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Aufmachergrafik zu Reportage & Dokumentation
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Kinder des Lebensborn

Kindheitserinnerungen aus dem Lebensbornheim

Helga Kahrau steht vor einem Gebäude. (Bild: WDR/Bruno Schneider) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Helga Kahrau wurde als uneheliches, aber "rassisch und erbbiolo- gisch wertvolles" Kind in einem NS-Lebensbornheim geboren. ]
"Wenn ich heute SS-Uniformen sehe und die Hakenkreuzfahne, dann hab' ich immer noch ein positives Gefühl," erzählt Helga Kahrau. "Das waren ja die ersten Kindheitserinnerungen. Und dann erst setzt der Verstand ein." Helga Kahrau wurde in einem der 21 Lebensbornheime geboren, die das nationalsozialistische Deutsche Reich betrieb. Der "Lebensborn" diente der NS-Rassepolitik und war eine Idee Heinrich Himmlers, des Reichsführers der SS.

Waisenkinder der NS-Rassenpolitik

Eine Krankenschweseter mit 2 Kinderwagen. (Bild: WDR/mauritius images) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Das Lebensbornheim Steinhöring in Bayern. Hier wurden Heilwig Weger und Ursula Kahrau geboren. ]
Aufgenommen wurden nur solche schwangeren Frauen, die nachweisen konnten, dass sowohl sie selbst als auch der Vater des Kindes arisch im Sinne der NS-Rassegesetze waren. Dann konnten sie im Lebensbornheim diskret entbinden. Die hier geborenen Kinder waren häufig unehelich, Ergebnis einer Affäre und ungewollt. Der Lebensborn organisierte auf Wunsch auch die Adoption der "arischen" Kinder oder die Unterbringung bei Pflegeeltern, oft hochrangige SS-Familien.

Herkunft der Waisenkinder wurde verheimlicht

Michael Sturm im Portrait. (Bild: WDR/Bruno Schneider) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Michael Sturm war ein "Lebensbornkind". Seine Mutter war unehelich schwanger geworden. ]
Auch Michael Sturm und Heilwig Weger sind in einem 21 Lebensbornheim zur Welt gekommen. Und wie Helga Kahrau wussten sie lange nichts über die wahre Geschichte ihrer Geburt und Herkunft. Sie wurden ihnen von den eigenen Müttern lange verschwiegen – ebenso hartnäckig verweigerten die Mütter Auskunft über den leiblichen Vater. Heilwig Weger wusste lange nicht einmal, dass der Mann, den sie als Vater liebte und der als NS-Kriegsverbrecher hingerichtet wurde, nur ihr Adoptivvater war.

Verfolgt von Schuldgefühlen

Ein Kinderbild vom Heilwig Wegers. (Bild: WDR/privat) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Heilwig Wegers Mutter war unehelich schwanger, brachte das Kind in einem Lebensbornheim zur Welt. ]
Die Scham darüber, im Zeichen der NS-Rassezuchtpolitik geboren zu sein und der dringende Wunsch, den richtigen Vater zu finden, ließ sie nicht mehr los. Das Gefühl, "irgendwie Schuld zu haben an irgendwelchen Dingen, an denen ich im Grunde nicht Schuld habe", begleitet viele Kinder des Lebensborns ein Leben lang.

Die bewegende Geschichte dreier Waisenkinder

In dieser ARD-Dokumentation erzählen drei von ihnen erstmals ihre bewegende Geschichte.

Autoren: Rainer Brumme, Bruno Schneider
Redaktion: Gudrun Wolter

Sendetermin
Mo, 13.08.12 | 23:30 Uhr