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Video: Das schwierige Erbe der Mutter Teresa

25.08.10 | 43:39 Min.

Sie ist Trägerin des Friedensnobelpreises. Sie war mit Prinzessin Diana bekannt und wurde von Präsident Clinton besucht. Papst Johannes Paul II. stand sie sehr nahe. Für viele Menschen auf der ganzen Welt ist sie bis heute das Sinnbild von christlicher Barmherzigkeit und Nächstenliebe: Mutter Teresa, jene fast zerbrechlich wirkende Frau, die man nur in ihrer blau-weißen Ordenstracht kannte. Schon im Jahr 2003 - und damit nur sechs Jahre nach ihrem Tod - wurde sie im bis dato schnellsten Seligsprechungsprozess aller Zeiten von der katholischen Kirche offiziell in den Kreis der Seligen aufgenommen. Ihre Arbeit mit Kranken und Sterbenden, mit den Notleidenden und von der Gesellschaft an den Rand Gedrängten wirkt fort: Noch heute, 13 Jahre nach ihrem Tod, ist das indische Kalkutta ein Wallfahrtsort für Freiwillige aus aller Welt. In der Hauptstadt West-Bengalens bieten sie sich dem Orden Mutter Teresas zu Tausenden als unbezahlte Helfer an.Kritik an Leben und Leistungen der Ordensgründerin der 'Missionarinnen der Nächstenliebe' ist in der Vergangenheit selten laut geworden: Zu groß ist vielleicht der Schatten der 'Heiligen von Kalkutta', den sie - auch mit Hilfe vieler Medien - immer noch wirft. Die Dokumentation der Grimme-Preisträger Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi versucht vor diesem Hintergrund dennoch, ein neues und ungeschöntes Bild der Arbeit von Mutter Teresa zu zeichnen. Mit großer Sorgfalt und gründlicher Recherche widmet sie sich dem schwierigen Erbe, das diese Frau hinterlassen hat. Sie wollte Kranken helfen, sah im Leiden aber auch einen 'Kuss Jesu', sie war eine Missionarin der Liebe, führte gleichzeitig aber ein strenges Regiment, sie erlebte täglich die Not in einer übervölkerten Stadt, sprach sich aber dennoch vehement gegen jede Form von Geburtenregelung aus.Die Autoren der vom SWR in Auftrag gegebenen Reportage drehten vor Ort in den Heimen des Ordens in Kalkutta, sie sprachen mit Helfern, mit Anhängern von Mutter Teresa und den Kritikern ihrer Arbeit. Die Schwestern selbst standen für direkte Gespräche allerdings nicht zur Verfügung; Interviews wurden abgelehnt und untersagt.Der Film von Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi zeichnet das Bild einer komplexen Persönlichkeit, die Zeit ihres Lebens um ihren Glauben kämpfen musste. 'In meinem Innern ist es eiskalt', schrieb sie in einem Brief. 'Die Seelen ziehen mich nicht mehr an - der Himmel bedeutet nichts mehr - für mich sieht er wie ein leerer Platz aus.'Kalkutta und die Heime der Mutter Teresa: ein schwieriges Erbe einer offensichtlich ebenso schwierigen Seligen.

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