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Jäger der Anden: Der Puma

Der Torres del Paine Nationalpark im Süden Chiles (Bild: NDR/NDR Naturfilm) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Der Torres del Paine Nationalpark im Süden Chiles ist einer der schönsten Orte der Welt – über 2.400 Quadratkilometer groß. ]
Einen Puma vor die Kamera zu bekommen, ist wie die berühmte Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Weit im Süden Chiles, in einer der schönsten Landschaften der Erde, dem Torres del Paine Nationalpark, haben Uwe Müller und sein Team das Unmögliche möglich gemacht. Ihnen ist gelungen, einer Pumafamilie über viele Monate zu folgen.

Puma (Bild: NDR/NDR Naturfilm) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Über eineinhalb Jahre bleiben Jungpumas bei ihrer Mutter. Von ihr lernen sie, was eine Raubkatze zum Überleben braucht. ]
Zwischen schroffen Bergen und türkisblauen Seen lebt die scheue Wildkatze als eleganter Überraschungsjäger. Ihre Hauptbeute sind Guanakos. Gut 3.000 der Lamaverwandten ziehen in großen Gruppen über die weiten Pampasteppen des Nationalparks. Die friedlichen Pflanzenfresser sind stets aufmerksam und jederzeit zur schnellen Flucht bereit. Doch in der zerklüfteten Landschaft des Nationalparks gibt es immer einen Strauch oder Felsen hinter dem der Puma Deckung findet ...

Die Pumamutter ist eine erfolgreiche Jägerin (Bild: NDR/NDR Naturfilm) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Die Pumamutter ist eine erfolgreiche Jägerin. Ein ausgewachsenes Guanako reicht der kleinen Familie für mehrere Tage als Nahrung. ]
Die Tierfilmer sind mit der Kamera dabei, wenn die Pumamutter auf die Jagd geht, die nur wenige Wochen alten Pumajungen im Spiel ihre Kräfte messen, aufmerksame Guanakos einen Angriff gerade noch rechtzeitig bemerken oder die halbstarken Wildkatzen langsam selbständig werden. Drei Jahre war das Team den Raubkatzen auf der Spur. In einer der schönsten Bergregionen Südamerikas, aber unter widrigsten Bedingungen – extreme Witterungsverhältnisse inklusive.

Besonders die unberechenbaren Winde Patagoniens, die Geschwindigkeiten bis zu 300 km/h erreichen können, haben das Filmen extrem erschwert. Hinzu kam das aufwendige Aufspüren der Raubkatzen: Jeden Morgen um 3.00 Uhr begann die nervenaufreibende Suche mit Scheinwerfern. In der Nacht reflektieren die Augen der Pumas und geben so ihren Standort preis. Doch Pumas haben keine festen Schlaf- oder Futterplätze, sie sind ständig auf Wanderschaft. Mitunter ließen sich die Berglöwen über Wochen nicht sehen.

War die Suche dann doch erfolgreich, kam die nächste Hürde: den gewandten und aufmerksamen Katzen mit der schweren Kameraausrüstung im Gebirge zu folgen ...

Mit Ausdauer und endloser Geduld ist es Uwe Müller und seinem Team gelungen, eine Pumamutter mit ihren drei Jungen von der Kinderstube bis zum Erwachsenwerden zu begleiten und bisher ungesehenes Verhalten mit der Kamera einzufangen.

Computergesteuerte Zeitraffer, Bilder einer Spezial-Thermokamera sowie Super-Zeitlupenaufnahmen und zeitaufwendige Verhaltensaufnahmen geben seltene Einblicke in die versteckte Lebensweise der Pumas, ihrer Beute, den Guanakos und all derer, die von ihren Jagdzügen profitieren.

Film von Uwe Müller

Sendetermin
Mo, 25.06.12 | 20:15 Uhr