SENDETERMIN So, 03.12.17 | 17:30 Uhr | Das Erste

Mein Vater, der Samenspender

Mein Vater, der Samenspender | Video verfügbar bis 03.12.2018

Jörg Seerig (37) wurde durch eine Samenspende gezeugt. Wenn der Familienvater mit seinen eigenen Kindern über die Großeltern spricht, quält Jörg Seerig eine Frage, auf die er bis heute keine Antwort gefunden hat: Wer ist der unbekannte Samenspender, von dem er die Hälfte seiner Gene geerbt hat? Jörgs Mutter weiß nichts über den Spender und die Unterlagen wurden vernichtet. Doch die Suche nach seinem genetischen Vater lässt Jörg keine Ruhe.

Als Jörg Ende der 70er Jahre in Zwickau mit Hilfe einer anonymen Samenspende gezeugt wurde, ahnte sowohl im Osten als auch im Westen Deutschlands niemand, dass sich Spenderkinder wie Jörg einmal für ihre Herkunft interessieren würden. Sowohl in der damaligen DDR als auch in der Bundesrepublik wurden zahlreiche Unterlagen vernichtet und die Erinnerungen ausgelöscht. Man versprach den Spendern Anonymität. Sein Schicksal teilt Jörg Seerig mit mehr als 100.000 anderen Menschen, die in den letzten Jahrzehnten in Ost- und Westdeutschland durch eine Samenspende entstanden sind.

Ein neues Gesetz regelt den Umgang mit Samenspenden

Jeder Mensch hat ein Recht auf Wissen über seine Herkunft. Das hat das Bundesverfassungsgericht 1989 entschieden. Doch erst ab Juli 2018 wird der Umgang mit den Samenspenden über Samenbanken gesetzlich geregelt. Die Daten der Spender sollen in einem Spendenregister dokumentiert und den Spenderkindern auf Nachfrage zugänglich gemacht werden. Den Namen erhalten die Kinder zwar, ein Recht auf seine Kontaktdaten bedeutet das aber noch nicht. Für Jörg Seerig und viele weitere Betroffene kommt diese überfällige Neuregelung zu spät.     

Jörg Seerig – Ein Mann hofft auf einen Erfolg bei seiner Vatersuche.
Jörg Seerig hofft auf einen Erfolg bei seiner Vatersuche.

Wir begleiten Jörg Seerig bei seiner Suche nach seinem genetischen Vater. Wird er mehr über seine Herkunft erfahren können?

Ein Film von Julia Kaulbars

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