tag nicht.
Die Theresienwiese ist ein Festplatz, aber auch ein bei Pendlern und Schülern beliebter Parkplatz. Der 25. April 2007 war ein sonniger Apriltag. Vor dem roten Pumpenhäuschen parkten Michèle Kiesewetter und ihr Kollege, als auf sie wenige Minuten später geschossen wurde.

Viel zu lange konzentriert sich die Sonderkommission auf dieses Phantom. Und steht, nachdem herauskommt, dass es sich um verunreinigte Wattestäbchen der Kriminaltechnik handelt, wieder ganz am Anfang. Nun wird auch im näheren Umfeld und im Kollegenkreis ermittelt. Bis 2011 im ausgebrannten Wohnmobil von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die entwendeten Dienstpistolen von Michèle Kiesewetter und ihrem Kollegen gefunden werden. Ein Puzzle scheint gelöst.

Viele Merkwürdigkeiten und offene Fragen

Seitdem ist die Polizistin das zehnte und letzte Opfer des NSU. Doch passt das alles? Wohl in keinem anderen Fall des NSU-Komplexes gibt es so viele Merkwürdigkeiten und offene Fragen. Glaubt man der Erklärung der Hauptangeklagten Beate Zschäpe, die sie vor dem Münchner Oberlandesgericht abgab, ist der Fall Kiesewetter aufgeklärt. Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt hätten 2007 neue Pistolen gebraucht.

Der NSU-Untersuchungsausschuss beschäftigte sich immer wieder mit dem Mordfall an Michèle Kiesewetter. Die meisten Obleute halten den Fall bis heute für ungeklärt.
Der NSU-Untersuchungsausschuss beschäftigte sich immer wieder mit dem Mordfall an Michèle Kiesewetter. Die meisten Obleute halten den Fall bis heute für ungeklärt.

Experten bezweifeln das. Gerade weil der Mord an Kiesewetter so gar nicht zu den anderen Mordtaten des NSU passe, sei der Fall zentral. Die Autoren Clemens Riha und Katja Riha nehmen Spuren auf, sprechen mit Menschen, die Michèle Kiesewetter kannten, mit Ermittlern, Mitgliedern der Untersuchungsausschüsse und Tatortzeugen.

Ein Film von Clemens und Katja Riha

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