SENDETERMIN Mo, 15.02.16 | 20:15 Uhr

Amerikas Naturwunder (1): Der Yellowstone-Nationalpark

Der Bison ist der größte Pflanzenfresser im Yellowstone Nationalpark.
Der Bison ist der größte Pflanzenfresser im Yellowstone Nationalpark.

Es gibt nur wenige Orte auf der Welt, die so atemberaubend und einzigartig sind wie der Yellowstone-Nationalpark. Schon früh erkannte man seine Besonderheit, und so wurde er als erster Nationalpark der USA unter Schutz gestellt. Nicht nur seine Artenvielfalt, seine unendlichen Wälder und weitläufigen Täler suchen ihresgleichen. Der Park besticht auch durch seine einzigartige Lage.

Filmaufnahmen über drei Jahre

Er liegt auf dem weltweit größten aktiven Supervulkan! Dadurch bietet er weltberühmte Naturphänomene wie den Old Faithful Geysir oder die Grand Prismatic Spring, eine Thermalquelle, die abhängig von Mikroorganismen und Jahreszeit in unterschiedlichen Farben leuchtet. Über einen Zeitraum von drei Jahren ist es den beiden preisgekrönten Filmemachern Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg gelungen, dieses faszinierende Naturwunder mit seinen spektakulären Landschaften und spannendem Tierverhalten umfassend zu porträtieren. 

Bisons standen schon kurz vor der Ausrottung

Die Winter im Yellowstone Nationalpark sind hart und bitterkalt – selbst für die gut isolierten Bisons, die wieder zu Tausenden über die weiten Ebenen ziehen, eine harte Zeit. Die massigen Tiere graben sich mit ihren gewaltigen Köpfen tief in den Schnee, um an das spärlich verbliebene Gras zu gelangen. Dieses Symbol für Ausdauer und Kraft stand kurz vor der Ausrottung, nur 23 Tiere waren den Kugeln der Jäger entkommen.

Wolf im Yellowstone Nationalpark
In den ersten Jahren nach ihrer Auswilderung vermehrten sich die Wölfe und bildeten neue Rudel.

Heute gibt es im Yellowstone Nationalpark aber wieder stabile Bestände. Neben dem Bison hat auch ein anderes Tier seinen Platz in der Natur zurückerobert: der Wolf. Auch er ist gut an den Winter angepasst und versucht sein Glück bei der Jagd auf Wapiti-Hirsche. 

Der Frühling birgt Gefahren

Während viele Tiere im Winter ihre Energie sparen, kommen die Geysire und heißen Quellen des Parks nie zur Ruhe. Vielen Tieren bieten sie im tiefsten Winter eine willkommene Möglichkeit zum Aufwärmen. Die extremen Temperaturunterschiede führen zu faszinierenden Lichtspielen, und Wassertropfen verwandeln sich in Sekunden in Eis-Diamanten oder kleine Eis-Sternschnuppen. 

Der Frühling ist kurz im Yellowstone Nationalpark - aber es ist eine Zeit des Überflusses.
Der Frühling ist kurz im Yellowstone Nationalpark – aber es ist eine Zeit des Überflusses.

Der Frühling erweckt den Park zu neuem Leben. Junge Schwarzbären verlassen zum ersten Mal in ihrem Leben das Winterquartier, in dem sie geboren wurden. Eine junge Pumamutter teilt die Beute mit ihrem Nachwuchs. Der Frühling birgt aber auch Gefahren! Das Schmelzwasser verwandelt die Flüsse in reißende Ströme, die für junge Bisonkälber zu einer harten Bewährungsprobe werden.

Dramatischer Überlebenskampf

Manchmal werden die Kälber von der Strömung mitgerissen und von ihren Müttern getrennt. Eine der dramatischsten Szenen des Films zeigt den tapferen Kampf eines einsamen Kalbes gegen einen Wolf mit einer unerwarteten Wendung des Schicksals. 

Wenn der Herbst das Laub in alle nur erdenklichen Farben taucht, beginnt die Brunftzeit der Bisonbullen. Atemberaubende Zeitlupenaufnahmen zeigen in dramatischen Bildern, wie die Kolosse aufeinanderprallen. Die Ebenen beben dann förmlich unter ihren Hufen. Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen wieder fallen, wird es langsam wieder ruhiger im Yellowstone Nationalpark.

Ein Film von Oliver Goetzl und Ivo Nörenberg