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Stars über die Bedeutung von Musik in Deutschland

Udo Lindenberg, Campino oder Nena sprechen über die Kraft der Musik.

Udo Lindenberg: "Musik hilft, aus dem Normalen auszusteigen, sich zu bewegen, sich etwas Neues auszudenken. Das ist total wichtig, denn das Normale – das sehen wir jeden Tag in der Welt – hat es ja nicht gebracht, oder?" | Bild: dpa/ Franziska Kraufmann

Udo Lindenberg: "Musik hilft, aus dem Normalen auszusteigen, sich zu bewegen, sich etwas Neues auszudenken. Das ist total wichtig, denn das Normale – das sehen wir jeden Tag in der Welt – hat es ja nicht gebracht, oder?"

Sido: "Ich glaube, dass Musik auch eine Partei ist. Eine Junge-Leute-Partei! Musik ist ein Spiegel für alles, was du bist, möchtest oder dir vorstellst für dein Leben."

Nena: "Musik lässt sich nicht einmauern – sie ist wie das Wasser, was es auf der Erde gibt. Eigentlich gehört uns das nicht, aber es ist für alle da. Und auch die Musik gehört uns nicht, aber sie ist für alle da."

Herbert Grönemeyer: "Ich glaube, dass Musik Menschen bestärken kann, Haltung zu bewahren und den Widerstand zu wahren. Und das ist, glaube ich, der Grund, warum man gerade im Osten versucht hat, die Musik klein zu halten – weil man wusste, was für eine Energie da drin steckt."

Campino (Die Toten Hosen): "Wir nehmen – in der freien Bundesrepublik lebend – die ganze Sache so wahr, als wäre die ganze Welt so frei wie wir hier. Wir können uns gar nicht vorstellen, wie viele Länder eigentlich immer noch total restriktiv sind und mit Druck arbeiten und unfrei sind. Und insofern ist die Musik über jede Sprachgrenze hinweg ein Mittel des Aufbegehrens, wenn es richtig eingesetzt wird auch ein Mittel zur Revolution und des Aufbruchs."

Sebastian Krumbiegel (Die Prinzen): "Musik ist international und Musik überwindet Grenzen. Du kannst mit Musik Gefühle anknipsen, das Herz berühren. Du kannst Menschen zum Lachen und zum Weinen bringen. Und das ist großartig."

Annette Humpe: "Es gib mehrere Kollegen, die meinen, sie hätten das Lied zur Einheit geschrieben. Manche gehen sogar so weit, dass aufgrund dessen die Wiedervereinigung zustande gekommen ist. Das glaube ich nicht."

Peter Maffay: "Ich habe mir eingebildet, dass jede Perforation des Eisernen Vorhangs – auch mit Musik – einen kleinen, vielleicht nicht unbedingt quantifizierbaren Beitrag zu diesem Prozess erzeugen würde. Mit jedem Musiker, der rüber gegangen ist, ist dieses Tor weiter aufgegangen. Ich glaube, die wollten das im Grunde genommen genau umgekehrt – doch es hat nicht funktioniert."

Fritz Puppel (City): "Musik hat als interdisziplinäre Sprache wirklich die Kraft, die Leute zusammenzuführen und zusammenzubringen — und hat es gemacht und wird es auch wieder tun."

Marteria: "So richtige Macht liegt nicht nur im Geld und liegt nicht nur im Öl. Macht liegt auch in der Musik und es ist auf jeden Fall schön, ein Teil davon zu sein."

Adel Tawil: "Musik hat den Vorteil, dass man dabei auch versteckten Botschaften mitbekommen kann. Ich kenne das natürlich aus den arabischen Ländern, dass die Musik dort immer auch Ausdruck von Kritik war, an dem System, an der Politik. Und das ist es hier in Deutschland auch. Es gibt Bands, die tolle Texte machen, die gesellschaftskritisch sind und sich mit der aktuellen Situation auseinandersetzen. Ich glaube, auch in der DDR hat man gesehen, dass sich die Musik immer irgendwie auch durchgeboxt hat. Ich denke, egal, was passiert: Musik wird immer da sein und wird sich den Weg schon suchen – und das ist das Schöne."