SENDETERMIN Mo, 01.08.16 | 23:30 Uhr | Das Erste

Geheimnisvolle Orte: Das Berliner Olympiastadion

Folge 4

Von Hitlers Arena zur Spionagezentrale

Adolf Hitler im Olympiastadion Berlin.
Adolf Hitler besucht die Olympischen Sommerspiele 1936 – für VIPs gab es bereits in den 1930er Jahren einen geheimen Tunnel aus dem Stadion.  | Bild: rbb/Forum für Sportgeschichte

Das Berliner Olympiastadion ist ein unzerstört in unsere Gegenwart ragendes Relikt aus Hitlers untergegangenem Reich. Ein Ort der Massen bis heute – Austragungsort des DFB-Pokalfinales und Heimstätte des Bundesligavereins Hertha BSC, Leichtathletiktempel und Rock-Arena.

1936 – Besuchermassen und Propagandaschau

Ein Kameramann filmt von einer Hebebühne aus.
Modernste Kameratechnik zeichnete die Spiele 1936 auf.  | Bild: rbb/Forum für Sportgeschichte

In Erinnerung geblieben ist es vor allem als Schauplatz der Olympischen Sommerspiele 1936, der gewaltigen Propagandaschau des nationalsozialistischen Deutschlands. Zwei S-Bahn- und eine U-Bahn-Station sorgten schon bei der Eröffnung für die reibungslose An- und Abfahrt der Besuchermassen. Ein geheimer Tunnel, angelegt in den 1930er Jahren, führt noch heute aus dem Stadion heraus – im Falle eines Terroranschlages würden Politiker und VIPs über diesen Tunnel das Stadion verlassen.

Das "Haus des Deutschen Sports" im Zweiten Weltkrieg

Während das Stadionoval im Zweiten Weltkrieg den alliierten Bombern beim Anflug als Orientierungspunkt diente, wurden nur ein paar Meter weiter, im "Haus des Deutschen Sports", die eigenen Verwundeten versorgt. Bisher nie gezeigte Aufnahmen dokumentieren die makabren Rehabilitierungsversuche: Unbeholfen, gezeichnet von ihren Verwundungen, üben Kriegsversehrte auf dem Rasen vor dem Gebäude wieder den Handgranatenwurf.

Nach dem Krieg – Besuch einer verbotenen Stadt

Das Berliner Olympiastadion aus der Vogelperspektive.
Es ist ein Ort der Massen – aber auch der Geheimnisse.  | Bild: rbb/Jan Urbanski

Nach 1945 nahm die britische Besatzungsmacht einen Großteil des Geländes in Besitz. Viele Gebäude verschwanden hinter Stacheldraht und Bretterzäunen. Das ehemalige Olympiagelände wurde eine für Deutsche verbotene Stadt. Von hier aus koordinierte die britische Militärregierung ihre Spionagetätigkeit in der DDR. Zusammen mit einem Angehörigen der britischen Eliteeinheit wird dieser geheimnisvolle Ort erkundet. Erstmals zeigen Fotos das Innere des britischen "Operational Headquarter".

Der Filmemacher Jan N. Lorenzen erzählt – mit unbekanntem Archivmaterial und spektakulären Luftaufnahmen – von den Geheimnissen eines öffentlichen Ortes. Das Berliner Olympiastadion ist kein unschuldiges Bauwerk, sondern ein Ort mit viel Vergangenheit.