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Gipfel der Nationalisten: Kann Merkel Trump und Co. zähmen?

Gipfel der Nationalisten: Kann Merkel Trump und Co. zähmen? | Video verfügbar bis 05.07.2018

Angela Merkel lädt zum G20-Gipfel nach Hamburg. Selten wurde das Spitzentreffen der mächtigsten Politiker der Welt mit so viel Spannung erwartet. Der US-Präsident Donald Trump ist zum ersten Mal in Deutschland und trifft dort auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin – auch das eine Premiere. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sorgt im Vorfeld für Ärger, und G20-Gegner haben massive Proteste angekündigt. Kann Angela Merkel die unterschiedlichen Interessen zusammenführen oder wird der Streit eskalieren?

Dieter Kronzucker (Fernsehmoderator)

Dieter Kronzucker
Dieter Kronzucker

Seit Jahrzehnten berichtet der Fernsehjournalist von den Gipfeltreffen der Weltmächte. So gefährlich wie momentan sei die politische Lage jedoch lange nicht gewesen. "Donald Trump ist ein Sicherheitsrisiko", warnt der langjährige Amerika-Korrespondent. Mit Russland stehe Amerika zunehmend in Konfrontation: "In Syrien kann es jeden Tag schief gehen, die Lage ist brandgefährlich." Die Türkei unter Erdoğan erlebe eine "rasende Islamisierung", analysiert der ehemalige Moderator des "heute journal" (ZDF). Deshalb begrüßt Dieter Kronzucker das Auftrittsverbot für den türkischen Präsidenten während des Gipfels.

Sahra Wagenknecht, Die Linke (Fraktionsvorsitzende)

Sahra Wagenknecht
Sahra Wagenknecht

"G20 ist rausgeworfenes Geld, denn bei diesen Gipfeln ist bisher nie etwas Vernünftiges herausgekommen", sagt die Linken-Politikerin. In Hamburg würden nicht Problemlöser, sondern die entscheidenden Verursacher globaler Probleme am Tisch sitzen: "Durch ihre Kriege, ihre Waffenexporte, ihre ausbeuterische Wirtschaftspolitik sind viele G20-Staaten direkt verantwortlich für Armut und Tod auf dieser Welt", ist die Fraktionsvorsitzende überzeugt. Auch Angela Merkels Agenda würde von den Wünschen der Konzernlobbyisten bestimmt, erklärt Sahra Wagenknecht.

Norbert Röttgen, CDU (Außenpolitiker)

Norbert Röttgen
Norbert Röttgen

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses malt ein düsteres Bild der aktuellen  Weltlage und befürchtet einen Zusammenbruch der westlichen Weltordnung: "Es ist eine Minute vor Zwölf für Europa." Liberale und demokratische Werte seien sowohl durch Wladimir Putin als auch durch Donald Trump akut bedroht, sagt der ehemalige Bundesminister. Er hält die USA derzeit nicht für einen verlässlichen Partner. "Es gibt immer noch keine amerikanische Außenpolitik", kritisiert Norbert Röttgen und ergänzt, dass US-Präsident Trump nicht in der Lage sei, die Nato zu führen.

Joachim Steinhöfel (Rechtsanwalt und Publizist)

Joachim Steinhöfel
Joachim Steinhöfel

Der Hamburger Anwalt für Wettbewerbs- und Presserecht glaubt nicht, dass die Kanzlerin beim G20-Gipfel wirklich Einfluss auf Trump oder Putin haben wird. "Merkel bringt weltpolitisch nichts voran. Wenn jemand als Stabilitätsanker fungiert, dann ist das Amerika", sagt der ehemalige TV-Moderator. Der Politik-Blogger gewinnt der Politik des US-Präsidenten auch Positives ab. Er befürwortet Trumps Einreisestopp für muslimische Länder und findet den Austritt der USA aus dem Klimaabkommen nachvollziehbar. Joachim Steinhöfel hält die Kanzlerin auch für machtlos gegenüber Erdoğan. "Merkel hat Deutschland mit ihrer Flüchtlingspolitik in eine hochproblematische Situation hineinregiert und ist damit erpressbar geworden." 

Haluk Yildiz (BIG-Partei)

Haluk Yildiz
Haluk Yildiz

Der Gründer und Parteivorsitzende der BIG-Partei verurteilt das Redeverbot für den türkischen Präsidenten Erdoğan scharf: "Erdoğan wird in Deutschland immer dämonisiert." Der deutsche Staat könne nicht den zwei Millionen hier lebenden  türkischen Staatsbürgern das Recht vorenthalten zu hören, was der Präsident zu sagen habe. "Seine Reden in Deutschland sind immer sehr verbindend", betont der deutsch-türkische Unternehmensberater. Die Anti-Erdoğan-Haltung der Bundesregierung sei "allein politisches Kalkül aus Wahlkampfgründen", glaubt Haluk Yildiz. 

Rolf Becker (Schauspieler und G20-Gegner)

Rolf Becker
Rolf Becker

Der 82-jährige Hamburger geht gegen den G20-Gipfel auf die Straße. Denn beim Treffen gehe es nur darum, wie 20 reiche Länder besser untereinander ökonomisch kooperieren auf Kosten der anderen, die ausgegrenzt werden. Der Schauspieler ("In aller Freundschaft") fordert seine Hamburger Mitbürger auf, an den Demonstrationen teilzunehmen und anreisende Protestler in ihren Wohnungen aufzunehmen. "Je mehr Demonstranten wir dadurch in die Innenstadt holen, desto schwerer machen wir es der Polizei", sagt Rolf Becker.

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