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Landärzte: So kann der Mangel behoben werden

Landärzte: So kann der Mangel behoben werden | Video verfügbar bis 14.12.2017

Inhalt in Kürze:

– In vielen ländlichen Regionen droht ein Ärztemangel.
– Das Büsumer Modell macht den Beruf für junge Mediziner attraktiv.
– Ärztevertreter sehen die ärztliche Selbstverwaltung in Gefahr.

In vielen ländlichen Regionen droht Ärztemangel. Zum Beispiel ist in Schleswig-Holstein jeder fünfte Hausarzt zwischen 60 und 64 Jahre alt. Die Mediziner geben ihre Praxen in den nächsten Jahren auf und haben Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden. Die Gemeinde Büsum versucht mit einem neuen Modell, die ärztliche Versorgung in dem 5.000-Einwohner-Ort sicherzustellen.

Ärztliches Versorgungszentrum in Büsum

Der Touristenort an der Nordsee hat in ein eigenes medizinisches Versorgungszentrum investiert und dort vier ehemals selbstständige Hausärzte der Gemeinde angestellt. Mittlerweile sind fünf Ärzte und ein sogenannter Weiterbildungsassistent im Team. Für die Mediziner sind Teilzeitmodelle möglich: Ältere Kollegen können nach und nach aus dem Job ausscheiden, jüngere haben mehr Zeit für ihre Familien.

Die Patienten in Büsum haben sich daran gewöhnt, im Versorgungszentrum von mehreren Ärzten behandelt zu werden und nicht nur von einem Hausarzt. Dafür ist das Ärztezentrum in der Woche täglich von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Status als Badeort langfristig gesichert

Ein Stethoskop liegt neben einem Haussymbol auf einer Holzplatte.
In vielen ländlichen Regionen gibt es nicht genügend Ärzte.

Das Engagement für ein neues ärztliches Versorgungsmodell zahlt sich aus. Die Gemeinde Büsum muss dafür finanziell nicht drauflegen. Auch der Erhalt des Status als Badeort  – dafür ist ein Badearzt erforderlich – ist mit dem Büsumer Modell gesichert. Unterstützt wird das Projekt vom Gesundheitskoordinator des Kreises Dithmarschen.

Ärztevertreter sehen Selbstverwaltung in Gefahr

Andere Gemeinden zögern noch, sich finanziell an einem ärztlichen Versorgungsmodell zu beteiligen – vor allem, wenn sie hoch verschuldet sind. Auch Ärztevertreter sehen das Engagement der öffentlichen Hand mit Skepsis und pochen auf das Prinzip der ärztlichen Selbstverwaltung.

Junge Ärzte wollen Beruf und Familie vereinbaren

Viele Landärzte arbeiten 60 bis 70 Stunden pro Woche und sind auch am Wochenende für ihre Patienten erreichbar. Für junge Ärzte ist das meist keine attraktive Berufsperspektive, weil sie Beruf und Familie gerecht werden wollen.

Bericht: Birgit Augustin
Kamera: Sven Wettengel
Schnitt: Tom Lehnhart

Stand: 15.12.2016 14:57 Uhr

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