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Aufmachergrafik zu Weltreisen
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Balkan mit und ohne Schluchten

Donau (Bild: BR)Bildunterschrift: Die Donau schlängelt sich hier durch die Berge. ]

Der Balkan ist ein halber Kontinent, ein Lebensgefühl, ein Gebirge gleichen Namens. ARD-Korrespondent Thomas Morawski, der den Balkan seit Jahrzehnten kennt, stellt seine Lieblingsplätze vor: Abseits der bekannten Pfade reist er von Kroatien durch Montenegro, macht einen Schlenker nach Serbien, weiter geht es nach Mazedonien, ebenfalls ehemalige jugoslawische Teilrepublik, er streift in Albanien verschlafene Nester, die kaum mit dem Auto erreichbar sind, in Bulgarien schließlich endet die Reise am einzigen Durchbruch des Balkangebirges, das der ganzen Region seinen Namen gibt. Es sind Landschaften, die alle eine eigene Geschichte erzählen können.

Der Canyon bei Obrovac in Kroatien war für viele Filme Kulisse, so auch für die deutschen Karl-May-Filme in den 1960er Jahren. (Bild: BR/ Morawski) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Der Canyon bei Obrovac in Kroatien war für viele Filme Kulisse, so auch für die deutschen Karl-May-Filme in den 1960er Jahren. ]
Wenn man südlich von Zagreb die Autobahn nimmt Richtung Küste, meint man bald, im amerikanischen Monument-Valley zu sein: steile Felsmonumente ragen aus der Ebene, Schilder geben Hinweise auf vagabundierende Bären. Es ist aber Kroatiens Hinterland. Man denkt an die Rockies und ist nicht der erste. Hier in der Gegend wurden in den 1960er Jahren viele erfolgreiche Karl-May-Filme gedreht, ein Winnetou-Museum erinnert daran, ausgerechnet in einer Gegend, die seit dem Krieg mit Serbien immer noch vermint ist. Die Leute haben gelernt, damit zu leben, oder es sogar zu nutzen. Räumkommandos erinnern an die alltäglichen Gefahren.

Weiter geht es durch Europas letzte und größte Urwälder im kleinen Montenegro, Kilometer tiefe Schluchten, jahrhundertalte Baumriesen, mitten drin kann man per Boot weit ins Unbekannte vordringen.

Autor Thomas Morawski (l.), Kameramann Alex Goldgraber (M.), Tonmann Florian Lachinger (r.) und Protagonisten. (Bild: BR/ Morawski) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Dreharbeiten im montenegrinischen Nationalpark Biogradska Gora. Autor Thomas Morawski (l.), Kameramann Alex Goldgraber (M.), Tonmann Florian Lachinger (r.) und Protagonisten. ]
Ein Abstecher nach Serbien: Kurz hinter dem Eisernen Tor, dem Felsdurchbruch der Donau in Serbien, bewegen sich die zahlreichen Kreuzfahrtschiffe auf brisantem Untergrund. Bei Niedrigwasser taucht sie auf, die sogenannte deutsche Schwarzmeerflotte auf dem Grund des Flusses. Bei Ende des Weltkrieges versenkte die Wehrmacht auf dem Rückzug an die 170 Schiffe. Dass in den Wracks noch explosive Ladungen liegen, stört kaum jemanden. Im Überleben sind sie hier alle Meister.

In Nordalbanien sind die Berge immer noch kaum überwindbare Hindernisse zum Austausch zwischen Nachbarn. Jahrhundertealte Dörfer scheinen versunken in einem nicht enden wollenden Schlaf. Durch den schiffbaren Stausee von Komani ist ein Zugang gelungen. Mit einer einfachen Fähre gelangt man in Fjorde und Täler, die an Norwegen erinnern. Die Zeit steht hier still. Nur wenn das Schiff kommt mit Sack und Pack und Mann und Maus, dann kommt Leben in die Gegend.

Stausee von Komani (Bild: BR/ Morawski) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Der Stausee von Komani in Albanien. Abenteuerliche Schiffskonstruktionen bilden die Lebensader für die abgelegenen Bergdörfer. ]
Vorletzte Station der Reise quer durch den Balkan ist Mazedonien, eine seit dem kurzen Krieg 2001 wieder von Gott und der Aufmerksamkeit verlassene Gegend. Viele Mazedonier suchten ihr Heil im Ausland. Neben den slawischen Mazedoniern und den Albanern leben auch Roma in dem kleinen Balkanland, rund 3 Prozent der Bevölkerung. Die Musik der Roma ist legendär, so wie die Musiker, die durch sie berühmt wurden. Ferus Mustafov ist einer der bedeutendsten Roma-Musiker auf dem ganzen Balkan. Für Hochzeiten wird er sogar eingeflogen.

Ein Schäfer mit seiner Herde in Biogradska Gora, einer der letzten drei Urwälder Europas (Bild: BR/ Morawski) Bild vergrößern bzw. verkleinern Bildunterschrift: Ein Schäfer mit seiner Herde in Biogradska Gora, einer der letzten drei Urwälder Europas. ]
Der Balkan ist wild und unzugänglich. In Bulgarien kann man es erleben, sei es mit dem Bummelzug, der sich im Schneckentempo durch die Täler schlängelt, oder am besten hoch zu Ross im Galopp durch das Balkangebirge. Und schon wieder fallen dem Reisenden die Romane von Karl May ein, der über die Schluchten des Balkans fabulierte, aber nie hier war.

Film von Thomas Morawski

Sendetermin
Sa, 20.10.12 | 16:00 Uhr