"Es gibt viel auf die Ohren!"

Ein Gespräch mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl

Jan Josef Liefers und Axel Prahl
Jan Josef Liefers und Axel Prahl im Gespräch. | Bild: MDR / Julia Bauer


Ihr ermittelt zusammen im "Soundtrack Deutschland" – wie ist es zu diesem neuen Einsatz gekommen?

JJL: Wir können nicht genug voneinander kriegen.

AP: Deswegen dachten wir, wir müssten mal ein Projekt an den Start bringen, bei dem wir uns nicht ständig in den Haaren liegen. Das Thema Musik schien da das Richtige zu sein, denn wir kommen beide mehr oder weniger aus der Musik. Ich wollte früher Musiker werden, habe Musik auf Lehramt studiert.

JJL: Ich mache Musik. Du siehst, wir passen einfach sehr gut zusammen.


Die Dokumentation ist eine Zeitreise durch die deutsche Musikgeschichte – auch zwischen Ost und West. Gibt es privat Unterschiede, bei denen man doch merkt, der eine ist aus dem Osten und der andere aus dem Westen?

JJL: Dazu kann ich nur sagen, mir hat – als wir uns noch nicht kannten – jeder Zweite, der wusste, dass wir zusammen im "Tatort" spielen werden, gesagt: Mit dem Axel Prahl wirst du dich super verstehen, er ist auch aus dem Osten.

AP: Und beim "Tatort" denken die meisten Menschen, es ist genau andersrum. Die sagen, Boerne muss irgendwo aus dem Westen kommen ... München oder so. Und bei Thiel glaubt man sofort Mecklenburg-Vorpommern oder sowas. Übrigens, meine Vorfahren stammen aus Pommern. Jetzt ist es raus, das kleine Geheimnis. Ich bin ein Ost-Ei.


Konntet ihr euch in puncto deutsch-deutsche Musikgeschichte gut ergänzen? Hattet ihr immer schon einen kulturellen Bezug dazu?

JJL: Wir haben uns schon als Jungs sehr für Musik begeistert und wenn es so ein grundsätzliches Interesse gibt, dann will man natürlich auch wissen, was links und rechts bzw. hinter den Grenzen passiert. Also ich finde, Axel weiß schon relativ viele Dinge über die Musik im Osten, aber ich denke, dass die Leute im Osten doch ein bisschen besser Bescheid gewusst haben über die Unterhaltungskünstler im Westen, als umgekehrt.

AP: Was die politisch ambitionierte Musik im Westen anbelangt: Rio Reiser, Ton Steine Scherben, Franz Josef Degenhardt, aber auch Hannes Wader und so weiter, da kam es schon vor, dass es Musikstücke gab, die Jan nicht kannte. Das war zum Beispiel eben auch ein Anliegen bei diesem Projekt, darüber ein bisschen mehr in Erfahrung zu bringen.


Was ist das Besondere am "Soundtrack Deutschland"?

JJL: Wir wollen, sozusagen ein bisschen durch die "Udo Lindenberg-Brille" geguckt, einfach Spaß machen. Und auf eine witzige Art und Weise, das eine oder andere zur Sprache bringen. Es gibt eine kleine Entdeckungsreise, dort hin, wo Osten und Westen vielleicht gar nicht so unterschiedlich waren. Es gibt viele Unterschiede, aber auch viele Gemeinsamkeiten und auch die Frage: "Wie prägend war die Liebe zur Musik der Menschen am Mauerfall? Hat die Musik auch an der Mauer gekratzt?"

AP: Wir wollen diese Reise in die deutsche Wiedervereinigungszeit machen und es gibt viel auf die Ohren.

JJL: Also ich würde behaupten wollen, dass das auf jeden Fall drei sehr unterhaltsame Abende werden.