Interview mit Regisseur Hannes Rossacher

"Wir kennen uns seit den späten 70er-Jahren"

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Peter Maffay?

Rossacher: Peter Maffay und ich kennen uns seit den späten 70er-Jahren. Er hatte damals gerade mit dem Album Steppenwolf seine musikalische Neuorientierung begonnen, ich war ein junger Musikfilmer. Über die Jahrzehnte sind wir uns immer wieder begegnet, unter anderem habe ich für die letzten zwei Tabaluga-Tourneen die TV-Übertragungen als Regisseur betreut und für die Tattoos-Tour 2010 Zuspielfilme für die Videowalls im Konzert gestaltet. Im Frühjahr 2012 habe ich für die ARD einen Tourfilm über Udo Lindenberg gedreht und da ist Peter Maffay als Gast aufgetreten. Bei Gesprächen backstage kam uns die Idee, die Entstehung seines nächsten Albums filmisch zu begleiten.

Peter Maffay (rechts) und Regisseur Hannes Rossacher
Kennen sich schon lange: Peter Maffay (rechts) und Regisseur Hannes Rossacher. | Bild: BR / Peter Röhsler

Was war die spezielle Herausforderung bei diesem Film? 

Wenn man Filme mit und über Musiker macht, ist es natürlich hilfreich, wenn man eine Ahnung davon hat, wie Musiker ticken, sie sind eine eigene Spezies. Und: Um authentische Momente einzufangen, muss man mit großer Geduld dabei sein.

Gab es einen besonderen Moment für Sie in dem Film? 

Peter hat uns sicher näher ran gelassen, als er das als Medienprofi sonst macht. Da wir über einen Zeitraum von zehn Monaten immer wieder an seiner Seite waren, ist bei ihm eine Selbstverständlichkeit entstanden, die uns viele außergewöhnliche Momente ermöglicht hat. So zum Beispiel, als er auf Mallorca mit dem Motorrad fährt und beim Eintreffen auf seiner Finca spontan die Kapelle seiner Mutter besucht und Andacht hält.

Warum diese Leidenschaft für Musikdokumentationen?

Ich bin Jahrgang 52 und sozialisiert mit der Musik der 60er- und 70er-Jahre. Musik und Film sind meine persönlichen Leidenschaften, als Musikfilmer verbinde ich beide in idealer Weise. Und mich interessieren mutige Lebensentwürfe, Karrieren über lange Zeiträume, Menschen mit Bruchlinien und Kanten, die es aber auch verstehen, Tiefschläge wegzustecken, wieder aufzustehen oder sich immer wieder neu zu erfinden.

Peter Maffay (rechts) und Regisseur Hannes Rossacher
Gleiche Pose, Jahre später: Peter Maffay und Regisseur Hannes Rossacher heute. | Bild: BR / Janis Willbold

Ein Jahr Dreharbeiten, Schnitt, Endfertigung und so weiter. Was kommt für Sie als nächstes?  

Als Regisseur gehen die Projekte ineinander über. Während man an dem einen Film dreht, ist man schon mit der Konzeption der nächsten Filme beschäftigt. Auch bei mir ist schon die nächste Produktion auf der Startrampe. Aus Aberglauben kann ich aber zur Zeit noch nicht mehr darüber sagen.

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